Dietmar und Geli Unterwegs

12. Juni 2016 Auf dem Weg nach Tadschikistan 

Heute um 8 Uhr herzliche Verabschiedung von unseren Bauern. Sie arbeiteten schon seit dem frühen Morgen in ihrem Garten. Das Hühnchen hatte seine Freiheit wieder, nachts wurde es sicher mit einem Eimer verbarrikadiert. Sollte sich ein Feind anschleichen, würde es Krach geben. Die Küken sind schon gefüttert und sind sicher versteckt. Auf Wiedersehen, auch der Nachbar war zur Verabschiedung gekommen und wir sollen doch wieder den Weg hierher finden.

Am Dorfbrunnen holen wir noch reichlich Wasser, alles kostenlos, zu Hause kaum vorstellbar. Und das bei der Wasserknappheit in diesem Land. Hier wird mit jedem Tropfen sorgsam umgegangen. Wasserleitungen sind noch nicht die Regel.

Durch das Langartal geht es aus 1100 m Höhe bergab, die Felsen wechseln ständig die Farbe. Nach 25 km sind wir wieder auf der Hauptstraße, der M 39 Shahrisabz – Termez. Hier, 600 m tiefer, steigt die Temperatur schnell auf über 40 Grad. Die Luft flimmert, auf den Feldern wird Getreide geerntet, dadurch ist die Luft noch zusätzlich mit gelbem Staub angereichert. Der Horizont verschwimmt, die Berge sind nicht mehr zu sehen.

Als wir nach Osten abbiegen steigen wir wieder bis über 1000 m hoch in die Südausläufer des Hisorgebirges. Auch hier alles in gelben Dunst getaucht. Nur die ganz nahen Bachschluchten heben sich bizarre hervor.

Ob in den größeren Dörfern oder Städten, überall sind heute am Sonntag alle Lebensmittelgeschäfte geöffnet und es herrscht geschäftiges Treiben. Alle Menschen gehen einer Beschäftigung nach.

Wir kaufen nochmal kräftig ein und vertanken dann das Restgeld.

Unterwegs werden wir 6x von Polizeistationen kontrolliert. Und die Pässe werden nicht nur angesehen, nein, alle Angaben von uns werden jedes Mal per Hand in ein dickes Buch eingeschrieben. Man spürt schon deutlich die Grenznähe zu Afghanistan. Bei der 5. Station habe ich endlich Zeit und Gelegenheit junge Baumwollpflanzen zu fotografieren.

Und bei der 6. Station geht dem Polizisten der Kuli kaputt, was für ein Segen, er schickt uns weiter.

Heute Abend fiel die Wahl des Nachtlagers schwer. Wir wollten in Grenznähe schlafen, aber 8 Menschen, 8 Meinungen und das nach 11 Fahrstunden und den Temperaturen. Bernd fand dann eine ideale Stelle an einem Fluss mit Sonnenuntergangsblick Richtung Berge.

Unser Dilshod hat heute bei der Hitze und dem Ramadanfasten mächtig gelitten. Er beschloss deshalb, heute Nacht noch die Rückreise nach Samarkand anzutreten. Wir bedankten uns herzlich für die interessante und vielseitige Führung durch sein Land, wünschten ihm alles Glück für die Zukunft und heute eine gute Heimreise.

Das ist nun unsere letzte Nacht in Usbekistan.


2 Kommentare

  1. Hallo Weltreisende!
    Ab Heute sind wir wieder in der Onlinewelt die Reparatur des IPhone ist nach einer Woche abgeschlossen.
    Mit großen Interesse und Neugier haben wir die Beiträge seit dem 8. Juni nachgelesen und sind wie immer beeindruckt, überrascht und gefesselt von den großartigen Erlebnissen. Ganz toll finden wir die Verhaltensweisen der Einheimischen insbesondere ihre Gastfreundschaft und Höflichkeit!
    Bei uns am Stausee ist alles in Ordnung die Temperaturen liegen momentan bei 22 Grad! Wir wünschen euch weiter schöne Reiseerlebnisse, nicht so heiße Temperaruren und gute Gesundheit!
    Wir sind froh wieder mit euch in Kontakt zu stehen!
    Beste Grüße S. & J.

  2. Hallo ihr Lieben,
    wir möchten uns auch wieder mal melden. Bei uns gibt es viel Arbeit und eine Dürre wie in der Wüste, schon tagelang. Deshalb sind diese Menschen doch zu bewundern wie sie mit den Gegebenheiten klar kommen. Und dann noch diese Gastfreundschaft ( in Deutschland undenkbar, jedenfalls selten ). Wir freuen uns das es euch ALLEN gut geht und sind werter sehr begeistert von euren Berichte und Bildern. Weiterhin viel Abenteuerlust, Spaß, Freude, Kraft und Mut bei eurer Tour.
    Liebe Grüße aus Friesack senden Bettina und Harald

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