Dietmar und Geli Unterwegs

22. Juni 2016 In der heißen Quelle von Garmchashma

Unsere Abfahrt aus Khorog ist mit mehrere Unterbrechungen verbunden. Wer von hier aus weiter fährt, füllt erst einmal alle Vorräte auf: Wasser, Lebensmittel, Kraftstoff. So ausgestattet, geht es weiter Richtung Süden. Khorog wird für den Präsidenten heraus geputzt und wir sind nicht dabei, schade. So ein Besuchhat, wie auch zu Hause, immer etwas Gutes, es werden mal Dinge erledigt, die sonst immer liegen bleiben.

Die Stadt wird von 3 Flüssen durchquert, an jedem entlang führt ein Tal in eine andere Richtung. Es ist der Ghund, da geht die M 41 weiter nach Murghab, der Shakhdara, er teilt zwei weitere Gebirgskämme im Pamir und auch an seinen Ufern liegen viele Dörfer bis hoch hinein in die Berge zum Pik Karl Marx und wir folgen weiter unserem altbekannten Panj, der uns noch weiter nach Süden Richtung Wakhantal führt.

Unser Begleiter erzählte uns, dass hier früher die Menschen nicht in Afghanen und Tadschiken geteilt waren, sondern ein Pamirvolksstamm waren. Und auch er hat noch viele Verwandte auf der afghanischen Seite.

Wir fahren nach 35 km bei Andarob in ein Seitental nach Garmchashma, einem Gebirgsort, in dem eine heiße Schwefelquelle entspringt, die einen beeindruckenden Sinterberg geschaffen hat. Sie ist schon seit dem Altertum bekannt und galt als heilig. Zu Sowjetzeiten entstand hier schon ein Kurort, der noch heute vor allem für Hautkrankheiten genutzt wird.

Wir erfahren, dass Frauen und Männer nur getrennt Baden dürfen, suchen uns eine passende Zeit aus und gehen erst einmal Mittag essen.

Dabei macht uns unser Reisebegleiter mit einem Mann bekannt, der sein Deutschprofessor in Dushanbe war. Er weilt zu Zeit zur Kur hier. Er erzählte uns ganz stolz, das er zu gemeinsamen Wurzeln der tadschikischen und deutschen Sprache forsche. Bernd berichtete ihm von einem Artikel in seinem Reisführer zu gemeinsamen genetischen Wurzeln. Das fand er sehr interessant.

Was haben wir hier am Dach der Welt doch für ungewöhnliche Begegnungen.

Als dann die Badezeit für uns Frauen gekommen ist, machen wir uns etwas zögerlich auf zum Badebecken. Schnell sind wir umringt von Schönheiten im Evakostüm, die uns zeigen, was wir alles machen sollen. Sie helfen uns in das heiße , glatte Becken zu steigen und schnell plaudern wir wieder über Familie, Alter, Beruf.

Wir staunen, dass so sehr junge Frauen Lust haben, mit uns Alten zu sprechen. Als wir gemeinsam das Bad verlassen, laden Sie uns ein, mit ihnen den Abend zu verbringen. Wir lehnen dankend ab, weil wir ja noch weiter in die Berge fahren wollen. Das tun wir dann auch, nachdem auch die Männer ein gesundes Schwefelbad genossen haben.

Der Weg in die Berge ist nur 2 km lang, aber er kommt uns vor wie eine Unendlichkeit, so schmal und steinig und abschüssig war er. Wir sind bis zur letztmöglichen Stelle gefahren, unter uns wieder ein tosender Bergbach, auf der anderen Seite die steilen roten Berghänge, zum Glück bewachsen, so dass bei Regen heute Nacht sich nichts löst.

Dann Betten wir uns beruhigt zur Nacht. Es wird unsere 1.Nacht in 2650 m Höhe!!!!


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