15. Mai 2016 An der usbekischen Grenze
Die letzte Nacht war für alle etwas durchwachsen – Hundegebell, Mücken, Kunden, die nachts Geld aus dem Automaten holten und damit neben uns parkten und die normalen Stadtgeräusche. Außerdem werden auch nachts die Temperaturen immer höher. Vor der Abfahrt versuchen wir noch mal das Bahnhofsflair einzufangen. Wenn Fernzüge ankommen, stehen vielleicht 100 Händler mit ihren Waren auf dem Bahnsteig und versuchen, ihre Produkte an die Reisenden zu verkaufen, alles was ein Passagier brauchen könnte. Fährt der Zug weiter, wird alles wieder eingepackt und die Frauen gehen nach Hause. Die benötigten Tische werden in der Nähe des Bahnsteigs gestapelt und warten auf den nächsten Zug. Da Klaus hofft, die Straße ist auch bis zur Grenze in bestem Zustand, lässt er für 1000 Tenge (etwa 4€) sein Auto waschen.
Schon am Vortag hatte man uns erzählt, dass hier in Beyneu die letzt Tankstelle vor der Grenze sei. Alle Tanks und Kanister füllen und ab Richtung Grenze. Es sind ja nur 81 km und dass ist in 1,5 Stunden zu schaffen, denken wir. Aber da haben wir die Rechnung ohne die hiesigen Straßenbehörden gemacht. Nach Querung des Bahnübergangs beginnt die Hoppelasphaltpiste, die wir schon von den ersten 300 km in Kasachstan kennen. Nach 20 km ein Lichtblick- eine Eisenbahnunterführung und davor bester Asphalt – endlich. Wir sind durch die Brücke, weiter glatte Straße – ein Traum, nein ein Alptraum, die nächsten 60 km ist vierspurigen Sandpiste und alle müssen da durch LKW wie PKW. Vor vielleicht 14 Tagen hätten wir hier gar nicht fahren können, da wären wir im Schlamm stecken geblieben. Trotzdem haben wir noch Muße kleine Tiere zu beobachten – kleine Echsen, die sich in der Sonne wärmen oder so etwas wie Erdmännchen.
Nach 5 Stunden haben wir endlich die 80 km überstanden. Wir sind geschafft und glücklich, wir stehen vor der usbekischen Grenze. Morgen wartet unser Reisebegleiter auf uns und wird uns die Kulturschätze Usbekistans zeigen. Wir sind sehr gespannt.













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