Dietmar und Geli Unterwegs

05. Juni 2016 In den Zarafshon Bergen süd-westlich von Samarkand

Dilshod holt uns wie immer 9.30 Uhr ab. Wir bunkern Wasser und Lebensmittel und fahren in die Berge. Als wir in das erste Dorf kommen, parken ganz viele Autos.

Können wir hier durch? Dilshod geht mit Klaus in einen Hof. Dort könnten wir stehen. Aber ein Polizist telefoniert und wir dürfen weiter nach oben auf einen freien Platz bei einem Gehöft.

Was ist hier los, tausende Menschen sind unterwegs?

Wir parken die Autos und setzen uns ganz schnell in ein Minitaxi und werden in ein Tal gebracht. Dort gibt es ein Tor und wieder hunderte Menschen. Touristen zahlen

14 000 Sum, Einheimische nur 1 000 Sum Eintritt. Da wir diesen Eintritt bezahlen, öffnen die Polizisten das Tor und wir dürfen mit dem Bus weiter als alle anderen nach oben fahren. Auf der rechten Seite am Bachlauf eine Gaststätte, mehr Lagerplätze, an der anderen Seite.

Dann stehen wir vor einer endlosen Treppe und wissen nicht, was da oben ist. Trotzdem folgen wir den Maßen nach oben. Hat diese Völkerwanderung etwas mit dem morgen beginnenden Ramadan zu tun?

An jeder überdachten Verkaufsstelle stehen Bänke und wir pausieren. Bald gibt es Gruppen von Frauen, die genau so schnell sind wie ich und ein Platz auf der nächsten Bank wird schon für mich frei gehalten.

Irgend wann kommt ein junges, zwanzigjähriges Mädchen an mir vorbei und reicht mir ihre Hand. Sie zieht mich nach oben, wartet mit mir und wir versuchen, uns zu unterhalten. Da sie weder russisch noch englisch sprach, gab es immer jemand der übersetzte. Ich nannte sie Devotschka und ich war Babuschka. Das fand sie ganz lustig. Wir waren ständig umringt und standen im Mittelpunkt des Interesses der um uns Stehenden.

Als wir endlich nach 1330 Stufen oben ankamen,waren wir ziemlich erschöpft. Es war auch sehr heiß.

Sie wollte sich gern auf einem Pferd fotografieren lassen und ich bezahlte ihr den Spaß als Dank für ihre Hilfe.

Dann nahm sie mich mit zum Imam und ich betete mit.

Für Dietmar war ich verschollen und er war froh, als ich wieder auftauchte.

Wir verabschiedeten uns von meinem „Devotschka“ und bewunderten den Rundblick und die Fernsicht von diesem Berg.

Ganz tief unten sahen wir unsere Autos stehen. Wir waren beide sehr stolz, dass wir diesen Aufstieg geschafft hatten.

Der Abstieg war deutlich weniger schweißtreibende. Auf einmal war Devotschka wieder da und führte mich nach unten. Unterwegs kaufte ich dann für Sie und ihre Schwester einen Ring.

Unten angekommen, verabschiedeten wir uns endgültig und bedauerten wohl beide, dass wir uns nicht besser unterhalten konnten.

So eine Gastfreundschaft und ein so großes Interesse an Fremden haben wir in noch keinem Land erlebt.

Wir trafen dann unsere anderen Reisteilnehmer und jeder erzählte seine Erlebnisse mit den Einheimischen, alle gleich positiv.

Den tieferen Sinn dieser „Völkerwanderung“ konnte uns aber keiner verständlich erklären. Vielleicht weiß Dilshod morgen eine Antwort.

Jetzt genießen wir die kühle Abendluft in 1000 m Höhe und die Ruhe.





  1. Danke, liebe Angelika für Deine wunderbaren Berichte. Wir waren mehrere Tage unterwegs und konnten heute erst Deine Berichte und Eure Fotos genießen. Es ist bemerkenswert, dass Du als „Babuschka“ und Dietmar als „Deduschka“ die vielen Treppenstufen bewältigt habt. Das kostet ungewöhnlich vile Kraft und nur der Durchhaltewille hilft weiter. Nach ca. 600 Stufen die bange Frage: Nimmt das gar kein Ende? Und dann noch mal so viele. Hut ab vor der körperlichen Leistung. Natürlich ist die Seidenstraßenreise für sich selbst genommen schon aller Achtung wert!!
    Bleibt gesund und kommt ohne Panne weiter auf Eurer Reise.
    Gabi und Jürgen

  2. Und wieder haben wir mit großem Interesse euren
    Tages Bericht gelesen, man nur eins sagen,, einfach klasse““
    J &S und Papa waren uns heute besuchen, natürlich haben
    wir uns über die Weltenbummler unterhalten, also wie
    seit Ihr immer mit an Bord.
    Ganz liebe Grüße von uns Allen

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