Dietmar und Geli Unterwegs
Reisetagebuch unserer Offroad-Reise mit dem Pickup Truck durch Lettland, Littauen und Polen

29. August 2018 Mit dem Fahrrad durch die Kurische Nehrung

Der strahlende Sonnenschein lockt uns und wir unternehmen eine Fahrradtour durch Nida und durch die „wilde“ Natur der Nehrung, die schon die deutschen Expressionisten und den Schriftsteller Thomas Mann faszinierte.

„Es ist die Freiheit vom Alltag und der offene, nur von Wasser begrenzte, Raum, in dem man sich ganz dem Licht, dem Wind und der Zeit hingeben kann.“ In seiner Rede vor dem Rotary Club beschrieb Thomas Mann die Kurische Nehrung 1931 so: „Der Eindruck ist elementar und fast beklemmend. Weniger jedoch auf den Höhen, von wo aus man beide Meere sehen kann, als in den tiefen eingeschlossenen Gegenden. Alles ist weglos, nur Sand, Sand und Himmel.“

Die ganze Rede kann man in dem Sommerhaus der Familie Mann im Originalton hören und es ist eine Liebeserklärung an diesen Ort.

Sein Arbeitszimmer lag in der oberen Etage und er hatte von dort einen herrlichen Blick über das Haff. Seine Kinder haben Tagebücher über die Sommer in Nida geschrieben. Irgendwie strahlt das Haus den Geist dieser Familie noch heute aus und mir scheint die Familie Mann gegenwärtig. Ich finde selten so eine starke Beziehung zu einem Museum.

Von hier radeln wir über gut ausgebaute Radwege zu einer hohen bewaldeten Düne, der „Vecekrugo Kopa“, von der wir weite Blicke über Haff, Ostsee und Nehrung haben und am Horizont die Hochhäuser von Klaipeda sehen.

Wieder unten im Wald fahren wir ins nächste Dorf, Preila, am Haff. Auch dieser Ort wird heute neben der Fischerei vom Tourismus geprägt. Übrigens liegen alle Orte auf der Nehrung am Haff und nicht auf der Ostseeseite.

Der frisch geräucherte Fisch schmeckt ausgezeichnet und ist überall zu haben. In einem kleinen, familiären Restaurant direkt am Haff finden wir die ersehnte Erfrischung. Wir sind nach der langen Fahrt arg durstig. Dann besuchen wir noch einen Friedhof wo es noch Gräber aus dem 19. Jh. mit alten originalen Grabtafeln gibt, eine Besonderheit dieser Gegend.

Wieder zurück in Nida, gebe ich mein geliehenes Fahrrad ab, dann gehen wir noch einkaufen, denn unser Kwassvorrat ist zu Ende, sind wir doch auf den Geschmack dieses durstlöschenden Getränks gekommen.

Mit dem gesamten Einkauf stelle ich mich an der Tuk-Tuk-Taxistelle an und lasse mich zum Campingplatz bringen.

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