Dietmar und Geli Unterwegs

24.9. bis 1.10.2022 Seine Flussschiffsreise durch Frankreich

Nach 19 Stunden Busfahrt konnten wir in Paris unsere Kabinen auf dem Flussschiff „Seine Comtesse“ beziehen und wir wurden zu einem leckeren Abendessen gebeten.

Unser Blick ging zum Eiffelturm, der stimmte uns auf die Reise ein. Noch am selben Abend legten wir ab nach Norden Richtung Rouen zur Hauptstadt der Normandie, das Nordmannreich der Kelten.

Im Salon
Unterwegs auf der Seine
In Rouen

Es ist alles sehr geschichts- und symbolträchtig und es gibt viele kleine Zeugnisse der Geschichte an den Hausfassaden.

Die alten, beeindruckenden Kirchen in Rouen lassen uns als Betrachter winzig klein fühlen. Und die Fachwerkhäuser sind ein Zeugnis spannender Baukunst des Mittelalters. Am meisten hat mich interessiert, warum die junge Jeanne d’Arc 1431 hier in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Die Franzosen, für deren Befreiung von den Engländern sie in den Krieg zog, nahmen sie fest, übergaben sie den Engländern und die verurteilten sie und verbrannten sie. 1456 wird sie rehabilitiert und als Heldin verehrt. 500 Jahre später wird sie von der katholischen Kirche heilig gesprochen.

Bis nach Rouen können Kreuzfahrtschiffe auf der Seine fahren

Wieder auf dem Schiff werden wir verwöhnt und es geht weiter nach Le Havre.

Von hier fahren wir, leider bei Regen, über die beeindruckende Pont de Normandie, die so hoch ist, dass Hochseeschiffe bis Rouen die Seine hinabfahren können.

Honfleur

Es geht nach Honfleur, ein kleines Hafenstädtchen an der Seinemündung. Es gehört mit seinen schmalen Häusern, den charmanten Gassen, den Fachwerkhäusern und den Resten der Befestigungsanlage (Lieutenance) aus dem 17. Jahrhundert zu einem der reizvollsten Orte der Normandie.

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die Kirche Sainte Catherine, eine Seemannskirche aus dem 15. Jahrhundert ganz aus Holz.

Unsere Reisebegleiterin führte uns in den besten Calvadosladen von Sophie, wo wir alle leckeren Tropfen probieren konnten, bevor wir uns zum Kauf entschieden. Es gab noch mehr zu probieren – Apfelgelee mit Cidre zu Käse oder auf Croissants.

Den Nachmittag verbrachten wir im Salon unseres Schiffes, da wir Étretat schon kannten.

Die Kuppel im Salon

Von Le Havre fuhr unser Schiff zurück nach Rouen und wir hatten noch einmal Gelegenheit durch die Gassen der Altstadt zu schlendern.

Am Abend ging die Fahrt weiter nach Caudebec-en-Caux. Von dort fuhren wir zu den beeindruckenden Klosterruinen von Jumieges und Boscherville.

Das Schiff legt wieder ab und fährt bis Vernon.

Von dort brachte uns der Bus zu den Gärten und dem Haus von Monet nach Giverny. Die impressionistische Malerei war mir bisher fremd. Unsere Reiseleiterin weckte in mir das Interesse, Monets Bilder mit interessierteren Augen zu sehen. Die zentralen Themen Monets Licht, Schatten, Wind und Wasser als Reflexionsfläche werden für mich erlebbar in seinem Garten und Haus.

Der Künstler mietete das Haus im Mai 1883 und legte dahinter zunächst den Ziergarten an, den er mit einer wuchernden Blumenpracht überzog. Im November 1890 war es ihm möglich, das Haus und das Grundstück zu kaufen. 1893 erweiterte Monet den Garten um ein Stückchen Land an einem Flüsschen. Dort entstand in den folgenden Jahren der Wassergarten mit dem von einer Brücke nach japanischem Vorbild überspannten Seerosenteich, der Monet sehr häufig als Motiv diente.

Im Garten

Monet liebte die Gartenkunst. Der Garten diente ihm nicht nur zur Erholung, sondern inspirierte ihn auch für seine Gemälde.

Am nächsten Tag sollte das Schiff in Conflans anlegen, um von dort das Schloss Chantilly zu besuchen. Doch der Kapitän hatte erfahren, das tags darauf die Schleusenwärter streiken wollten und wir nicht mehr nach Paris an die geplante Anlegestelle gekommen wären. So beschloss der Kapitän mit „Volldampf“ Richtung Paris zu fahren, um vor Mitternacht die letzte Schleuse vor Paris zu passieren. Er schaffte es und so lagen wir schon eine Nacht eher am Kai in Paris.

Einfahrt in die Schleuse
Ankunft in Paris vor Mitternacht

Der Weg von Paris zum Schloss Chantilly war genau so weit entfernt, wie von der ursprünglichen geplanten Anlegestelle. Dafür konnten wir mit dem Bus den morgendlichen Autobahnberufsverkehr um Paris erleben, nichts für schwache Nerven.

Das Schloss liegt circa 50 Kilometer nordöstlich von Paris. Es beherbergt eine der größten privaten Kunstsammlungen weltweit, darunter über 12 000 wertvolle Bücher, inklusive der Gutenberg-Bibel. Die mittelalterliche Burg der Herzöge von Condé wurde bereits im 15. Jahrhundert errichtet und hat im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Umbauten im Renaissance- und Barockstil erfahren. Nachdem das ehemalige Schloss während der zweiten Französischen Revolution nahezu vollständig zerstört worden ist, ließ man an derselben Stelle ein neues Barockschloss errichten, bis es schließlich Ende des 19. Jahrhunderts dem französischen Staat vermacht wurde. Besonders sehenswert sind die beeindruckenden Pferdeställe aus dem 18. Jahrhundert. Auf dem etwa 115 Hektar großen Parkgelände finden noch heute das ganze Jahr über Reitveranstaltungen statt. Der Park ist einem englischen Landschaftsgarten mit großen Wasser- und ebenso großen Rasenflächen und breiten Sichtachsen nachempfunden.

Zurück in Paris machen wir mit einem Boot noch eine Rundfahrt vom Eiffelturm bis Notre Dame und zurück vorbei am Louvre und anderen Sehenswürdigkeiten.

Schifffahrt auf der Seine
Baustelle Notre Dame

Am nächsten Morgen starten wir mit dem Bus zu einer Stadtrundfahrt und bewundern dabei den Autoverkehr um den Arc de Triumph.

Arc de Triumph

Der Triumphbogen ist umgeben vom größten Kreisverkehr Frankreichs mit einem Durchmesser von etwa 240m und einer nicht genau definierten Zahl an Spuren. Nicht weniger als 12 Straßen treffen an diesem Punkt zusammen und innerhalb des Kreisverkehrs gilt bei jeder dieser Straßen rechts vor links. Für Ausländer eine schwierig zu meisternde Hürde.

Moulin Rouge

 

Nachmittags fahren wir hoch nach Montmartre. Es ist ein Hügel im Norden von Paris. Der 1860 durch Eingemeindung der Dörfer Montmartre, La Chapelle und Clignancourt entstandene 18. Pariser Stadtbezirk trägt ebenfalls diesen Namen. Der Hügel Montmartre ist die höchste natürliche Erhebung der Stadt mit herrlichem Rundblick.

Blick von Montmartre
Die bekannte Sängerin Dalida wohnte hier und fand hier ihre letzte Ruhe

Montmartre ist eines der schönsten und interessantesten Viertel von Paris. Die kleinen Gassen, die steilen Treppen, die Straßencafés und natürlich die Künstler und der Ausblick von den Stufen der Sacre Coeur. Sie gehört neben dem Eiffelturm und dem Louvre zu den bekanntesten und meist besuchten Sehenswürdigkeiten in Paris.

Die Basilika

Der Bau der Basilika der Sacré Coeur (zu deutsch Herz-Christi) wurde im 19. Jahrundert begonnen. Die im „Zuckerbäckerstil“ erbaute Kirche, die 1914 fertiggestellt und 1919 eingeweiht wurde, wurde später zum Vorbild für andere Sakralbauten des 20. Jahrhunderts.

Der gewölbte Turm von Sacré Coeur beherbergt eine Glocke, die 1895 gegossen wurde und mit 19 Tonnen und einem Durchmesser von 3 Meter eine der schwersten Glocken der Welt ist.

Das Mosaik, das die Decke der Apsis bedeckt, sowie die Orgelpfeifen, verdienen allein schon durch ihre Größe die Bewunderung der Besucher.

Die Oper

Paris hat noch viele Sehenswürdigkeiten, doch unsere Reise neigt sich dem Ende.

Auf dem Schiff erwartet uns noch ein Abschiedsdinner, bevor uns morgen die Busse wieder in die Heimat bringen.

2 Kommentare

  1. Hallo Ihr Lieben,
    ihr seid ja auch fleißig unterwegs super!
    Wir gondeln derzeit auf der Carretera Austral nach Norden -segr beeindruckend aber kühl – sowohl Wetter als auch die Menschen
    Ganz liebe Lisi und Martin

    1. Hallo Liebe Reisefreunde
      danke für eure Information!
      Mit Spannung und Begeisterung verfolgen wir eure Superreise! Schon der Beginn war von reichlich Spannung geprägt.
      Nun seit ihr auf der schönsten Fernstraße unterwegs und wir können und dürfen euch aus der Ferne begleiten , danke dafür !
      Bei uns geht es dagegen ruhiger zu in mehr oder weniger
      „ ausgetretenen Pfaden „
      Gerade kommen wir mit den WOMO und den Enkelkindern wieder aus Paris zurück und genießen den Zwischenstopp in Trier.
      Nun endlich konnten wir das Geschenk , Disneyland
      zur Schuleinführung unserer Anna einlösen da Corona es früher verhindert hat und nun ist sie schon in der 3. Klasse !
      Euch eine Gute und interessante Reise , wir erwarten mit Spannung schon die nächsten Berichte .
      Liebe Grüße von Gel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.