Dietmar und Geli Unterwegs

25. Juni 2016 Am Pamirfluss nach Norden zum Yashilkul-See bei Bulunkul

Als sich gestern Abend ein ganzer Schwarm Raben in den Pappeln über uns nieder ließ, ahnten wir noch nichts schlimmes. Heute Morgen hielten die Schwarzkittel aber gegen 5 Uhr Produktionsberatung in einer Lautstärke, dass wir fast aus den Betten fielen. Wir waren also alle rechtzeitig munter, damit wir um 9 Uhr starten konnten.

Langar ist, wie alle Siedlungen am Panj, ein einfaches Bauerndorf mit freundlichen Menschen.

Wir wollten zuerst Felszeichnungen ansehen. Dazu fuhren wir einen ziemlich steilen, engen Pfad noch oben, immer an kleinen Gehöften vorbei. Dann begann ein ziemlich steiler, steiniger Aufstieg. Wir wurden immer weniger Bergsteiger. Am Ende gelangen wir nur zu dritt bis an die Felszeichnungen. Wunderschön war der Blick von hier oben über das Tal. Noch einmal blicken wir auf alles, wovon wir jetzt Abschied nehmen müssen, vom Panj, der uns bis jetzt durch Tadschikistan begleitet hat und von dem majestätischen Hindukusch. Wir wünschen dir und deinen Bewohnern endlich Frieden.

Als wir wieder an den Autos sind, steht dort ein 53jähriger Koreaner, der seit 6 Jahren mit dem Fahrrad durch die Welt reist. Er war auch schon in Deutschland und hat dort viele Teile für sein Rad gekauft. Wahnsinn, andere Menschen unternehmen noch verrücktere Sachen als wir.

Nun begeben wir uns auf unsere Nordtrasse. Wir glauben, die Straße führt am Pamirfluss entlang, windet sich aber als ziemlich enge Piste nach oben und wir werden wieder mit herrlichen Blicken belohnt. Unter uns liegt das Breitgefächerte Delta des Pamirflusses und wir sehen, wie er sich verwebt mit dem Wahkan. Einige km weiter wissen wir, warum die Straße nicht am Fluss entlang führen kann. Er durchfurcht jetzt in tiefen Schluchten das Gebirge. Auch die gegenüberliegenden Gipfel sind schneebedeckt. Der Pamirfluss trennt immer noch Afghanistan und Tadschikistan. Die Gebirge auf beiden Seiten sind durch ein sehr weiches, sedimentreiches Gestein gekennzeichnet. Bei Regen gibt es nicht nur Sturzbäche sondern auch Stein- und Schlammlawinen.

Nach 37 km entschwindet der Hindukusch aus unserem Blickfeld.

Herrlich Blumenwiesen lassen uns stoppen und fotografieren.

Nach 65 km entfernen wir uns nach einer Passkontrolle in 3745 m Höhe vom Pamirfluss und Afghanistan. Jetzt gehen wir getrennte Wege.

Bald haben wir die 4000 m erreicht. In dieser Hochebenen gibt es noch immer Hirten mit ihren Herden. Welch hartes, entbehrungsreiches Leben.

Der höchste Punkt unserer heutigen Fahrt ist 4322 m hoch. Bis jetzt haben alle die Höhe gut überstanden.

Jetzt geht es wieder bergab. Violette Blumenkissen schmücken die Berghänge und Quellwiesen bringen Wasser talwärts. Nach 104 km erreichen wir die M 41, den Pamirhiygway. Auf diesen 100 km haben wir 2 Autos, 10 Menschen, 3 Ziegenherden und einige frei laufende Kühe gesehen – eine Bergstrecke eigentlich zum träumen und verweilen.

Wir überqueren die M41, haben für einen kurzen Moment Telefonnetz und biegen dann nach Bulunkul ab.

In 3800 m Höhe finden wir an dem wunderschönen Yashilkul-See unser Nachtquartier. Nach Sonnenuntergang wird es rasch empfindlich kühl. Jetzt sind nur noch 9 Grad.

 

 

 

die 1. Begegnung mit dem koreanischen Radfahrer

wir überfahren erstmalig mit dem Auto die 4000 m Höhe

es wird die bisher kälteste Nacht, 2,5 Grad

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