Dietmar und Geli Unterwegs

01. Juli 2019 Wir erreichen Jaroslawl

Schon am Mo , denn nach der Stadtbesichtigung legt das Schiff mittags schon wieder ab. Die Busse warten schon und bringen uns in das Getümmel der Großstadt mit 600.000 Einwohnern.

Jaroslawl liegt an der Mündung des Flusses Kotorosl in die Wolga, 282 Kilometer nordöstlich von Moskau. Die Stadt wurde 1010 gegründet, ist damit auch älter als Moskau und gehört zu den ältesten Städten Zentralrusslands.

Im Mittelalter war Jaroslawl die Hauptstadt eines Fürstentums, Anfang des 17. Jahrhunderts war es für einige Monate De-facto-Hauptstadt des russischen Zarentums, und vor der Gründung Sankt Petersburgs galt Jaroslawl als zweitgrößte russische Stadt.

Die Altstadt mit vielen Kirchen aus dem 17. Jahrhundert, dem Ensemble des Erlöser-Verklärungs-Klosters sowie einem gut erhaltenen Straßennetz aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit vorwiegend klassizistischen Profanbauten ist seit 2005 als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO eingetragen.

Jaroslawl gehört zu den acht Städten der Touristenroute des Goldenen Rings nordöstlich von Moskau und ist gleichzeitig die größte unter diesen Städten.

In Jaroslawl sind trotz der im Bürgerkrieg und bei den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg angerichteten Schäden große Teile der historischen Bausubstanz aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert erhalten geblieben, die die Altstadt zu einem Denkmal des Städtebaus im Russischen Zarenreich machen. Insgesamt zählt das Stadtzentrum Jaroslawls rund 140 einzelstehende Baudenkmäler.

Zur Altstadt zählt ein ungefähr dreieckförmiges Areal, das im Süden und im Osten durch die Flüsse Kotorosl bzw. Wolga begrenzt wird und sich auf dem Stadtplan durch ein geometrisches, teilweise fächerartiges Straßennetz aus dem 18. und 19. Jahrhundert kenntlich macht.

Die bekannteste Sehenswürdigkeit dort ist das Erlöser-Verklärungs-Kloster an der Kotorosl. Es wurde vermutlich noch im 12. Jahrhundert gegründet und gilt damit als die älteste Sehenswürdigkeit der Stadt. Zugleich beinhaltet es in seinem Ensemble das älteste erhaltene Bauwerk in Jaroslawl, die Erlöser-Verklärungs-Kathedrale aus dem Jahr 1516. Wie es für mittelalterliche russische Klöster oft galt, erfüllte das Jaroslawler Erlöser-Verklärungs-Kloster ursprünglich nicht nur die Funktion eines religiösen Stiftes, sondern auch die einer Zitadelle bzw. eines Kremls, was man anhand der bis heute vollständig erhaltenen Befestigungsmauern mit Wachtürmen aus dem 16. Jahrhundert sehen kann. Innerhalb dieser Mauern stellen die massiven weißen Kirchenbauten mit vielen scheinbar asymmetrisch angeordneten Türmen und aufwändig dekorierten Innenräumen repräsentative Beispiele typisch altrussischer Architektur dar. Außerdem gibt es eine Torkirche, an die sich die ehemaligen Mönchszellen und das Schatzhaus anschließen. Neben seiner historisch wertvollen Architektur spielte das Kloster eine herausragende Rolle in der Geschichte sowohl der Stadt Jaroslawl als auch des russischen Staates. So konnte es in der Zeit der Wirren Anfang des 17. Jahrhunderts eine Belagerung durch polnisch-litauische Truppen erfolgreich abwehren, und von der Klostermauer aus steuerte wenig später das Volksheer um Minin und Poscharski Moskau an, um letzteres ebenfalls von Fremdherrschern zu befreien. Ende des 18. Jahrhunderts wurde hinter den Klostermauern das älteste erhaltene Manuskript des Igorliedes, des bekanntesten Werkes mittelalterlicher russischsprachiger Literatur, gefunden. Dem Igorlied ist auch eine ständige Ausstellung im Kloster gewidmet, in der unter anderem ein mit maximal möglicher Originaltreue nachgebildeter Arbeitsplatz aus dem 12. Jahrhundert des unbekannten Autors des Epos zu sehen ist.

Der ausgedehnte und bis heute sehr verkehrsreiche Platz vor dem Nordtor des Klosters, das als Haupteingang zum selbigen dient, heißt Epiphanien-Platz. Seinen Namen verdankt er der Epiphanien-Kirche am südlichen Ende des Platzes und in unmittelbarer Nähe des Kotorosl-Ufers. Dieses Gotteshaus, das mit seinem fünfkuppeligen Abschluss, den halbrunden Kokoschnik-Ornamenten unterhalb des Daches und einem separat angebauten Glockenturm an die traditionelle Moskauer Sakralbaukunst angelehnt ist, entstand in den Jahren 1684–1693 und stellt eines der bekanntesten Beispiele der in der Blütezeit Jaroslawls im 17. Jahrhundert erbauten Kirchen dar. Die aufwändige Freskenbemalung im Innenraum wurde beim Bau der Kirche von Jaroslawler Künstlern ausgeführt.

Ein letztes Meisterwerk das wir heute sehen, ist die wiederhergestellte Mariä-Entschlafens-Kathedrale.

Der südliche Teil des Stadtkerns, der am Zusammenfluss der Kotorosl mit der Wolga endet, ist ein von Grünflächen geprägtes Areal, dessen erheblicher Teil bis ins 17. Jahrhundert hinein von den hölzernen Befestigungsanlagen des Jaroslawler Kremls umfasst war.

Dort in der Nähe stand seit 1642 bis zu ihrem Abriss 1937 die Mariä-Entschlafens-Kathedrale, die seit 2004 an der gleichen Stelle originalgetreu wiederaufgebaut und während der Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum am 12. September 2010 von Patriarch Kyrill geweiht wurde.

Das sind nur drei der unendlich vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt, die wir besuchen konnten.

Unsere Stadtführerin achtete sehr auf den Zeitplan und sie hatte ein strenges Regime mit uns, wenn jemand aus der Reihe tanzte.

Als wir aus dem Bus ausstiegen, fielen uns gleich die liebevoll gestalteten Grünanlagen auf.

Auf dem Stadtgebiet Jaroslawls gibt es rund 30 Parks und Stadtgärten, die zusammen mit kleineren Grünanlagen eine Gesamtfläche von rund 2000 Hektar (knapp 10 % der Stadtfläche) einnehmen.

Die bekannteste Grünanlage der Stadt ist jedoch der Park im Stadtkern am Zusammenfluss der Kotorosl mit der Wolga. Daran, dass sich laut Stadtgründungslegende der Kampf Jaroslaw des Weisen gegen den Bären genau dort ereignet haben soll, erinnert heute ein Gedenkstein. Außerdem ist dieser Bär das Wappentier der Stadt.

Ebenfalls im Mündungsbereich der Kotorosl gegenüber der Strelka befindet sich eine Insel, die im Sommer mit Stränden, Cafés, Bootsstationen und Fahrgeschäften ein beliebtes Naherholungsziel darstellt.

Größere Schüler pflegen als Ferienprogramm diese Parkanlage und bekommen dafür noch Geld von der Stadt.

Zum Mittagessen sind wir wieder auf dem Schiff und die Reise geht rückwärts auf der Wolga zur Schleuse bei Rybinsk.

Das Essen ist zu jeder Mahlzeit liebevoll angerichtet und äußerst schmackhaft. Die Bedienung umsorgt uns aufmerksam und ausgesprochen freundlich. Wir genießen viel zu viel dieser schmackhaften Köstlichkeiten.

Am Nachmittag werden wir dann weiter von unseren Germanistikstudentinnen Karina und Swetlana über verschiedene russische Kunsthandwerkstile aufgeklärt, heute über Russische Lackminiaturen.                                                                                                        Die Geschichte dieser Art Kunst beginnt mit der Ikonenmalerei. Vom Jahr 1000 bis zum Revolutionsbeginn 1918 perfektionierten viele Generationen von Meistern die Malerei von Ikonen mit Temperafarben, einem Gemisch aus Mineralpulver und Eigelb.                                                                          Durch die Revolution wurden die Kirchen geschlossen und die Ikonenmalerei verboten. Die Künstler wurden gezwungen, sich eine neue Tätigkeit zu suchen und gleichzeitig die alten Techniken zu bewahren.      Aus Pappmaché begannen sie Schatullen zu formen und sie mit Tempera und Blattgold zu bemalen. Statt der christlichen Motive begann man Natur- und Märchenmotive zu gestalten.                                                                           Es entstanden 4 Schulen rund um Moskau.                                                        Die Herstellung einer Schatulle dauert 3 Monate.                                             Die Schatulle aus Pappmaché wird durch das Pressen von vielen Schichten Karton hergestellt, die mit Leinöl durchtränkt und im Ofen bei 24 Grad ausgehärtet werden. Danach wird die Schatulle mit einem Gemisch aus Russ, Ton und Leinöl grundiert. Danach beginnt die eigentliche Miniaturmalerei mit einem feinsten Pinsel aus Eichhörnchenhaaren. Danach kommen mehrere Lackschicht darüber. Die Endpolierung erfolgt mit einem Wolfszahn.                                                                                         Fertig sind die wundervollen kleinen, kostbaren Meisterwerke, eines schöner als das andere.

Eines dieser kleinen Kostbarkeiten will ich als Erinnerung besitzen und kaufe mir eine Brosche.

Weiter bekamen wir Kunstwerke aus Glasperlen, Halbedelsteinen und Bernstein vorgestellt und wurden in der Echtheitsprüfung unterwiesen.

Abends zieht über dem Rybinsker Stausee ein Gewitter auf. Der See wurde 1941 angelegt. Er ist im Durchschnitt 6m tief. Seine Länge beträgt 217km und seine Breite 55km.

Das Gewitter bleibt in der Ferne und wir haben eine ruhige Nacht.

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