Dietmar und Geli Unterwegs

20.und 21.06.2026 Jajce – eine geschichtsträchtige Stadt

Von Sarajevo aus fahren wir nördlich immer durch das wunderbar bewaldete Dinarische Gebirge bis Jajce.

Hier empfängt  uns ein ohrenbetäubender Lärm von 140 Motorrädern, die  knatternd durch die Stadt mit Polizeibegleitung toben. An diesem Wochenenden ist das 18. traditionelle Bikertreffen in Jajce. 


Wir finden am Fluss Pliva direkt unterhalb des großen BINGO- Einkaufszentrums auf einem neu angelegten Stellplatz 
„Jajce Youth – Camp and Accommodation“
eine Übernachtungsmöglichkeit, die zentrumnah ist und alles hat, was ein Camper braucht. Leider sind die gepflanzten Bäume noch sehr klein und spenden bei über 30 Grad keinen Schatten. Den gibt uns nur unser Auto, das Gute, und eine überdachte Sitzstelle. 

Am späten Nachmittag schlendern wir durch den Flusspark zum berühmten Wasserfall von Jajce.

Wir kommen an der linken Seite des Wasserfalls nur bis zu der Absturzstelle des Wassers, bekommen aber eine Vorstellung von der Wucht des Falls. 

Dann steigen wir über steile Treppen in die Altstadt. 
Jajce liegt etwa 70 km südlich von Banja Luka mitten in Bosnien Herzegowina.  

Die bewegte Geschichte von Jajce lässt sich in mehrere prägende Epochen unterteilen:
In der Antike war die Region bereits von den Römern besiedelt, wovon unterirdische Tempel aus dem 4. Jahrhundert zeugen.
Seine Blütezeit erlebte es Ende des 14. Jahrhunderts, als Jajce zur Hauptstadt des unabhängigen Königreichs Bosnien wurde. Hier wurde 1461 der letzte bosnische König gekrönt. 
Nach mehreren Belagerungen fiel die Stadt 1528 an das Osmanische Reich und sie verlor  ihren Status als Hauptstadt an Travnik.

Danach blieben zahlreiche Moscheen und orientalische Einflüsse erhalten. 

Ende des 19. Jahrhunderts prägten die Habsburger das Stadtbild mit Gebäuden im mitteleuropäischen Stil, während sie gleichzeitig begannen, das touristische Potenzial der Wasserfälle zu nutzen. 
Während des Zweiten Weltkrieges im November 1943 fand hier die historische zweite Sitzung des Antifaschistischen Rates der Nationalen Befreiung Jugoslawiens statt. Dort wurde der Grundstein für das sozialistische Jugoslawien gelegt. Im Bosnienkrieg (1992–1995) wurde die historische Altstadt schwer beschädigt und die Bevölkerung floh.

Heute ist Jajce vollständig restauriert, ein lebendiges Freilichtmuseum und ein Kandidat für die Aufnahme als UNESCO-Welterbe. 

Wir bummelten durch die belebte Altstadt und merkten etwas von der osmanischen Kultur, indem wir in einem muslimischen Restaurant Platz nahmen und kein Bier und kein Schweinefleisch bekamen, dafür Sultancola, Hühnchenfleisch und Shrimpse. Alles sehr lecker und halal zubereitet. 

Am Abend wird der Wasserfall angestrahlt

Am Sonntag ist Sommersonnenwende und es ist wieder wolkenlos und sehr heiß in Jajce, 32 Grad und wir wollen wieder zum Wasserfall.

Dazu gehen wir erst einmal über die schöne Blumenbrücke vor dem Altstadttor von Jajce an der linken Seite des Pliva-Wasserfalls hinunter auf die Aussichtsplattform.

Von hier sieht man in einem Schwall von Wasserstaub stehend den Fluss 17 m in die Tiefe fallen. Während das Wasser über den Pliva-Wasserfall herabstürzt, trifft hier die Pliva mit dem Fluss Vrbas zusammen und beide fließen weiter durch den Vrbas-Canyon nach Banja Luca, wo wir auch noch hin wollen.