Dietmar und Geli Unterwegs

05.-07. Juli 2019 Sankt Petersburg

Am Morgen des 5.7. als wir erwachten lagen wir schon vor Anker am Personenhafen in Sankt Petersburg. Die Sonne strahlte !

Wir hatten uns für eine Stadtrundfahrt entschieden und hofften auf neue Eindrücke.

Sankt Petersburg, örtlicher Spitzname Piter nach der ursprünglich dem Niederländischen nachempfundenen Namensform Sankt-Piterburch, ist mit 5 Mill. Einwohnern die nach Moskau zweitgrößte Stadt Russlands und die viertgrößte Europas. Es liegt im Nordwesten des Landes an der Mündung der Newa ,am Ostende des Finnischen Meerbusens und ist die nördlichste Millionenstadt der Welt. Die Stadt wurde 1703 von Peter dem Großen auf Sumpfgelände nahe dem Meer gegründet, um den Anspruch Russlands auf Zugang zur Ostsee durchzusetzen. Über 200 Jahre lang trug sie den heutigen Namen, von 1914 bis 1924 hieß sie dann Petrograd und  wurde von 1924 bis 1991 zu Ehren von Lenin, dem Gründer der Sowjetunion, Leningrad genannt. Die Stadt war vom 18. bis ins 20. Jahrhundert die Hauptstadt des Russischen Zarenreiches. Sie ist ein europaweit wichtiges Kulturzentrum und beherbergt den wichtigsten russischen Ostseehafen.

Die historische Innenstadt mit 2.300 Palästen, Prunkbauten und Schlössern ist seit 1991 als Weltkulturerbe der UNESCO unter dem Sammelbegriff Historic Centre of Saint Petersburg and Related Groups of Monuments eingetragen.In dieser Vielfalt ist St. Petersburg weltweit nur noch mit Venedig vergleichbar.

Anders als oft angenommen, hat Peter der Große die Stadt nicht nach sich selbst benannt, sondern nach seinem Schutzheiligen, dem Apostel Simon Petrus.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion führte eine Volksabstimmung 1991 zu einer knappen Mehrheit zugunsten der Rückbenennung in Sankt Petersburg.

Im Zusammenhang mit historischen Ereignissen wird nach wie vor der zum Ereignis „passende“ Name genutzt, zum Beispiel „Heldenstadt Leningrad“ beim Gedenken an den Großen Vaterländischen Krieg von 1941 bis 1945.

Das umliegende Verwaltungsgebiet „Oblast Leningrad“ behielt nach einem Beschluss des dortigen Gebietssowjets auch den alten Namen.

Das Stadtgebiet umfasst etwa 1.431 km² einschließlich der administrativ seit 1999 zu Sankt Petersburg gehörenden Vororte wie beispielsweise Peterhof und Puschkin, davon sind etwa 10 Prozent Wasser. Die Stadt besteht aus 42 Inseln. Ursprünglich waren es mehr gewesen, zahlreiche Kanäle zwischen ihnen wurden jedoch mittlerweile zugeschüttet. Die Stadt selbst musste zwei bis vier Meter über dem Meeresspiegel gebaut werden. Die Newa-Mündung befindet sich nämlich ungefähr auf Meereshöhe, und die ersten Bauarbeiter stießen in wenigen Zentimetern Tiefe auf Grundwasser. Die Ufer wurden schon früh mit Granitblöcken befestigt, was Sankt Petersburg nicht nur vor dem Wasser schützt, sondern viel zum spezifischen Stadtbild beiträgt. Puschkin beschrieb es als: „Die Stadt kleidet sich in Granit“.

Durch ihre Lage, wenige Meter über dem Meeresspiegel, ist die Stadt stets durch Hochwasser bedroht, sie ist oft ein Opfer von Überschwemmungen geworden. Die offizielle Statistik zählt seit der Stadtgründung 295 Überschwemmungen davon allein 44 seit 1980. Die schlimmsten Fluten waren 1724, 1824 und 1924. Nun fragen sich die Einwohner, was 2024 geschehen wird.

Sankt Petersburg liegt auf demselben Breitengrad wie die Städte Oslo und Stockholm, der Südteil Alaskas und die Südspitze Grönlands. Es hat ein typisches Meeresklima, das Wetter ist wechselhaft und kann innerhalb kurzer Zeit umschlagen. Die Sommer sind vergleichsweise mild mit Durchschnittstemperaturen von 19 bis 22 °C, im Winter sinken die Durchschnittstemperaturen allerdings nur auf −4 bis −8 °C. Aufgrund der Lage wird es zur Zeit der Sommersonnenwenden nachts nicht vollständig dunkel, es sind die sogenannten „Weißen Nächte“.

Zwischen 1.30 Uhr und 4.30 Uhr ist es wunderschön, das nächtliche Öffnen der Brücken zu beobachten, durch die dann die großen Flussschiffe weiter über die Newa fahren können.

Die Newa ist mit 74 Kilometer Länge zwar ein sehr kurzer, aber einer der wasserreichsten Flüsse Europas. Sie wird bis zu 600 Meter breit und hat eine starke Strömung. Rund 28 Kilometer seiner Strecke legt der Fluss innerhalb des Stadtgebiets von Sankt Petersburg zurück.

Die schlimmsten Jahre in der Geschichte der Stadt war die Leningrader Blockade. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt 871 Tage lang von deutschen Truppen belagert. In der Zeit der Belagerung vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, in der die Wehrmacht auf Befehl Hitlers keine Eroberung Leningrads versuchte, sondern stattdessen die Stadt systematisch von jeglicher Versorgung abschnitt, starben über eine Million Zivilisten. In dieser Zeit konnten Nahrungsmittel zur Versorgung der Millionenstadt nur unter großen Gefahren per Flugzeug oder im Winter über den vereisten Ladogasee per Eisenbahn und Lkw („Straße des Lebens“) nach Leningrad gebracht werden. Die Route über den See lag im Schussfeld der Wehrmacht, im Schnitt kam von 3 LKW nur einer an. Der Winter 1941 begann sehr früh und es herrschten zudem Temperaturen von bis zu –40 Grad Celsius in einer Stadt, in der Heizmaterial äußerst knapp war. Während der Belagerung wurden etwa 150.000 Artilleriegeschosse auf die Stadt abgeschossen, etwa 100.000 Fliegerbomben fielen. Bei Versuchen der Roten Armee, die Belagerung zu sprengen, kamen dazu etwa 500.000 sowjetische Soldaten ums Leben.

Die Leningrader bauten nach dem Krieg ihre Stadt wieder mit allen historischen Gebäuden originalgetreu auf.

1953 war zudem das Jahr, in dem mehr neuer Wohnraum in der Stadt geschaffen wurde als je vorher oder nachher.

Am 27. Mai 2003 beging die Stadt ihr 300-jähriges Jubiläum. Zur Vorbereitung wurden Teile der Altstadt und verschiedene Paläste saniert. Der russische Staat gab dafür ca. zwei Milliarden Euro aus. An den Kosten der Nachbildung des im Zweiten Weltkrieg verschollenen Bernsteinzimmers beteiligte sich die deutsche Firma Ruhrgas, eng verbunden mit dem staatlichen russischen Energiekonzern Gazprom durch eine Spende von 3,5 Millionen Dollar. Am 31. Mai 2003 weihten Russlands Präsident Wladimir Putin und Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder das rekonstruierte Bernsteinzimmer ein.

Im Juli 2006 trafen sich in Sankt Petersburg internationale Politiker auf einem G8-Gipfel und im September 2013 zu einem G20-Gipfel.

Wir haben von den Reiseleitern wieder viel Neues erfahren, ziehen es aber dann doch vor, die Stadt allein zu erkunden.

Besonders interessiert uns die

Auferstehungskirche, auch als Blutkirche, Erlöserkirche und Erlöser-Kirche auf dem Blut bekannt. Sie ist nach dem Vorbild der Moskauer Basilius-Kathedrale gestaltet und das einzige große Kirchengebäude der Petersburger Innenstadt, das nicht italienischen und klassizistischen westlichen Baustilen folgt.

Die Orientierung an der ornamentalen und bunten Dekorationsweise der altrussischen Kunst aus der Epoche vor Peter I., die sich der westlichen Kultur noch nicht geöffnet hatte, entsprach der in der zweiten Jahrhunderthälfte am Zarenhof gepflegten Rückwendung hin zu nationalen Traditionen. Erbaut wurde sie von 1883 bis 1912 an der Stelle, an der Alexander II. einem Attentat zum Opfer gefallen war.                                    Die Kirche bedeckt eine Fläche von etwa 7000 Quadratmetern; die innere flächendeckende Ausgestaltung ist im Ikonenstil, aber nicht mit gemalten Ikonen, sondern mit Mosaikikonen und auch die äußere Verzierung besteht aus riesigen Mosaikornamenten.

Bei einem mächtigen Regenguss flüchteten wir zur Metro und staunten wieder über die endlosen unterirdischen Gänge, die über 100m tief nach unten führenden Rolltreppen und die doppelten Sicherheitstüren an jedem Bahnsteig.

Wieder am Tageslicht, hat es in diesem Stadtteil gar nicht geregnet.

Eine Losverkäuferin sah uns an, dass wir den Bus zum Flusshafen suchen. Sie zeigte uns den Weg.

Dann half sie noch mit einer anderen Frau ein Blinicafe zu finden.

Reizend war, dass sie neben ihrer Lostüte einen Beutel mit Vogelfutter zu stehen hatte, aus dem sich Spatzen und Tauben bedienten.

Die zweite Frau brachte uns dann zu dem Café, in dem es leckere Blinis gab.

Mit einem klapprigen Kleinbus ging es später zum Flusshafen. Hier wartete schon wieder ein reichhaltiges, leckeres Abendessen auf uns.

Am nächsten Tag bestellten wir uns ein „Yandex Taxi „(ähnlich wie Uber) und fuhren zum Panzerkreuzer „Aurora“. Leider noch nicht geöffnet, blieb uns nur die Aussenbesichtigung. Beim Bummel an der Newa ließ der Sonnenschein die goldenen Kuppeln und Spitzen erstrahlen, phantastisch!

In des Zaren Sommergarten lustwandelten wir dann ohne Zeitdruck und erfreuten uns an den Springbrunnen und der Parkgestaltung. Viele Brautpaare sind im Sommer-Hochzeitsfieber unterwegs.

Eine kleine Militärkapelle erfreut die Parkbesucher. Vor dem Winterpalais tummelten sich tausende Menschen, es war Sonntag und nicht nur Touristen besuchen diesen Platz. Wir haben unsere 10.000 Schritte bereits überschritten, es reicht und wir rufen den Uberpartner. In zwei Minuten steht er neben uns und bringt uns rasch zum Schiff.

Nun heißt es Koffer packen und mit den neuen Bekannten Abschied feiern.

Am Sonntag nach dem Frühstück verabschieden wir uns bei der super engagierten, freundlichen und kompetenten Besatzung.

Damit geht unsere 11tägige Reise auf dem MS „Ivan Bunin“ zu Ende nach 1771 km auf den Flusswegen des Wolga-Ostsee-Kanals, sowie Onega-und Ladoga-Sees.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei dem Phoenix -Team um Maria und Ludmila .

спасибо и до свидания

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