Dietmar und Geli Unterwegs

06.06.2026 Expedition zu den Liparischen Inseln und zum Stromboli

Nachdem wir gestern unsere Tickets für die Schiffsreise zu den Liparischen Inseln gekauft haben, stehen wir heute 9 Uhr am Hafen von Tropea und warten auf unsere Jacht des Unternehmens COMERCI.

Ein Blick zurück nach Tropea

Die Reise wird zu drei der sieben Inseln gehen. Wir werden auf Lipari, Panarea und Stromboli an Land gehen und zum Schluss dem Stromboli umrunden. 

Die Liparischen Inseln liegt im Tyrrhenischen Meer nördlich von Sizilien. Sie werden auch Äolischen Inseln genannt oder Isole Eolie. Auf den sieben bewohnte Inseln gibt es etwa 13.768 Einwohnern, die zur italienischen Region Sizilien gehören.

Die Inseln sind alle vulkanischen Ursprungs und wurden 2000 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt mit der Begründung, „dass die vulkanischen Landschaften der Inseln klassische Gegenstände der fortdauernden Untersuchung der Vulkanologie  weltweit darstellen“. 

„Sie bieten weiter ein reiches Feld für vulkanologische Untersuchungen fortdauernder geologischer Prozesse bei der Bildung von Landschaften.“

Deshalb ist auch der kommerzielle Abbau von Bimsstein seither verboten. 

Das Schiff steuert zuerst die Insel Lipari an.

Blick zum Ätna

Vom Meer aus können wir den noch zum Teil mit Schnee bedeckten 3403 m hohen Ätna auf Sizilien erkennen. Von hier wird seine gewaltige Höhe sichtbar. 

Die Vulkane in Italien verdanken ihre Existenz der Kollision der afrikanischen und europäischen Kontinentalplatte, so auch alle Liparischen Inseln und einzelnen Felsen. 

Bevor wir auf Lipari an Land gehen, umrunden wir die Insel Vulkano. 

Vom Namen der Insel ist das heutige Wort für Vulkan abgeleitet. In der römischen Mythologie galt die Insel als Schmiede des Vulcanus, des römischen Gottes des Feuers. Sie war in der Antike bekannter als der Strimboli, weil die Vulkane damals viel aktiver als heute waren. Trotzdem stellen sie heute wieder eine akute Bedrohung dar.

Bei der Umrundung sehen wir die Kraterreste der letzten Ausbrüche. 

Dann steuern wir Lipari mit 11.000 Einwohner an . 

Sie ist die größte der Liparischen Inseln und ein fantastischer Mix aus malerischen Gassen, wilden Küsten und sizilianischem Flair. 

Wir schlendern durch die Gassen, kaufen einen Brocken Schwefel, Obsidian und andere inseltypische Kleinigkeiten. 

Obsidian ist ein vulkanisches Glas, ein natürliches Glas, das durch die rasche Abkühlung von Silikatschmelzen, wie beispielsweise Magma, bei Vulkanausbrüchen entsteht . 

Bereits vor etwa 60 Millionen Jahren hat sich auf der der Erde Naturglas = Obsidian aus Sand, Soda und Kalk bei Vulkanausbrüchen oder Meteoriteneinschlägen gebildet.

Das „Vulkanglas“ diente in der Stein- und Bronzezeit als wichtiges Rohmaterial für die Herstellung von Werkzeugen, Waffen und Schmuck.  

Weiter fahren wir zur Insel Panarea mit 280 Einwohnern. 

Die ganze Insel ist unheimlich idyllisch. Sie ist die kleinste und schickste Insel der Äolischen Inseln und liegt nicht weit von Lipari entfernt.

Panarea  ist ein Ort der Prominente, Modebewusste und Italiens wohlhabende Jugend anzieht durch den perfekten Glanz, den diese Orte ausstrahlen.  

Die Landschaft ist prächtig, die süße Ortschaft  mit hübschen engen, steilen Sträßchen  und ihren weißgetünchten Gebäuden mit blauen Fenstern und Türen gesäumt sind von bunten Blumen eingerahmt, wie es oft in Griechenland zu finden ist!

Es gibt hier einen der wenigen Sandstrände der Äolischen Inseln und einen Hafen voll mit Luxusyachten.

In einem hübschen Café genießen wir Aperol Spritz und eine kleine Leckerei. 

Dann ruft schon wieder der Kapitän zu Weiterfahrt. 

Es geht nach Stromboli (ca. 500 Ew.), zu der Insel, die den aktivsten Vulkane der Welt beherbergt. Der Stromboli ist berühmt für seine fast ununterbrochene vulkanische Aktivität, die seit mindestens 2.000 Jahren anhält. Diese konstante Aktivität hat ihm den Spitznamen Leuchtturm des Mittelmeers eingebracht.

Er ist bekannt für seine spektakulären Ausbrüche, bei denen in regelmäßigen Abständen (zwischen 10 und 20 Minuten )  glühende Lavafontänen aus den Gipfelkratern geschleudert werden. Diese Ausbrüche sind relativ mild und bieten ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Zuerst aber schlendern wir durch den Ort am schwarzen, aus Vulkangestein gebildeten Badestrand vorbei.

In einem Pizzarestaurant haben wir einen herrlichen Blick aufs Meer, wo unser Schiff ankert und auf den Vulkangipfel, wo sich in Abständen eine dunkle Qualmwolke zeigt. 

Wenn wir hier so sitzen und die Natur bewundern, fragen wir uns, woher nehmen die Menschen das Trinkwasser? 

„Die Süßwasserversorgung der Liparischen Inseln erfolgt hauptsächlich über Tankschiffe, die das Wasser vom italienischen Festland liefern. Aufgrund der vulkanischen Beschaffenheit sind natürliche Quellen extrem rar. 

Die Versorgung stützt sich auf folgende Säulen:

Tankschiffe: Die meisten Inseln  werden mehrmals wöchentlich von großen Tankschiffen versorgt. Das Wasser wird in große unterirdische Zisternen auf den Inseln gepumpt. 

Meerwasserentsalzung: Auf der Hauptinsel Lipari existiert eine Entsalzungsanlage. 

Natürliche Quellen: Eine Ausnahme bildet Salina. Als einzige der Inseln verfügt sie über natürliche Süßwasserquellen, was zu einer üppigen Vegetation und Landwirtschaft (z.B. Weinbau) führt. 

Das System ist stark wetterabhängig. Bei starkem Sturm oder hohem Wellengang können die Tankschiffe nicht anlegen.“

Nun wissen wir auch das und können wieder aufs Schiff gehen zum letzten Teil unserer Reise, die Umrundung des Stromboli mit der Hoffnung auf ein paar spektakuläre Eruptionen. 

Zuerst bewundern wir den Sonnenuntergang und dann staunen wir alle über einige Rauchwolken, ein kleines Lavaströmchen und einige kleine Feuerfontänen.