Dietmar und Geli Unterwegs

15.Oktober 2026 Der dritte Tag in Padua

Wir haben uns entschieden, noch einen Tag in Padua zu bleiben. Die Strassenbahn ist wieder überfüllt von Studenten, 70.000 sollen in Paduas Universitäten immatrikuliert sein. Das ist etwa ein Drittel der gesamten Einwohnerzahl. Wir wollen heute zwei Stationen weiter fahren. Da die Bahn an einer Kreuzung hält, glaube ich, das sei eine Haltestelle gewesen und drängle mich an der nächsten Station durch die Leute und springe aus dem Wagen. Die Bahn fährt weiter und ich stehe ohne Dietmar auf den Perron. Also 6 Minuten warten und mit der nächsten Bahn eine Station weiter fahren. Richtig! Dietmar wartet schon auf mich. 

Nun geht es drei Querstrassen weiter zur Basilika des Heiligen Antonius, Basilica di Sant’Antonio.

In Padua ist sie eines der berühmtesten und meistbesuchten Heiligtümer  Italiens.  Sie gehört zu den weltweit aktuell 19 internationalen Heiligtümern,  die vom Papst festgelegt wurden. Ein internationales Heiligtum (Sanctuarium Internationale) ist ein katholischer Wallfahrtsort, dessen Bedeutung über eine Diözese oder Nation hinausgeht und das direkt vom Vatikan (dem Papst bzw. dem zuständigen Dikasterium) anerkannt wird. Damit ist die Basilika des Heiligenn Antonius eine päpstliche Basilika. 

Sie ist der erste große Kirchenbau mit Gewölbe im Raum Venedig und wurde zwischen 1232 und etwa 1310 mit romanischen und gotischen Stilelementen errichtet, um das Grab des heiligen Antonius von Padua († 1231 in Arcella aufzunehmen.

Modell des Kirchenkomplexes

Zu Antonius’ Zeiten stand am Platz der heutigen Kirche eine kleine Kapelle und nach dem Willen Antonius wurde sie zu seine ursprüngliche Grabstätte . Neben dieser Kapelle wurde 1229 zunächst ein Kloster errichtet, das wahrscheinlich Antonius selbst gegründet hat. Der Grundstein des ersten Teiles der Basilika wurde 1232 kurz nach dem Tode des Antonius gelegt, um ihm eine angemessene Begräbniskirche zu errichten.

Erbaut wurde zunächst eine kleine einschiffige Kirche. Erst später kamen die beiden Seitenschiffe, die zahlreichen Kapellen, Kuppeln und Türme hinzu. 1310 war der Kirchenbau vollendet. 

Im 19. Jahrhundert wurde das Gotteshaus restauriert. 

Das Innere der Basilika weist gotische und romanische Stilelemente auf. Den Altarraum beherrschen die Werke Donatellos 1386 bis 1466. Die Skulpturengruppe ist das berühmteste Kunstwerk der Basilika. Der heutige Hochaltar wurde 1886 errichtet.

In dem Raum hinter dem Altar werden die Reliquien aufbewahrt. 

In dem wertvollen, goldenen Reliquiar in der Mitte werden ein Fußknochen und ein Fragment der Haut und Haare des Heiligen aufbewahrt. In der mittleren Nische, in einem herrlichen Reliquiar eines Goldschmiedemeisters von 1436 wird die unversehrte Zunge des heiligen Antonius verwahrt, darüber ist ein Reliquiar von 1350 mit dem Kinn des Heiligen.

In der Kapelle sind auch das Ordenskleid des heiligen Antonius und der Holzsarg, in dem der Leichnam gelegen hat,  ausgestellt. Es ist alles sehr beeindruckend. 

Auf dem großen Platz vor der Basilika scheint die Sonne und wir setzten uns in ein Cafe, um die Eindrücke zu verarbeiten. 

Als wir weiter durch die vielen Gassen schlendern, müssen wir ständig auf die vielen Fahrradfahrer achten. 

Es gibt keine exakte offizielle Gesamtzahl aller Fahrräder in Padua, aber statistische Daten zur Nutzung zeigen, dass sich die Zahl der täglich genutzten Fahrräder auf mindestens 93.000 bis 100.000 beläuft. 

Von den Einwohner nutzen das Fahrrad für ihre täglichen Wege etwa 63.600, von den Studierenden werden mindestens 30.000 Fahrräder genutzt. Bei dieser Masse von Rädern, die täglich in der Stadt unterwegs sind, ist es ein Wunder, dass es nicht öfter zu Kollisionen kommt. 

Wir sind beeindruckt von Padua, eine für uns bisher unbekannte Stadt. 

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