Dietmar und Geli Unterwegs

15. Juli 2022 Nach Rocca Di Papa – Burg des Papstes

Bevor wir den Campingplatz in San Salvo verlassen, gehen wir noch mal zum Strand und fotografieren das eigenartige Holzgestell, von dem wir jetzt wissen, dass es ein hölzernes Fischfanggerät ist, von denen es viele verschiedene an der Adriaküste östlich der Abruzzen gibt. Sie sind Zeugnis antikter Fischfangtradition.

Zeugnis antiker Fischfangtradition

Dann starten wir hinein in die Abruzzen. Sie sind eine italienische Bergregion östlich von Rom bis an die Adriaküste und Teil der Apenninen. Große Teile der rauen Landschaft werden von Nationalparks und Naturschutzgebieten eingenommen. Typisch sind die Bergdörfer, die aus dem Mittelalter und der Renaissance stammen.

Wir wollen uns Sulmona ansehen. Doch es ist Siestazeit und selbst hier in 900 m Höhe sind 35 Grad. Da fahren wir lieber weiter in unserem Klimamobil und erfreuen uns an der grünen Bergwelt. Plötzlich werden wir aus unseren Betrachtungen gerissen. Auf der Gegendspur der Autobahn läuft ganz am Rande eine Gruppe 30 bis 40 Menschen mit Koffern. Was ist passiert? Und schon sehen wir einen ausgebrannten Bus, an dem noch gelöscht wird. Die Polizei hat weiträumig abgesperrt und schon an der vorherigen Abfahrt wird der Verkehr umgeleitet, damit es bei der Hitze zu keinem kilometerlangen Stau kommt. Es scheinen alle unbeschadet aus dem Bus gekommen zu sein und konnten sogar noch Gepäck retten.

Blick auf Rocca Di Papa

Wir durchqueren den ganzen Stiefel von Ost nach West und sind nach 374 km im Großraum Rom. Im Süden Roms liegen die Albaner Berge, vulkanischen Ursprungs und an einem der Hänge ist der Ort Rocca Di Papa wie ein Schwalbennest angeklebt.

Der Name Rocca di Papa bedeutet so viel wie „Burg des Papstes“ und weist auf die historisch enge Verbindung zum Heiligen Stuhl hin. Der Name leitet sich von Papst Eugenio ll. her. Rocca di Papa liegt oberhalb des Albaner Sees, 25 Kilometer vom Zentrum Roms entfernt. 

Wir fahren durch den Ort und quälen uns im Abendverkehr durch die engen und steilen Straßen und haben immer wieder das bunte „Schwalbennest“ Rocca di Papa in der Abendsonne vor uns. Ein toller Anblick. Wir fragen uns nur, ob durch dieses Häuserwirrwarr Autos fahren können. Zumindest gibt es seitlich am Monte Cavo entlang durch den Wald eine Straße bergauf.

Oben angekommen, sehen wir einen Parkplatz, prima. Das Wort über dem Womo-Zeichen sagt uns nichts. Wir parken und machen uns auf den Weg zu einem Aussichtspunkt und ins „Schwalbennest“

Von ganz oben haben wir einen weiten Blick über die Ebene von Rom, leider total im Abenddunst.

Wir steigen die Gässchen hinab, steil, eng und holprig. Hier kann kein Auto fahren. Uns fällt das Laufen schon schwer auf den glatten, unebenen Steinen.

In der Mitte des Ortes ist ein kleiner Platz mit Blick auf Rom und drei kleinen Restaurants. Hier quert eine mit kleinen Autos befahrbare Straßen den Ort. Abgestellt werden sie in winzigen Ecken der Gässchen.

Unter dem Platz ist das Parkhaus

Am östlichen Ende der Altstadt wurde ein Parkhaus gebaut, von dessen Terrasse wir wieder einen Panoramablick auf Rom haben und im Nordwesten von Rom die Sonne untergehen sehen.

So wie die Sonne verschwunden ist, gehen die Laternen in den Gassen an und geben allem noch ein romantischeres Flair. In dem Gassengewirr fragen wir uns, wie wir wieder nach oben zu unserem Auto finden.

Nachdem wir einem stolzen „Tiger“ auf einer Mauer begegnet sind, kommen uns die ersten Gärten bekannt vor und nach wenigen Biegungen haben wir unseren Ausgangspunkt erreicht.

Einige Häuser in Rocca Di Papa sind hübsch bemalt

Es ist inzwischen dunkel. Auf einem Platz neben unserem Auto spielt ein Discjockey. Es ist ausgelassene Stimmung. Wir setzten uns in die traditionsreiche Pizzeria des Ortes, geführt seit 1970 und essen das Hausgericht. Das abendliche Treiben zu beobachten, ist einfach göttlich. Jeder kennt jeden, jeder schwatzt mit jedem. Geparkt wird kreuz und quer auch halb im Kreisverkehr, vor Mitternacht wird keine Ruhe.

Blick auf den Großraum Rom

Wir gehen noch einmal zu dem Aussichtspunkt und haben jetzt einen phantastischen Blick auf das beleuchtete Rom.

Das Schild an unserem Parkplatzes haben wir inzwischen übersetzt, es heißt „ausser“ und darunter ist das Wohnmobilschild.

Es ist Mitternacht, wir können nicht italienisch. Der Platz ist hell erleuchtet, also machen wir kein Licht an und schlafen schnell ein. Nachts gegen 4.30 Uhr hören wir Stimmen und es klopft jemand. Zuerst denken wir Polizei, dann spähen wir vorsichtig und sehen vier Jugendliche, die sich um unser UFO herum mit Plasteflaschen bewerfen und den Klang unseres Autos testen. Wir bleiben ganz ruhig, sie verlieren die Lust an ihrem Spiel, springen in ihre Autos und weg ist der Spuk.

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