28.-29.O5. 2026 Auf dem Plateau über Scilla und bei den Engeln in Polistena
Da uns ein Luftfederbalg undicht geworden, weggerutscht und noch in sich verdreht ist, warten wir auf einen Werkstattservice, den uns der Chef vom Hotel, der diesen Stellplatz betreibt vorbei schicken wollte.

Bisher vergebens. Auf dem Plateau in der brütenden Mittagshitze wird es langsam spannend.






Mit dem Fernglas beobachten wir die Schiffe, die die Straße von Messina durchfahren, auch Schwertfischfänger mit ihren eigenartigen Booten.
Die Schwertfischerei rund um Scilla in Kalabrien ist eine jahrhundertealte Tradition. Schon der griechische Historiker Polybios beschrieb sie. Die Fischer nutzen dabei hohe Masten auf traditionellen Booten, von denen ein Beobachter den Schwertfisch erspäht. Die Jagd, die von Frühling bis Spätsommer stattfindet, ist von alten Ritualen geprägt, und der gefangene Fisch wird später zu lokalen Spezialitäten verarbeitet.



Bis zum Abend tut sich nichts mit einem Mechaniker,obwohl noch zwei junge Männer von der Platzaufsicht versuchen zu dem Chef vom Hotel, der die Initiative angeregt hat, eine Verbindung herzustellen!
Also schauen wir am Freitag, ob wir selbst eine Werkstatt finden im Großraum Reggio C.
Wir fahren ohne Frühstück los. Ein Novum bei Dietmar.
Die erste Werkstatt ist eine Schrottverwertung – wir können nicht helfen, aber fahren sie dort hin ZU……

Wir können so etwas nicht, aber ich bringe Sie ZU…… und schon fährt er vor uns her!
Ich habe so etwas nicht und keine Kapazität im Moment frei, aber fahren sie ZU: …….
Meine Werkstatt ist viel zu klein, aber fahren Sie ZU:….. der kann ihnen helfen!
Bei der Suche Nr. 6. ZU ….. finden sind wir auf die Autobahn A 2 Richtung Salerno geraten, schneller als wir wollten!

An der ersten Raststätte halten wir an, um uns neu zu orientieren. Da schickt uns der liebe Gott zwei Engel.
Neben uns steht ein Betriebsauto. Zwei junge Männer kommen auf uns zu und strahlen uns an, steigen in ihr Auto und zögern. Dietmar bekommt eine Eingebung, springt aus dem Auto und redet auf die Männer ein. Sie steigen wieder aus, schauen unter unser Auto, verstehen sofort das Problem. Dann geht die Unterhaltung per Translator weiter. Sie sagen, dass sie helfen könnten, geben uns eine Adresse. Wir sollen dort hin kommen, aber möglichst noch vor Mittag und weg sind sie, die Engel.

Wir geben die Adresse ins Navi und fahren los, mitten durch Gärten und Plantagen über winzige Strassen. Lieber Gott, wo führst du uns hin? Hilfst du uns, weil wir in Pompaji beim Papst waren?
Auf einmal das Ortsschild, wo wir hinkommen sollen.

Da eine große Toreinfahrt und eine noch größere Werkstatt und unsere Engel, mit dem uns schon bekannten Servicefahrzeug und ein neuen Luftbalg liegt vor uns! Wo haben sie den her? In Kalabrien geht alles, ist die Antwort.


Ehe wir uns versehen, ist der Wagenheber angesetzt, wir bekommen Espresso und der Seniorchef zeigt uns stolz seinen Betrieb und philosophiert über das Weltgeschehen mit uns, während die Engel arbeiten.


In einer Stunde ist alles erledigt nicht nur provisorisch sondern fachmännisch perfekt.


Pumpen sie den Balg auf war sein Hinweis! Wir können es kaum fassen. Dazu bekommen wir noch Tropeazwiebeln und eine Umarmung zum Abschied, mit dem Preis können wir gut leben!
Nun wird es Zeit, dass die Engeln zum Mittagessen gehen, die Nonna wartet schon mit der Mahlzeit.
Wir sind noch immer sprachlos und müssen uns erst sammeln. Da hilft ein Einkauf bei Lidl.

Dann fahren wir mit unserem wieder perfekten Auto zum Capo Vatikano über extrem

abenteuerliche Wege.


Die Stelle, die uns die Engel empfohlen haben, finden wir nicht. Wir stecken in den engen Gassen hin zum Meer fast fest und entscheiden uns aus diesem engen Wirrwarr und steilen Strassen sofort wieder zu entfliehen!


Also suchen wir in der Nähe des Capo Vaticano eine einfacher anfahrbare Alternative und finden einen Platz bei Trotta im Villaggio Camping La Scogliera direkt am Meer für die nächsten drei Tage.