Dietmar und Geli Unterwegs

28. August 2016 Heute, der laute Baikal

Eigentlich möchten wir hier bleiben, es ist ein so harmonischer Flecken Erde, das Kloster, das Dorf, der See, die Wiesen. Alles passt so liebenswert zusammen in der Morgensonne. Und der See ist immer noch ganz glatt und ruhig. Doch wir wollen mehr sehen und ziehen weiter. Adieu, du erster Ort der Begegnung.

Der nächste Ort, ein Urlauberdorf, ist eine Enttäuschung. Die Saison ist zu Ende, es ist kühl und schattig. Wir werden nicht warm mit der Stelle, kaufen aber, bevor wir abfahren, einen frisch geräucherten Omul und Johannisbeeren für das Mittagessen.

An der Straße kaufen wir noch frisch gepflückte Blaubeeren. Die junge Frau fragt uns nach €-Münzen, sie sammelt welche und freut sich, dass wir welche haben.

Das sind die kleinen gegenseitigen Freuden, die wir täglich erleben. B. bekommt dafür einen Beutel Pinienzapfen, die hier sehr beliebt sind.

In Babuschkin finden wir eine Unterführung durch den Gleiskörper. Neben einer Rangierstelle geht es direkt zum See, so dicht und so tief, dass wir bei starkem Wellengang nasse Füße bekommen würden. Der See ist hier sehr laut, 95 bis 100 Dezibel. Wir können uns, wenn die Tische nicht ganz dicht stehen, nicht unterhalten.

Ein Trip zum Bahnhof ist sehr abenteuerlich, offiziell über den Gleiskörper darf man gehen, doch laufend kommen 70 Wagons lange Güterzüge mit 2-4 Loks oft voll beladen mit Holz entweder für China, die Mongolei oder Fernost. Mit dieser Last dröhnen sie dumpf über das Gleisbett.

Wir suchen die Fahrplanauskunft. Wir wollen ja ein Teilstück an der Baikalküste mit dem Zug fahren. Aber das ganze gestaltet sich schwierig. Der Zug fährt nur an 4 Tagen. Straße gibt es dort keine. Für die Strecke von 80 km braucht der Zug 5 Stunden. Er fährt am Nachmittag los, kommt abends an, man muss irgendwo übernachten und früh fährt der Zug wieder zurück. Wollen wir das? So richtig nicht. Im Moment sind wir noch am überlegen . Es ist schwieriger als gedacht, schöne Stellen am Baikal zu finden. Also hier im Süden noch mal schauen und dann zur Insel Olchon.



  1. Hallo Angelika,

    habe nach und nach, Deine Reiseberichte in mir aufgesogen es ist fantaschtisch so etwas zu erleben. Du schreibst sehr gut, und alles ist so nah. Ich werde noch eine ganze Weile brauchen um alles zu lesen. Ich wünsche Euch noch tolle Tage ohne große Probleme.
    Liebe Grüße
    Brigitte

  2. Hallo Reisende
    Wir danken euch für die vielseitige Berichterstattung von der Mongolei bis zum Baikalsee. Einfach Klasse wie ihr die Probleme und Schwierigkeiten löst und welch liebenswerte Unterstüzung ihr von den Menschen vor Ort erhaltet.
    Wir hoffen das die technischen Probleme mit den Fahrzeugen überwunden sind und ihr in Weiterfolge nur noch schöne Erlebnisse mit Land und Leute habt.
    Wir hatten am Stausee in den letzten Tagen mit großer Hitze zu kämpfen.
    In der letzten Woche haben wir Gelis Heimat besucht und uns ganz in Ruhe Herrenhut angesehen. Danach gings noch nach Bautzen.
    Euch allen wünschen wir weiter tolle Erlebnisse und besonders schöne Erfahrungen am Baikalsee.
    Wir freuen uns auf weiterhin schöne Berichte und Bilder.
    Beste Grüße von Sigrid & Jürgen

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