26.- 27.05. 2026 Immer an der Küste des Ionischen Meeres entlang.
Von dem kleinen Camp Caravan Sud in Siderno fahren wir immer an der ionischen Küste entlang und genießen die Blicke.

Wir finden zwischen Spopoli und Palizza einen Camp. für uns, den „Campeggio Doccica“ in Gruda.

Hier finden wir Platz unter Tüchern. Das bringt genug Schatten, um die heutige Hitze, 33 Grad, gut zu ertragen.








Unterhalb der Eisenbahnstrecke ist eine Bungalowanlage errichtet. Dort setzen wir uns abends auf eine Terasse, die Häuschen sind zur Zeit unbewohnt, und genießen den einbrechenden Abend und den Blick über das Meer, das so still und spiegelblank ist. Der leuchtende Mond wirft Millionen silberne Kristalle über das Wasser. Ich döse vor mich hin und könnte die ganze Nacht hier sitzen in dieser windstillen Nacht. Als wir durch den Eisenbahntunnel zurückgehen, faucht uns plötzlich ein kalter Wind an, wir sind wieder munter und die Illusionen verschwinden.


Am nächsten Tag verlassen wir wie immer als Letzte das Camp, biegen in Melito di Porto Salvo zu einem Lidl ab. Als wir den Laden verlassen, schlägt uns glühende Hitze entgegen, der Hochsommer hier im Süden ist da. Von hier wollen wir jetzt zu dem verlassenen Dorf Pendedattilo in die Berge fahren.

Fast schreckt uns ein Flächenbrand an den Grashängen von diesem Vorhaben ab. Da aber niemand auf dieses sichtbare Feuer reagiert, vermute wir, dass es gewollt ist. Die Landwirte legen teilweise Brände, um vertrocknetes Gras zu entfernen und Platz für frisches Grünfutter für ihr Vieh zu schaffen.


Also fahren wir weiter und landen auf einer neu gepflasterten Parkfläche unterhalb des Dorfes Pentedattilo.
Die alte Siedlung war bis 1811 eine selbstständige Gemeinde.
Pentedattilo liegt etwa 19 km südöstlich von Reggio Calabria in 250 m Höhe am südwestlichen Rand des Aspromonte. Aus dem Ort ist das Ionische Meer, die Insel Sizilien mit dem nahe ihrer Ostküste gelegene Vulkan Ätna zu sehen.


Der Ort verdankt seinen Namen „Fünf Finger) dem Berg Monte Calvario, der einer riesigen Hand mit fünf Fingern ähnelt und unter dessen Gipfel Pentedattilo errichtet wurde. Die
Im Jahr 1783 wurde Pentedattilo durch ein Erdbeben schwer beschädigt, was die Abwanderung eines Großteils der Bevölkerung in den nahe gelegenen Küstenort Melito di Porto Salvo auslöste.


Im Laufe der Zeit kehrten jedoch viele nach Pentedattilo zurück und machte ihren Heimatort wieder bewohnbar. Wegen drohender Erdrutsche wurde der alte Ort jedoch in den 1960er Jahren vollständig evakuiert und die Bewohner in das etwa 600 Meter Luftlinie südwestlich der alten Ortschaft gelegene und neugegründete Pentedattio Nuova umgesiedelt. In den folgenden Jahren wurde das verlassene Pentedattilo gelegentlich noch von den ehemaligen Bewohnern als Sommersitz genutzt.


Da im Zentrum von Pentedattilo Nuova keine neue Kirche gebaut wurde, haben die Bewohner auch nach ihrer Umsiedlung ihre Kirche im alten Ort weiterhin genutzt und instand gehalten.
Freiwillige aus ganz Europa haben das alte Pentedattilo in den 1980er Jahren nach und nach in Teilen restauriert und zumindest zeitweise besiedelt. 1983 zog die frühere Briefträgerin ganzjährig und dauerhaft in den einst verlassenen Ort und fand 2018 einen weiteren ganzjährigen Mitbewohner. Außer den beiden lebt dort nur in den Sommermonaten noch eine Frau, die Kunsthandwerk an Besucher verkauft. 2024 wurden neben einigen Nutztieren „zehn Katzen, ein Hund, drei Menschen gezählt. Auch elektrischer Strom und Wasser sind im alten Pentedattilo wieder verfügbar.

Ich steige in das Dorf hinauf, besuche die kleine Kirche, deren Glocke pünktlich zu jeder Stunde läutet, finde einen kleinen Souvenirladen und nehme einige Erinnerungen mit und kehre noch in einen kleinen Weinladen ein. Es ist noch Leben hier.

Der Blick aufs Meer ist wunderschön, eigentlich auch ein Ort zum Verweilen.

Doch wir fahren weiter um die Stiefelspitze herum. Das Ionische Meer verlässt uns, wir sehen Sizilien auf der anderen Seite der Strassse von Messina. In Reggio C. endet die ss 106, auf der wir jetzt so viele Tage gefahren sind. Die Hinweisschilder zeigen jetzt wieder nach Neapel. Die Straße geht jetzt als A 2 weiter und am Meer als ss 18.
Auf Siziliens Seite erstreckt sich Messina am Ufer entlang. Hier sollte einmal eine Brücke zwischen Insel und Festland gebaut werden. So ist der Stand:
„Italien genehmigt Megabrücke nach Sizilien
Jahrzehntelang ist über den Bau einer Brücke zwischen der Mittelmeer-Insel Sizilien und der Region Kalabrien auf dem italienischen Festland debattiert worden. Die umstrittene Brücke wurde von einem interministeriellen Ausschuss unter dem Vorsitz von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni genehmigt. Das Bauwerk wäre mit einer Spannweite von mehr als drei Kilometern die längste Hängebrücke der Welt.“
- August 2025
„Künftig sollen sowohl Autos als auch Züge über die Brücke zwischen Festland und Sizilien verkehren. Sie soll zwischen zwei 400 Meter hohe Türme gespannt werden und 3.300 Meter lang sein. Vorbereitungsarbeiten für das mindestens 13,5 Mrd. Euro teure Projekt sollen starten, bei einem Baustart 2026 ist eine Fertigstellung bis 2032 vorgesehen.“

Beim Ort Paci führt ein Weg in die Berge zu einem Stellplatz namens Grotta.

Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick jetzt auf das Thyrrenische Meer,


Messina, die untergehende Sonne und Scilla, eine kleine Stadt unterhalb des Stellplatzes in einer Bucht.


Mit einem Shuttleservice fahren wir in die Stadt,




genießen den Sonnenuntergang und finden natürlich eine Pizzeria, typisch italienische und ohne Touristen.

Wir fühlen uns wohl und ich schäkere mit einem süßen Baby vom Nebentisch wo eine große italienische Familie sehr aufgeschlossen zu Abend isst !
