18.und 19.06.2026 Sarajevo
Wir verlassen den Greenpark an der Neretva mit ein bisschen Wehmut. Es hat uns hier wirklich gefallen. Ab hier beginnt die Heimreise an der Neretva entlang nach Nordosten.


Der Fluss schlängelt sich durch die Berge, die Landschaft ist wunderschön. Am Strassenrand bieten Gemüsehändler immer wieder ihre Ware an. Und häufig laden Grillrestaurants zum Essen ein. Es ist alles sehr verlockend.


In Konjic verlassen wir die Neretva oder sie uns. Unser Weg führt uns weiter nach Sarajevo, die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina. Sie liegt inmitten des Dinarischen Gebirges am Fluss Miljacka in einem tiefen Talkessel.
Das Dinarische Gebirge erstreckt sich über etwa 700 Kilometer entlang der östlichen Adriaküste über sieben Länder von Slowenien über Bosnien und Herzegowina bis Albanien.
Seinen Namen hat das Gebirge vom Berg Dinara (1.831 m), der direkt auf der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien und Herzegowina liegt.




Wir finden einen winzigen Campingplatz, weit oben in den Bergen nahe der ehemaligen olympischen Bobbahn mit einem herrlichen Blick über die Stadt.


Vor allem abends, wenn die Lichter in der Stadt angehen, entsteht ein wunderbares Schauspiel. Und heute kommen rundherum noch die Hoffnungsschreie der bosnischen Fussballfans dazu. Am Ende leider vergebens, 1:3 gegen die Schweiz verloren.

Die Luft in der Nacht, hier in 900 m Höhe, wird angenehm kühl, selbst bei Tagestemperaturen über 30 Grad.
Am Freitag fährt uns der Platzbesitzer mit seinem Auto nach unten in die Nähe der Altstadt von Sarajevo auf einer engen Straße mit 20% Gefälle, abenteuerlich. Aber hier kommen sogar schwer beladene LKW hoch, unvorstellbar für uns.

Unten in der Altstadt tauchen wir nach wenigen Metern in eine andere Welt ein, in die historische Altstadt (Baščaršija), in die osmanische Welt.


Wir besuchen den osmanischen Basar aus dem 15. Jahrhundert und schlendern zu dem historischen

Brunnen Sebilj, um den herum hunderte fette Tauben kräftig gefüttert werden.



Alte Männer verkaufen dosenweise Körner.

Der Sebilj steht inmitten der Baščaršija, der Altstadt. Er war früher eine gemeinnützige Institution, von dem Wasser kostenlos an die Reisenden verteilte. Er wurde 1891 errichtet. Der 1754 erbaute Sebilj brannte im Jahre 1852 völlig nieder und lag ein Stück weiter entfernt vom heutigen.


Sarajevo ist ein lebendiges kulturelles Zentrum, in dem osmanische, österreichisch-ungarische und moderne europäische Einflüsse aufeinandertreffen.





Wir besuchen die Gazi-Husrev-Bey-Moschee und für ein städtisch-muslimisches Leben wichtigen Einrichtungen, einen Bezistan, eine orientalische Markthalle.

Der Gazi-Husrev-beg-Bezistan wurde im Jahr 1555 fertiggestellt und fungiert bis heute als traditionelle Markthalle. Neben der Markthalle gab es früher mehrere Gasthöfe oder Karavansereien, die Menschen und Tieren Übernachtungen sicherstellten.

Heute sind davon nur noch die Grundmauern davon zu sehen.


Wenige Straßen weiter sind wir wieder in der Jetztzeit und lassen uns nach einem Aperol Spritz mit einer Taxe auf unseren Höhenaussichtspunkt bringen.

In unseren Gedanken sind wir immer wieder bei der Belagerung von Sarajevo. Diese dauerte 1.425 Tage. Sie begann am 5. April 1992 und endete am 29. Februar 1996. Nach 30 Jahren ist zum Glück kaum noch etwas davon zu sehen.

