Dietmar und Geli Unterwegs

26. Juni 2016 Auf dem Dach der Welt

2,5 Grad, unsere tiefste Nachttemperatur bisher, aber in fast 3800 m Höhe ganz normal. Die Sonne lacht die Kälte weg und es wird rasch wohlig warm. Wir haben die erste Nacht in so einer Höhe gut überstanden. Nach der Abfahrt aus Bulunkul erreichen wir nach 6km die M 41 und haben wieder Netz. In Windeseile wird alles in den Blog gestellt und alle Korrespondenz erledigt.

Wir bewegen uns jetzt auf einem Hochplateaus immer so um 3900 m Höhe eingebettet in schneebedeckte 5000er. Jetzt wissen wir, warum der Pamir so genannte wird, wir kommen uns auf diesem Plateau, das vielleicht 60×5 km Ausmaße hat, wirklich wie auf dem Dach der Welt vor. Durchqueren wir die Felskette eines Plateaus, schließt sich ein nächstes an, nun 4000 m hoch mit wechselnden Farben und Formen der Felsen.

Als wir die M 41, den Pamirhiygway, verlassen und uns nach Süden wenden, versperren uns erst einmal herunter hängende Kabel einer Stromleitung den Weg. Wen stört das hier – niemand.

Der Plateaucharakter der Landachaft bleibt, wir fahren jetzt sogar in 4100 m Höhe. Der Weg ist jetzt reine Piste, die immer wieder durch mehr oder weniger tiefe Wasserläufe gequert wird. Manchmal geraten wir darin ganz gewaltig in Schieflage.

Wir sind ständig am Gefühle wechseln zwischen Bewunderung der Landschaft und Konzentration auf die Piste, dazwischen noch fuchsbraune Murmeltiere, Wasserläufe, Felsformationen oder sonstiges Festhaltenswertes fotografieren.

Irgendwann kommen wir an einem Gehöft vorbei, völlig einsam inmitten der Bergwelt, da sind wir eine willkommene Abwechslung für Enkelin bis Oma. Nach dem Austausch der üblichen Fragen, kleiner Geschenke und Fotoshooting setzen wir unsere abenteuerliche Reise fort. In der Ferne sehen wir die große Yackherde des Bauern. Die Bewohner dieser Region sind überwiegend Kirgisien, was sofort zu sehen ist. Sie unterscheiden sich deutlich im Aussehen von den eher persischstämmigen Tadschiken im Süden und Westen.

Am Ende unserer heutigen Tagesreise landen wir bei einigen Häusern mit Großfamilie. Wir werden freudig umringt und begrüßt, sofort sind wir in Gespräche verwickelt. Uns werden Tee und Joghurt angeboten. Aber dann lässt man uns erst einmal zur Ruhe kommen und nach der anstrengenden Fahrt verschnaufen. In den letzten Sonnenstrahlen schlürfen wir den heißen Tee, spielen mit dem jungen Hund und klopfen uns gegenseitig auf die Schulter ob der vollbrachten Leistung. Schnell wird es hier in 4185 m Höhe empfindlich kühl. Bevor wir in unsere Kojen schlüpfen, gönnen wir uns noch ein Bad in der über 40 Grad heißen Thermalquelle. Das lockert die verspannten Muskeln und macht Bettschwere.

Jetzt, am folgenden Morgen, wissen wir, dass wir auch diesen neuen Schlafhöhenrekord gut überstanden haben.

waschen sus dem Eimer, aber mit Waschschrank

wie jeden Tag,hinter uns nur Staub


Schafherde am oberen Hang

kochen für die Zeltmannschaft
unser höchster Schlafplatz, problemlos

  1. Liebe Angelika,
    da könnt ihr euch wirklich auf die Schultern klopfen – tolle Leistung – und immer spannend dein Reisebericht!
    Weiterhin eine schöne und pannenfreie Reise.

    Bärbel Kriens

  2. Wenn ich auch nicht jeden Tag schreibe, lese ich ganz aufmerksam Deine Berichte, liebe Geli.
    Ich bin nach wie vor begeistert und ziehe den Hut vor Euch. Diese Erlebnisse kann Euch keiner nehmen und ich bin auch ein klein wenig neidisch, aber nur ganz wenig!!!! Weiterhin alles Gute und möge Eure Reise bis zum Schluss ohne Pannen verlaufen.

  3. Liebe Geli, lieber Dietmar,

    immer wieder sind wir von Eurer Reise und den Berichten fasziniert.
    Sicherlich ein unbeschrieibliches, einmaliges Erlebnis, das wir leider nur auf diesem Weg mit Euch teilen können.
    Wir wünschen Euch weiterhin alles, alles Gute und weiterhin eine pannenfreie Fahrt.
    Liebe Grüße
    Lisi & Martin

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