Dietmar und Geli Unterwegs

16.-17. Juni 2026 In der Klosterkirche des Manastir Zitomislic

Der Tag begann erst wolkig, wurde dann schwül heiß und drohte dann mit einem Gewitter. Es grummelte schon in der Ferne, aber dann lösten sich die dunklen Wolkentürme wieder auf. 

Ich beschloss, zum Kloster zu gehen.  Auf der Straße erreichten mich noch drei Tropfen Regen. 

In den Gärten auf dem Weg zum Kloster stehen die Granatapfelbäume in voller Blüte und die Früchte beginnen sich schon zu entwickeln und werden manchmal auch Paradiesapfel genannt. Das passt auf dem Weg zum Kloster.

Das Kloster Žitomislići ist ein serbisch-orthodoxes Kloster. Das Dorf nördlich des Klosters trägt den gleichen Namen. Die Geschichte des Klosters ist sehr bewegt. 

Die Gründung des Klosters erfolgte während der osmanischen  Herrschaftsperiode im Jahr 1566, an einer Stelle, an der sich Ruinen einer älteren Klosteranlage befanden. Seither nahm das Kloster eine wachsende religiöse Bedeutung für die Serben im unteren Neretvatal an.

Im Jahr 1609 entstanden die Wandgemälde innerhalb der Klosterkirche.

Die Ikonostase wurde 1710 geschaffen. 

Im Zweiten Weltkrieg, im Spätsommer 1941 umstellten Truppen der Ustascha das Kloster und plünderten es. Am 21. Juni 1941 verübten Angehörige der Ustascha am Westufer der Neretva gegenüber Žitomislići gelegen, ein Massaker an serbischen Zivilisten und Mönchen des Klosters. 

In den Nachkriegsjahren kam es wiederholt zu Racheakten an Familien, deren Angehörige an diesem Massaker beteiligt gewesen waren.

Die Region kam unter Tito einigermaßen zur Ruhe. Nach Titos Tod und der Auflösung Jugoslawiens begannen die Unruhen zwischen den Volksgruppen. 

Wenige Monate nach Ausbruch des Bosnienkrieges, in den letzten Juni- und den ersten Julitagen 1992, wurde das vorwiegend von Serben bewohnte Dorf Zitomislice durch bosnisch-kroatische Streitkräfte zerstört und die Bevölkerung vertrieben. Anfang Juli 1992 wurde das Kloster durch Truppen des Kroatischen Verteidigungsrates mit Hilfe von Bulldozern zerstört und mehrere Mönche wurden ermordet.

Auf das Dorf gingen im Verlauf der Kämpfe im Frühsommer 1992 mehr als 1200 Granaten nieder; etwa 400 serbische Überlebende flüchteten. 

Im Jahr 1993 wurden die Ruinen des Klosters mit gesprengt und das Gelände sowie die Zufahrtsstraße vermietet. Das Klostergrundstück blieb noch mehrere Jahre nach dem Friedensschluss im Jahr 1995 unzugängliches Sperrgebiet. 

Erst am 8. April 2002, nach Beseitigung der Minen und fast zehn Jahre nach der Zerstörung des Klosters, konnte mit dem Wiederaufbau der Gebäude begonnen werden. An der Wiedereinweihungsfeier im Mai 2005 nahm das Staatspräsidium teil. Die Vertriebenen Bewohner des angrenzenden Dorfes konnten nach Kriegsende zurückkehren.

Heute ist das Kloster wieder ein beliebtes Touristenziel und es ist eines der bedeutendsten serbisch-orthodoxen Klöster in Bosnien und Herzegowina. In dem Kloster leben noch drei Mönche. 

Ich bewundere die Gemälde in der kleinen Kirche und kaufe dann Olivenöl und Mandarinenmarmelade aus dem Klostergarten. 

Am Mittwoch verbringen wir den ganzen Tag auf dem Camp, es ist so furchtbar heiß. Wir kühlen Füße und Gemüt in der kalten Neretva. 15 Grad zeigt das Thermometer am Rand an der Oberfläche an.

Abends schauen wir nach den Kaulquappen und essen wieder etwas Leckeres in der Waldgaststätte.

Es ist so traumhaft hier – wir sitzen unter Bäumen neben uns fließt zügig der Fluß einher. Es ist alles so romantisch und friedlich hier. Mit den jungen und überaus freundlichen Kellnern scherzen wir und versuchen uns mit verschiedenen Sprachfetzen zu verständigen. 

__________________________ Reiseroute durch Italien 2026Reiseroute wird ständig aktualisiert. HIER KLICKEN um in die Karte zu zoomen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.