Dietmar und Geli Unterwegs

07. November 2019 Duhlikel und Bhaktapur

Um 6.30 Uhr steigt die Sonne mystisch aus dem Morgennebel über den Bergen. Um uns eine zauberhafte Natur, Vogelgezwitscher und verführerische Düfte. Ein Hauch von Paradies. Es soll Winter hier in Nepal sein. Aber die Kirschbäume blühen und eine Fülle von Blumen zieren die Wege.

Um 7 Uhr ist Frühstück mit den Mönchen. Alles wieder sehr spartanisch aus Blechgeschirr – ein Reishefekloss mit etwas Schokocreme, eine Kichererbsensuppe, ein gekochtes Ei und das Beste, Buttertee mit Pfeffer und Salz, für die meisten ungenießbare. Ich habe das schon in Tadschikistan getrunken.

Danach besichtigen wir noch einmal den Gebetsraum und wandern dann hinauf zum ursprünglichen buddhistische Wallfahrtsort Namobuddha. Der dortige Stupa ist nach Lumbini, Swayambhunath und Bodhnath einer der heiligsten Orte in Nepal.

Die realen Ursprünge dieses Stupa verlieren sich im Dunkel der Geschichte, allerdings ranken sich zwei Legenden um diesen heiligen Bau. Populär ist etwa die Erzählung, wonach einst ein Jäger auf diesem Hügel eine Tigerin erlegte. Nun drohten ihre Jungen zu verhungern. Um sie zu retten, soll ihnen der Buddha sein eigenes Fleisch zum Fressen angeboten haben. Dieses Szenario ist in einem steinernen Relief verewigt, auf dem Buddha den Tigern seine Hände darbietet.

Einer anderen Legende nach hatte eine Tigerin, deren Junge krank waren, den Prinzen um Hilfe gebeten. Dieser schnitt Fleisch aus seinem Körper und bot das Fleisch den Jungen an. Anschließend fiel die Tigerin den Prinzen an. Auf seine Frage, warum sie das mache, antwortete sie, er würde als Märtyrer sterben und als Buddha wiedergeboren.

Von hier aus blicken wir über das Tal mit den vielen Terassenfeldern bis zu den schneebedeckten Gipfeln. Wir sind wirklich im Paradies.

Nachdem wir unser Gepäck im Bus verstaut haben, wandern wir

zu Fuß von Namobuddha Richtung Dhulikhel über staubige Bergwege durch kleinste Dörfer an Kartoffel- und blühenden Rapsfeldern vorbei. Sehen uns eine Minidorfschule an, in der gerade ein Junge mit seiner Lehrerin Schreiben übt. Lernen muß bezahlt werden und das ist für viele Eltern unerschwinglich.

Das dörfliche Leben ist sehr einfach. Es ist Reis- und Maiserntezeit. Alles muß getrocknet werden.

Bevor wir unseren Bus erreichen, begegnen uns noch einige Wanderer, die zum Kloster hinauf wollen.

Jetzt fahren wir wieder durch das Verkehrschaos nach Duhlikel zu unserem Hotel, eine Traumoase im Chaos.

Mit einem Kaffee sitzen wir auf der Terrasse vor unserem Zimmer und zwischen den Bäumen hindurch am Horizont wachsen aus den Wolken am Himmel plötzlich Berggipfel wie im Märchen.

Unser Gagan entführt uns dann noch in eine alte Märchenstadt nach Bhaktapur.

Ein Töpfermeister zeigt uns auf seiner schwingenden Scheibe sein kunstvolles Handwerk.

Durch enge Gassen sehen wir die Wunden der Stadt nach dem Erdbeben. Doch hier wird fleißig aufgebaut und restauriert. Viele nur gerissenen Häuser werden abgestützt.

Die Altstadt ist mit ihren Tempeln und einmaligen Holzschnitzereien an Fenstern, Stützbalken und Türen ein offenes Museum.

Die Händler verfolgten vermeintliche Kunden. Heute ist Dietmar das Ziel eines hartnäckigen Verkäufers.

Es wird Abend und die alten, ehrwürdigen Tempeln mit ihrer außergewöhnlichen Bauweise wirken jetzt im Dunkeln ausgesprochen geheimnisvoll.

Ein paar Gassen weiter erreichen wir wieder die Hauptstraße und werden mitgespielt mit dem Verkehr und den Menschen.

Das Markttreiben ist noch im vollen Gange in den winzigen Lädchen. Am meisten bestaunen wir die Fleischauslage.

Unser Busfahrer leistet in dem nächtlichen Chaosverkehr Schwerstarbeit. Er fährt stoisch sicher und gelassen zwischen gefühlten Millionen Motorrädern, Autos, Bussen, LKW vorbei. Alles geht gut, aber als er zum Hotel abbiegt, rutscht er in eine frisch zugeschüttete, nicht markierte Baugrube. Mist 😡, doch er meistert auch diese Situation mit Ruhe, fährt rückwärts und der Bus ist frei.

Auf uns wartet ein leckeres Abendbrot.

Dann ist unser ersehntes Ziel eine heiße Wanne um die Berge von Staub abzuwaschen.

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