13. Juni 2016 Die Grenzpassage nach Tadschikistan
Dilshod informiert uns, dass er um 4 Uhr gesund aber nicht mehr munter in Samarkand angekommen ist und glücklich in sein Bett fällt. Wir fahren um 8 Uhr los Richtung Grenze. Es sind nur 21 km. Laut Auswärtigem Amt erwartet uns die touristischenunfreundlichste Grenze Zentralasiens. Und wie immer im Leben muss man sich selbst ein Bild machen. Alle sind nett und freundlich und die Chefin, eine hübsche junge Zöllnerin ist sehr genau. Sie interessiert sich vor allem für unsere Fotos auf Handys und Fotoapparaten und für unsere Medikamente. Und sie kennt sich aus, sie ist gelernte Krankenschwester. Bei einem uralten Medikamente von Oma wird sie stutzig und will genau wissen, was das ist. Sie findet es im PC und ist zufrieden.
Alles dauert nur 2 Stunden und wir dürfen mit freundlicher Verabschiedung passieren.
Jetzt verlassen wir Usbekistan, das schöne, freundliche Land. Wir sind 3477 km von West nach Ost und Süd die Seidenstraßen entlang gefahren, haben uns in den alten Städten verzaubern lassen und sind ganz nahe zu den Menschen in ihre Bergdörfer gegangen. Wir haben viel gesehen, was wir nicht immer verstehen, aber wir können es wertschätzen und als gegeben hinnehmen.
Unsere größte Sorge, in Usbekistan keinen Diesel als Privatperson zu bekommen, hat sich als unbegründet heraus gestellt. Sicher, das Netz der Tankstellen mit Diesel ist nicht dicht und man ist gut beraten, einen vollen Kanister bei sich zu haben. Aber wenn man jede sich bietende Gelegenheit zum Tanken nutzt, kommt man problemlos durch das ganze Land.
Wir sind 8 080 km von zu Hause entfernt und unsere Karawane zieht weiter ins nächste Land.
Die Grenzposten warten schon. Wir werden auch hier freundlich begrüßt und uns werden die Pässe abgenommen. Für uns 4 „Passagiere“ geht alles ganz schnell, wir füllen die Migrationskarte aus, zeigen noch mal den Pass und abgefertigt sind wir. Keine Zollerklärungen, nichts.
Aber unsere Fahrer, wie geht es bei Ihnen weiter? Sie sind alle Papiere ohne ihre Dokumente und nichts tut sich. Wir sitzen alle bei den Autos, zum Glück im Schatten, es sind ja wieder 40 Grad. Da kommt ein Mann in „Op-Kleidung“.Wir denken, wir müssen zu einer medizinischen Kontrolle. Er lacht! Nein, er sei der Chef der Kantine auf dem Grenzgelände und bei ihm gebe es etwas zu essen in einem klimatisierten Raum. Wir sollten doch mitkommen. So etwas haben wir noch nie erlebt. Wir gehen mit und tatsächlich, in seinem Kellerlokal (Stolovaja) ist es herrlich kühl und sauber. Seine Frau erklärt uns, was es alles zu essen gibt und ruck zuck ist der Tisch wie bei „Tischlein deck dich“ voller leckerer Sachen, am besten ist die superleckere Smetana. Die Welt da oben interessiert uns nicht mehr.
Der Chef erzählt uns, dass er die deutsche Lebensart liebe und dass wir das gute Besteck bekommen. Für die LKW-Fahrer gebe es nur das Alubesteck.
Er erklärt uns noch seine Sicht der Dinge zur Weltpolitik und dass seine Frau nicht verschleiert gehen müsse. Zum Abschluss noch ein Foto, Ende des Märchens.
Wieder oben an der Sonne erschlägt uns die Hitze fast. Unsere Autos sind noch da, aber unsere Pässe, spurlos verschwunden. Wir schicken eine junge Fernsehen schauende Beamtin auf die Pirsch. Sie findet jemand, der an den Pässen und den Autogenehmigungen arbeitet. So langsam kommt Bewegung in das Geschehen.
Noch 25 Dollar pro Auto,keine Zollkontrolle,niemand hat in die Autos geschaut,dann noch 3 Schranken und wir stehen vor unseren neuen Reisebegleitern, Yusuv und Donish,die schon 3 Stunden in der Hitze auf uns warten.
Noch einige Absprachen zur Vorgehensweise und es geht los Richtung Duschanbe.
Hier in Tadschikistan gibt es deutlich mehr Wasser und damit viele Reis- und Zwiebelfelder und andere Produkte. Es sieht alles etwas wohlhabender aus: Straßen, Häuser, Straßenbeleuchtung, Landwirtschaft.
Der erste, kurze Eindruck von Duschanbe stimmt uns neugierig. Doch wir fahren erst mal nach Norden ins Tal des Varzob.
Hier sind wir mitten in den Bergen. Das Tal scheint ein Naherholungsgebiet für Duschanbe zu sein. Wir fühlen uns wie in Südtirol. Unser Hotel scheint toll zu sein, am Fluss gelegen, inmitten der Berge, mit großem Pool und hübschen Sitzgelegenheiten.
Dann entdecken wir Deutschen wieder so die fehlenden I-Tüpfelchen.
Aber die kühle Bergluft wird mich süß träumen und die harten Betten nicht spüren lassen.














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