Dietmar und Geli Unterwegs

28. Mai 2016 Der letzte Tag in Buchara geht zur Neige

Wir sitzen in der vom Abendlicht verzauberten Altstadt und hoffen, etwa von der Abschlussveranstaltung des Festivals zu hören. Es sind immer noch sehr viele Menschen unterwegs, aber in den Veranstaltungsbereich dürfen nur Gäste mit Eintrittskarten hinein.  Aber der Abendhimmel über der Stadt, die vielen angestrahlten Kuppeln und Portale, die farbenfroh gekleideten Menschen entschädigt uns für die verpasste Veranstaltung. Da setzen wir uns lieber in den Innenhof einer ehemaligen Medrese und essen etwas Leckeres. Sehr viele Medresen oder Karawansereien sind heute Gaststätten oder Hotels. So sind sie nicht dem Verfall preisgegeben, denn so viele Kulturschätze könnte man auch mit UNESO-Mitteln nicht erhalten.

Auch in den Außenbezirken der Stadt gibt es noch bedeutende Sehenswürdigkeiten, so ein Mausoleum, dass der Zerstörung durch Dschingis Khan entging und somit das älteste Mausoleum Zentralasiens ist. Es begeistert durch seine Ziegelarchitektur, die Muster der Wände entstehen einfach nur dadurch, dass die Ziegel unterschiedliche angeordnet werden.

Die Usbeken sind gegenüber Ausländern sehr tolerant. Sie leben offen ihren Glauben an religiösen Orten und bedanken sich noch bei uns, wenn wir ihnen dafür Platz machen.

In vorislamischer Zeit waren im zentralasiatische Raum viele Anhänger der Lehren Zarathustras.

Und noch heute gibt es Menschen, die heilige Gegenstände verehren, so einen vertrockneten Maulbeerbaumstamm, den sie siebenmal umrunden. Das konnten wir heute beobachten.

Viele Usbeken leben noch sehr traditionell. Auch sehr junge Menschen. So ist es in den meisten Familien noch immer üblich, dass die Mutter die Frau für den Sohn aussucht. Das ist eine komplizierte Angelegenheit mit vielen Szenarien. Bei der Verlobungsfeier sind Braut und Bräutigam gar nicht anwesend, da lernen sich die Eltern und Familien kennen.

Ein Kopfschmuck für die Braut kostet 3.000.000 Sum. Davon braucht sie 3 Stück.

Den Namen eines Kindes wählen die Großeltern aus.

Kleinen Mädchen werden die Haare ganz kurz geschnitten, damit sie später als Braut langes, dichtes Haar haben.

All diese Sitten erklärt uns unser Reisebegleiter, der seinen Beruf liebt und uns mit Begeisterung seine Heimat näher bringen will.

Wir werden also auf unseren weiteren Reise noch viel über Usbekistan erfahren. Jetzt verabschieden wir uns von dieser faszinierend, farbenfrohen Stadt. Morgen geht es wieder in die Natur.


Unsere Powerfrauen im Hamam

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