15.06.2026 Mit dem Bus nach Mostar
Mostar ist für uns eine Stadt, deren Namen wir erst durch die Kriegsereignisse im ehemaligen Jugoslawien in den 90iger Jahren kennen gelernt haben.




Die Stadt malerisch im Tal der Neretva gelegen, ist mit etwas über 100.000 Einwohnern die fünftgrösste Stadt in Bosnien-Herzegowina und historisch die ehemalige Hauptstadt Herzegowinas. Sie ist das historische Herz der Herzegowina und ein faszinierendes Sinnbild für das Zusammenleben von Bosniaken, Kroaten und Serben.



Die Stadt verbindet osmanisch-islamische und europäisch-christliche Einflüsse, bleibt jedoch stark von den tiefen Narben der jüngeren Geschichte geprägt.
Die kulturelle und ethnische Identität der Stadt lässt sich in mehreren Punkten zusammenfassen:
Die Bevölkerung setzt sich heute maßgeblich aus Kroaten (ca. 48 %) und Bosniaken (ca. 44 %) zusammen, ergänzt durch eine serbische Minderheit (ca. 4 %).
Mostar ist ein Historischer Schmelztiegel. Über 400 Jahre osmanische Herrschaft haben das Stadtbild mit osmanischer Architektur, monumentalen Moscheen und Basaren geprägt.
Das Symbol, die Brücke: Die berühmte Stari Most (Alte Brücke) – ist das Herzstück der Stadt. Sie verbindet bis heute den kroatisch dominierten Westen mit dem mehrheitlich muslimisch/bosniakischen Osten.

Während Mostar im Bosnienkrieg (1992–1995) Schauplatz schwerer Zerstörungen und tiefer ethnischer Trennungen war, gilt die restaurierte Brücke heute wieder als starkes Symbol der Versöhnung.
Sie wurde von 1556 bis 1566 von einem osmanischen Architekten erbaut. Der Stadtname kommt von den Brückenwächtern (bosnisch, serbisch, kroatisch: Mostar = Brückenwächter). Die „Alte Brücke“ wurde im Bosnienkrieg am 9. November 1993 durch massiven Beschuss von kroatischer Seite zerstört.


Die Rekonstruktionsarbeiten begannen 1996 und wurden 2004 abgeschlossen. Die Brücke und ein umgebender Teil der Altstadt wurden am 15. Juli 2005 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen.



Heute sind die Altstadt und die Stari most ein Touristenhotspot.

Die Wege und die berühmte Alte Brücke sind vollständig mit Natursteinblöcken gepflastert. Für das Pflaster der Brücke sowie für das gesamte Bauwerk wurde der seltene, hellgelbe Kalkstein Tenelija verwendet. Dieser poröse, aber sehr widerstandsfähige Stein stammt aus einem Steinbruch, der sich etwa fünf Kilometer südlich von Mostar befindet. Die charakteristischen Pflastersteine auf der Brücke sind im Laufe der Jahrhunderte durch die vielen Fußgänger zu einer rutschigen Oberfläche glattgeschliffen worden, was das Laufen darauf spannend macht.

Am ersten Haus auf der Brücke entdecken wir ein Metallschild mit einem Schriftzug in einer südslawischen Sprache (Bosnisch/Kroatisch). Auf der Tafel steht: „Klub skakača u vodu“ – „Klub der Wasserspringer“ oder „Klippenspringer-/Turmspringerclub“.
Die „Mostari“ – „die Leute aus Mostar“
Der Handabdruck links ist vermutlich ein Symbol des Vereins.
Seit Jahrhunderten springen junge Männer von dieser Brücke etwa 20 –24 Meter tief in die kalte Neretva.
Das ist eine Art Mutprobe – die jungen Männer müssen eine bestimmte Höhe springen, um ihre Tapferkeit zu beweisen, und es gilt als große Ehre in der Stadt. Es ist also eine Mischung aus kultureller Tradition, Mut und natürlich auch ein bisschen Stolz für die Stadt.


Wir sehen einen Sprungturm direkt am Ufer der Neretva. Eine Person befindet sich gerade im Sprung, und unten scheint sogar ein Sicherungs- oder Begleitboot bereitzuliegen.
Dieser Turm bietet eine Trainingsmöglichkeit für Springer.
Touristen können die Springer beobachten und weniger erfahrene Springer können von geringerer Höhe springen.
Allerdings wird auch heute noch von der rekonstruierten Brücke Stari Most gesprungen. Die Tradition wurde nach dem Wiederaufbau der Brücke fortgesetzt. Jedes Jahr findet dort sogar ein offizieller Sprungwettbewerb statt, bei dem erfahrene Springer von der Brücke in den kalten Fluss springen.

Die Höhe der Brücke beträgt etwa 24 Meter über dem Wasser. Der Turm wirkt dagegen deutlich niedriger, vielleicht im Bereich von 10 bis 15 Metern.


Wir können alles nur bedingt genießen, denn die Hitze ist in den engen Gassen groß. Da helfen auch die leckeren Eiskugeln nur kurzzeitig.

Wir beschließen, nicht bis zum Bustermin zu warten, sondern mit der Taxe zurück zu fahren zu unserem kühlen Campingplatz an der Neretva.

Hier gibt es im grünen Garten bei den Kaulquappen wieder leckeres Essen.
Bei 21 Grad sitzen wir bis Mitternacht am Fluss.