Dietmar und Geli Unterwegs

06. November 2019 Nepal ein Erlebnis besonderer Art

Wer das Einmalige sucht, wer Kulturen in ihrer speziellen Art akzeptiert und wer nicht seine Maßstäbe als die einzig wahren ansieht, wird in Nepal viel Interessantes finden. Nepal ist ein Schmelztiegel verschiedener Volksgruppen und Religionen, es liegt als kleines Land zwischen den Riesenreichen Indien und Tibet/China. Bekannt ist das Land durch das höchste Gebirge der Welt, das Himalaya-Gebirge mit dem Mount Everest und seine einzigartigen buddhistischen und hinduistischen Tempel, Klöster und Stupas.

In dem ehemaligen Königreich wurde am 28. Mai 2008 die Republik ausgerufen.

Das kleine Land umfasst eine Fläche von 147.181 Quadratkilometer, wovon etwa 143.000 Quadratkilometer Landfläche und die restlichen 4.000 Quadratkilometer Binnengewässer sind. Die Ost-West-Ausdehnung beträgt 885 Kilometer, und die maximale Nord-Süd-Ausdehnung, die in Westnepal erreicht wird, rund 241 Kilometer.

Unser Reiseleiter sagt: „Wir haben Flachland, (der tiefste Punkt dagegen liegt auf 70 Meter im Süden Nepals) das reicht bis 1500 m Höhe, Mittelgebirge bis 4000m Höhe und Hochgebirge bis 8848 m Höhe, höher gehts nicht.“ Damit ist Nepal nach Tibet das durchschnittlich höchstgelegene Land der Welt; über 40 % der Landesfläche liegen über 3000 Meter.

Unser Sehnsuchtsziel ist der Himalaya. Einmal den höchsten den höchsten Berg der Welt sehen. Aber wie???

Der Himalaya ist erdgeschichtlich mit etwa 45 Millionen Jahren ein relativ junges Faltengebirge, daher ist es weniger durch Erosionen abgerundet und geglättet als andere Gebirge. Mehrere Flüsse, die alle schließlich in den Ganges münden, haben tiefe Schluchten durch die Berge gegraben.

Dieses gesamte Gebiet ist kaum besiedelt, jedoch ein beliebtes Reiseziel für Trekkingtouristen und Bergsteiger.

Aber das sind wir nicht.

Wir wollen alle 8 Achttausender auf einmal sehen. Wir sind Überflieger. Also buchen wir einen Rundflug mit Buddha Air und steigen morgens um 7.30 Uhr erwartungsvoll in den Dunst auf.

Die Spannung steigt. Werden wir die Gipfel sehen? Jeder hat einen Fensterplatz. Und plötzlich lichtet sich der Vorhang und die Achttausender strahlen uns in gleißendem Sonnenlicht an. Es ist ein so einmalig überwältigender Anblick, dass mir die Tränen kommen. Ich bin einfach nur hin und weg.

Wir fliegen an dem ganzen Massiv entlang und am Ende begrüßt uns der Mount Everest. Jetzt wenden und noch einmal die ganze Parade. Nach 45 Minuten am Gebirge entlang schließt sich der Vorhang wieder, die Vorstellung ist vorbei. Unsere zwei jungen, hübschen Pilotinnen, bei denen wir vorn durchs Cockpit schauen konnten, bringen uns wieder sicher zur Erde.

Der Bus bringt uns durch den Morgenstau zum Hotel. Jetzt um 10.00 Uhr haben wir alle Hunger, denn wir sind alle seit 4.45 Uhr ohne Frühstück auf den Beinen.

Das nächstes Reiseziel ist das Kloster Namo Buddha.

Unser Reiseleiter stimmt uns ein, dass die Fahrstrecke nicht leicht passierbar sein wird und wir unterwegs den Bus wechseln werden, da der große Bus nicht bis zum Kloster fahren kann.

Im ganzen Land gibt es nur wenige asphaltierte Strecken. Die meisten Wege sind unbefestigt und staubig und durch die Regenzeiten ausgewaschene Huckelpisten. Deshalb gibt es über die Regionen verteilt zahlreichen Landepisten und Flugplätze, die wichtige Verkehrsverbindungen mit den Landesteilen darstellen. So herrschte am frühen Morgen auch schon ein geschäftiges Treiben auf dem Inlandflugplatz in Kathmandu.

Als andere Konsequenz ist das Laufen zu Fuß für viele Bergbewohner nach wie vor eine wichtige Fortbewegungsart. Wir haben aus dem Flieger die vielen Bergpfade gesehen.

Auf dem Weg ins Kloster erzählt uns Gagan, unser Reiseleiter, einiges über die Hauptreligionen Nepals, den Buddhismus und den Hinduismus.

Die meisten Nepalesen glauben zudem an Götter und Wesen, die weder buddhistischer noch hinduistischer Abstammung sind, sondern alte Naturgottheiten, die sich in Bäumen, Steinen, Vögeln, Schlangen und allerlei Tieren befinden, in Bergen oder im Feuer, vor allem aber im Wasser.

Der Buddhismus ist ja mehr eine Philosophie als eine Religion. Deshalb ist das Kloster Namo Buddha auch mehr eine Schule für das Leben für die jungen Mönche.

Namo Buddha – Ort der Stille

Hier soll Prinz Mahastawo vor vielen Jahren seinen Körper und sein Blut voller Mitgefühl und Liebe einer hungrigen Tigermutter als Nahrung für ihre Tigerbabys angeboten haben. Als Gautam Buddha den heiligen Platz besuchte, gab er sich als Reinkarnation zu erkennen und nannte den Ort fortan Namo Buddha (Hommage an Buddha).

Namo Buddha liegt ca. 1 ½ – 2 Fahrtstunden von Kathmandu in östlicher Richtung entfernt. Umgeben von sanften Hügeln, vielen Terrassenfeldern und mit einem fantastischen Blick auf die Himalaya Kette ist es pure Natur und ein besonderer Ort der Stille.

Sehenswert ist das relativ neu erbaute buddhistische Kloster Thrangu Tashi Yangtse Monastery. Wer durch die Klosteranlage wandert erreicht einen Hügel mit unzähligen Gebetsfahnen und bestem Ausblick auf den Himalaya und die umliegende Landschaft.

Der Besuch des Puja (Gottesdienst) zwischen 15 – 16 Uhr am Nachmittag gewähren uns ein tiefes Eintauchen in den tibetischen Buddhismus. Die verschiedenen Klänge der Trompeten, das rhythmische Schlagen der großen Trommel kombiniert mit den Mantras, einem gleichmäßigen Singsang der Mönche, bringen uns Besucher in einen eigenartigen Ruhe-Zustand.

Kloster in Namo Buddha

Wir können im angeschlossenen und neu erbauten Gästehaus des Klosters übernachten.

Die Anlage hat insgesamt 12 Häuser in verschiedenen Größen, erbaut im newarischen Stil. Die liebevolle Einrichtung und die Terrassen vor jedem Haus garantieren Wohlfühlen pur.

Am Abend dürfen wir gemeinsam mit den Mönchen das einfache Essen einnehmen. Nach dem Gebet gibt es nur eine bestimmte Zeitspanne, in der gegessen wird. Danach wird kompromisslos abgeräumt.

Noch nicht bettreif spazieren wir alle zu einer Minikneipe, deren es in Nepal unzählige gibt, und feiern lustig bis 20.30 Uhr. Um 21 Uhr müssen wir im Kloster sein. Da werden die Eingänge geschlossen.

Der Mount Everest

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