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24.- 25.O5. 2026 Vom Camping Kokus nach Gerace
Am Pfingstsonntag widmen wir uns ausgiebig der Katzenbetreuung, dem Lesen des Reiseführers über Süditalien und einem Spaziergang am Strand.
Hier sehen wir wieder die Spuren des Januarsturmes.
Abends können wir dem Ruf der leckeren Pizza nicht widerstehen.
Am Pfingstmontag brechen wir auf. Jetzt verlassen wir die Küstenstraße ss 106, die wieder einmal als Autobahn ausgebaut ist, und biegen auf eine Bergstraße mit vielen engen Kurven ab. Schon von weitem sehen wir unser Ziel, den Ort
Gerace. Er liegt auf einem Kalksteinhügel nordöstlich von Reggio Calabria an der nordöstlichen Seite des Aspromonte, dem südwestlichsten Ausläufer des Apennin. Der Aspromonte („Rauer Berg“) ist ein Bergmassiv in Südkalabrien. Eng umschlossen vom Tyrrhenischen und vom Ionischen Meer bedeckt der Gebirgszug das Zentrum der südlichen Spitze des italienischen Stiefels. Der Aspromonte mit seinen teilweise bizarren Felsgebilden ist auch das Fundament für den Ort Gerace. Die Gründung des Ortes ist unbekannt. Gerace ist seit der Normannenzeit im 11. Jahrhundert ein bedeutendes militärisches, administratives und religiöses Zentrum und Sitz des Fürstentums Gerace.
Wir fahren mit einem kleinen Stadtbus nach oben ins Zentrum der Stadt über eine gewagte Straßenkonstruktion aussen angebaut an die Felsmauern. Überall haben wir entweder den Blick aufs Meer oder das Gebirge.
Das bedrohlich aufsteigende Gewitter fällt plötzlich zusammen und die Sonne gewinnt wieder die Herrschaft.
Bevor wir die Kathedrale besuchen, belagern wir erst eine Gellateria. Zu dem Eis bekommen wir zwei Bergamottemakronen geschenkt. Davon nehmen wir gleich eine Tüte mit.
Gerace ist Bischoffssitz. Deshalb hat die Kirche den Status einer Kathedrale. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde im 13. Jahrhundert renoviert. Die Kathedrale ist 73 m mal 26 m groß und somit die größte Kirche Kalabriens. Sie hat die Form einer Basilika.
Der Innenraum besteht aus drei Schiffen, diese sind durch zehn Säulen getrennt. Die Krypta besitzt byzantinischen Charakter.
Als Basilika werden Königshallen oder Prachtgebäude bezeichnet. Hier
übertrug sich der Begriff auf das nach dem Vorbild der antiken Basiliken gestaltete Kirchengebäude im romanischen Baustiel.
Die 10 tragenden Säulen und die Altäre sind der Schmuck dieses ganz in Weiß gehaltenen Bauwerkes.
Besonders beeindruckend ist die Bestuhlung – durchsichtige Akrylstühle.
Im angeschlossenen Museum sind ein riesiger Gobelinwandteppich und wertvolle Kirchenschätze ausgestellt. Die griechische-orthodoxen Ikonen und Kirchentexte zeigen, dass die Region 500 Jahre unter griechischer Herrschaft stand und noch heute Sprachreste aus dieser Zeit erhalten geblieben sind.
Wir schlendern dann durch die engen, steilen Gassen wieder zum Ausgang der Innenstadt und unser Blick weitet sich zum Meer hin.

Hier und an der Tyrrhenische Küste ist das weltweit einzige Anbaugebiete für Bergamotte.
Die Bergamotte ist eine Kreuzung aus Bitterorange und Zitrone. Im Vergleich zu einer klassischen Zitrone ist ihr Aroma deutlich vielschichtiger, blumiger und weniger sauer, dafür aber kräftiger. Ich kaufe gleich Honig, Marmelade, Öl, Saft alles von und mit Bergamotte. Bin gespannt, wie das alles schmeckt.
Auf einer extrem engen Strasse fahren wir dann wieder hinab zur Küste und finden in Siderno neben einem Hotel direkt zwischen Hauptstraße und Bahngleis einen erstaunlich hübschen Platz – Camping Caravan Sud.
Abends verschwimmen Meer und Himmel. Es gibt keinen Horizont mehr.
Dafür können wir in den Bergen Gerace leuchten sehen.
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