Dietmar und Geli Unterwegs
Reisetagebuch unserer Wohnmobil-Reise an den Küsten Spaniens und Portugals

05. Mai 2019 Porto, Namensgeberin für den berühmten Portwein

Porto, die berühmte Stadt an der Mündung des Douro in den Atlantik wollen wir unbedingt sehen. Wir fahren mit dem Zug von Regua. Das Ticket für die ca. 100 km lange Strecke kostet hin und zurück nur 9.80€ pro Person. Das ist mit dem WOMO nicht zu toppen. Dazu käme ein sicher teuerer Stellplatz bei Porto, das Autobahnchaos um die Stadt und Nahverkehrskosten.

Wir zuckeln also entspannt durchs Land, erst am Douro entlang, dann durch die Berge. Am zentralen Altstadtbahnhof „São Bento“ angekommen, bewundern wir als erstes die wandhohen Fliesenbilder aus der Geschichte Portugals und dem früheren Alltag der Menschen. Als wir hinaus in die Sonne treten umfängt und sofort die alte, quirlige Stadt.

Porto ist faszinierende und lebendige und es ist die zweitgrößte Stadt Portugals, deren Name wörtlich übersetzt Hafen heißt. Sie hat 238.000 Einwohner. Mit der umliegenden Region, in der 1,76 Millionen Menschen leben, bildet sie das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Nordportugals.

Schon seit der Römer-Zeit war Porto eine kommerzielle Hafenstadt und entwickelte sich im Zeitalter der Kolonialexpansion der Europäer zu einer der bedeutendsten europäischen Handelsmetropolen. Während sich diese Bedeutung mit dem Niedergang des portugiesischen Kolonialreiches verlor, bleibt Porto bis heute das wirtschaftliche und industrielle Zentrum Portugals. 2001 war Porto europäischen Kulturhauptstadt.

Direkt auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt die Stadt Vila Nova de Gaia mit der Porto mittels mehrerer das Tal überspannende Brücken verbunden ist und in der die vielen, großen Tanks für den Portwein aus dem Dourotal stehen. Hier ist das Klima für die lange Weinlagerung günstig. Aufgrund der Lage Portos direkt am Atlantik wird es vom Temperaturverhalten des Meeres geprägt: Nicht zu heiße Sommer und verhältnismäßig milde Winter. Die Temperaturen fallen nur selten unter 0 °C.

England und Portugal hatten schon 1703 sehr enge Handelsbeziehungen. England hatte den zollfreien Export von Wolltuch nach Portugal eingeräumt. Im Gegenzug wurde für portugiesische Weine bei der Einfuhr in England ein um ein Drittel niedrigerer Zoll festgesetzt als für französische Weine. Dies beflügelte den Anbau des schon von römischen Historikern gerühmten Weins aus dem Hinterland von Porto und dessen Ausfuhr über den Hafen Porto. Im 18. Jahrhundert konnte in England mehr und mehr Portwein abgesetzt werden; ab 1717 errichteten zahlreiche englische Handelshäuser Niederlassungen in Porto. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren zeitweilig bis zu 15 % der 60.000 Einwohner Portos Engländer.

Heute erinnern noch die Boote der Portweinkellereien auf dem Douro an diese Zeit, die Boote haben jedoch nur noch touristische Funktionen. Das historische Zentrum von Porto am Nordufer des Douro ist seit 1996 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eingetragen.

Wegen ihrer zahlreichen barocken Kirchen wird Porto auch als „Barockstadt“ bezeichnet. Das Bild der historischen Altstadt wird weniger von besonderen Einzelbauwerken geprägt als vielmehr von dem Gesamtgefüge einer erhaltenen Innenstadt. Enge, gewundene Gassen mit dichter Häuserbebauung bilden ausgehend vom Ufer des Douro an einem Hang die terrassenartige Struktur der Altstadt Ribeira. Im mittelalterlichen Viertel Ribeira (Flussufer) liegen schmale, kopfsteingepflasterte Straßen mit vielen Geschäften und Cafés.

Heute, am Sonntag, sind alle Restaurants gut besucht, denn viele Portugiesen essen, so haben wir gelesen, sonntags im Restaurant. Foz Velha, Portos historisches Viertel direkt am Wasser, mit den charakteristischen engen, gewundenen Gassen wurde 2002 vom portugiesischen Institut für das Architekturerbe unter Denkmalschutz gestellt. Dennoch ist dieses Gebiet problembehaftet, da ein Großteil der denkmalgeschützten Häuser leer steht oder lediglich im Erdgeschoss mit Geschäften bezogen ist. Die Mieten und Instandhaltungskosten für die teilweise verfallenen Gebäude sind hoch.

Über der Ribeira auf einem Hügel thronend befindet sich die zweitürmige Kathedrale von Porto (Sé do Porto) unser erstes Wegziel. Im 12. Jahrhundert als romanische Wehrkirche erbaut und daraufhin im gotischen Stil verändert, erfuhr sie im 17. und 18. Jahrhundert einen vollständigen Umbau. Trotz dieser Umbauten blieb ihr ursprünglicher wehrhafter Charakter erhalten.

Von dem großen Vorplatz aus haben wir einen ersten Rundblick über den Fluss und die Stadt. Das Stadtbild wird zudem von zahlreichen Kirchen charakterisiert. Wir spazieren über die doppelstöckige Eisenbrücke „Ponte de Dom Luis I.“ zum Kloster „Serra do Pilar“. Von der Brücke wie vom Klosterhof können wir den Blick auf die Stadt genießen. Dann schweben wir noch mit der Gondelbahn über die Dächer bis ans Ufer des Douro.

Unten werden wir mit einem Schlückchen Portwein in einer alten, stilvoll hergerichteten Weinhalle belohnt und erfahren Interessantes über den Portwein.

Am Ufer entlang geht es wieder zu der großen Eisenbrücke, die wir jetzt auf der unteren Ebene queren. Nun liegt der steile Anstieg zum Bahnhof vor uns.

Der Bahnhof in Porto

Die U-Bahn überquert den Douro

2 Kommentare

  1. Hallo meine Lieben, Dank eurer tollen Reiseberichte, lernen auch wir Portugal kennen. Es ist so, als wenn wir diese Reise mitmachen. Wir freuen uns immer, das euch gut geht und wünschen euch weiterhin viele schöne Momente und Erlebnisse. Seit ganz lieb gegrüßt von uns Dreien

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