Dietmar und Geli Unterwegs

07.und 08.06.2026 Die Wallfahrtskirche Santa Maria dell Isola in Tropea und die Fahrt nach Diamante

Tropea hat eine über 2000jährige wechselvolle Geschichte. Die Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg führte dazu, dass die Stadt durch Auswanderung nach Amerika und Norditalien fast entvölkerte wurde. Erst in den 60. Jahren begann durch den Tourismus wieder ein deutlicher Aufstieg. Dazu kam der Anbau der berühmten roten Zwiebeln. 


Das Schicksal der Wallfahrtskirche auf der ehemaligen Isola ist eng mit der Geschichte der Stadt verknüpft.

Über Jahrhunderte diente sie als Ort der Zuflucht, der Quarantäne und der spirituellen Besinnung der Mönche, die auch als Einsiedler hier lebten. Der heute schön angelegte Garten war früher ein Nutzgarten.  Die Blicke aus dem Garten über das Meer bis zum Stromboli sind traumhaft. 

Die frühere Ruhe des Ortes ist heute abgelöst von lautem Badebetrieb um den Felsen. Nur in der Stille der Kirche findet man noch Besinnung. 
Vom Kirchenfelsen aus blickt man auch auf die direkt am Felsabgrund gebauten gegenüber liegenden Häuser der Stadt. Eine gewagte Konstruktion. 
Am Vormittag bekamen wir auf unserem Camp Besuch von unseren neuen Schweizer Bekannten, die wir auf der gestrigen Schiffstour kennen gelernt hatten. Für den Abend verabredeten wir uns dann auf ihrem Campingplatz. Es wurde ein langer, gesprächsreicher Abend. 

Am Montag trennten wir uns von Tropea und unseren neuen Schweizer Freunden.

Wir steuerten beide die weiter nördlich gelegene Stadt Diamante an, die auch am  Tyrrhenischen Meer gelegen ist.

Unsere Schweizer waren eher da und hielten schon Platz für uns. 

Trotz sehr schwarzem Wolkenspiel machten wir uns gleich auf in die Stadt mit Ihren verwinkelten Gassen und ganz vielen Fassendenbildern. 


Doch zuerst begegnete uns eine eigenartige Figur der sogenannten „Chili-Königs“, eine Art Maskottchen des Peperoncino-Festivals. Das Festival findet seit 1992 jährlich in Diamante statt und feiert die Chilischote, die in der Region Kalabrien eine enorme Bedeutung hat. Ursprünglich war es eine kleine lokale Feier, die inzwischen riesige Dimensionen erreicht hat und tausende Besucher anzieht.

Nun sehen wir immer mehr farbenfrohe Murales, also Wandgemälde, die über die ganze Altstadt verteilt sind. Diese Murales wurden im Rahmen wiederkehrender Festivals von verschiedenen Künstlern geschaffen und erzählen zum Teil Geschichten über die Traditionen der Region. 
Die Murales in Diamante sind wirklich etwas Besonderes. Sie machen die Altstadt zu einer regelrechten Freiluftgalerie. Seit den 1980er-Jahren haben hier viele Künstler aus ganz Italien und auch international ihre Werke hinterlassen. Jedes Jahr kommen neue Murales dazu, oft mit Motiven, die die Kultur, die Geschichte oder auch aktuelle Themen aufgreifen. Besonders bekannt ist das Murales von Domenico Giordano, das als erstes die kalabrische Tradition der Chilizucht thematisiert hat. Es gibt auch Murales, die berühmte Persönlichkeiten oder historische Szenen darstellen.

Bei unserem Spaziergang durch die Gassen entdecken wir immer neue Details! 

Die schwarzen Wolken behalten ihr Wasser und wir kommen trockenen Fusses zurück zu unserem Camp. 
Den Abend lassen wir ausklingen mit langen Gesprächen über alle Dinge des Lebens. Schön, dass wir uns kennengelernt haben.