Dietmar und Geli Unterwegs

28. Juni 2016 Am Murgabfluss entlang ins Herz des Pamir

Im Frühstücksraum des Hotels ist ein buntes Stimmengewirr. Seit 6 Uhr sind die ersten Touristen mit ihrer Weiterreise beschäftigt.Wir füllen noch Lebensmittelvorräte auf und Diesel mit einem Trichter aus Kanistern von einem örtlichen Anbieter.

Murgab, die Gebietshauptstadt, liegt in einem großen, offenen Tal in über 3500 m Höhe ohne Bäume und Stäucher, eigentlich ohne Vegetation. Dadurch wird die einfachste Bausubstanz sehr sichtbar. Das Hotel sticht damit deutlich aus den übrigen Häusern heraus. Hier sind wir wieder bei der relativen Beurteilung der Dinge.

Als wir abbiegen von der M 41 und in das Tal des Murgab haben wir zuerst Wellblechpiste und fahren so um die 60 km/h. Das ändert sich sehr schnell. Aus den Bergen, die aus sehr losem Sedimentgestein bestehen, werden ständig Wasserwege ausgespült, die auch die Piste wegschwemmt. Bei jedem Stopp schwirren eine Unmenge hecktischer Insekten um uns herum. Sie fliegen schneller als wir fahren

können.

Im Tal machen wir noch Mittagspause, weil unsere Guides ein kleines Motorproblem hatten.

Bei dem Kontrollgang stellt Dietmar fest, dass an der hinteren Blattfeder links eine mittlere Lage gebrochen ist. Sie hat sich aus dem Blattfederlager gelöst und nach vorn geschoben. Das Blattfederteil ist mit der Seitenfixierung der Blattfeder verbunden und schaukelt nun hin und her. Eine nähere Betrachtung der beiden Bruchstellen lässt erkennen, dass es sich um einen alten Bruch handeln könnte.Die Teile lösten sich wegen der Hoppelei auf der Waschbrettpiste. Da wir die Originalfedern von Nissan durch „Oldman Emu Federn“ ersetzt hatten, sind zwei Lagen mehr vorhanden, mit denen wir gut weiter fahren können. Um die Federn zu entlasten, haben wir den Druck der Luftfedern um 0,5 Bar erhöht.

Nach dieser genauen Inspektion ist Dietmar bereit weiter zu fahren.

Wir überqueren den Murgab und steigen in engen Serpentinen einen Furcht einflößenden Schotterberg hinauf von 3500 m bis fast 4000 m. Wir sind uns über das Ziel nicht im Klaren. Eigentlich wollten wir wieder zu einer heißen Quelle, aber hier oben, mitten im Herzen des Pamir?

Wir blicken einen Abhang hinunter, da ganz unten soll die Quelle sein. Wie kommen wir dahin? Laufen? Zu weit. Mit den Autos fahren? Zu halsbrecherisch! Unser Fahrer läd die Mutigen ein und will mit uns runter fahren. Auf halber Strecke muss er stoppen. Ein Erdrutsch hat die Piste weggespült. Wir sehen von oben zwei verfallene Gewächshäuser und zwei weitere verlassene Gebäude. In dem einen war die heiße Quelle und das warme Wasser hat die Gewächshäuser gespeist.

Also nichts mit Abstieg und Baden.

Oben hat Dietmar die Strecke zur „Pamirprüfung“ gekürt. Diesen Namen hat sie sich fürwahr verdient.

Also erst mal Kaffee trinken und beratschlagen. Hier oben will fast keiner bleiben, zu kalt, zu windig, zu gefährlich bei Regen und Wolken ziehen auf.

Also doch wieder absteigen und die Blicke aus der anderen Perspektive genießen. Welch eine imposante Landschaft.

Wieder unten, finden wir direkt am Murgab unter windschiefen Weiden einen schönen Schlafplatz. Kinder und Hunde wollen unsere Bekanntschaft machen. Sonst sind wir hier völlig allein, kein Autoverkehr, keine Touristen, niemand kommt aus dem nahen kleinen Minidorf. Nur eine einzelne Kuh kehrt abends ohne Hirten zu ihrem Stall zurück.

Ein Leben, wie es vor 100 Jahren auch viele Menschen in den Alpen geführt haben. Heute kann sich diesen Alltag keiner mehr vorstellen, hier ist er noch allgegenwärtig.

 

Verabschiedung im Hotel „Pamir“schon typisch kirgisisch….
Wasser “ tanken“ln Murgab
ein „Moskwitsch“
der weisse „Vorbote“ des Pik Lenin

es wird teilweie sehr schmal am Hang bei losem Geröll


Fixierung hergestellt damit kein Hohlraum im Federpaket entsteht
Luftfeder um 0,5 bar erhöht damit die Blattfeder entlastet wird

  1. Hallo Ihr Abenteurer, hier ist wieder einmal Dieter, der Exilafrikaner. Ich habe ja schon viel gesehen, aber Eure Tour finde ich klasse. Ich lese jeden Bericht und ärgere mich ein bißchen, dass ich das nicht auch schon gemacht habe. Aber das kommt noch. Unsere Aktivitäten sind zur Zeit in Afrika. Die Welt ist einfach zu groß und unser Leben zu kurz. Auf Euren Spuren will ich unbedingt noch wandeln. Reisen ist richtig Arbeit. Will mir immer keiner glauben. Deshalb werde ich Euch nach der Tour löchern.
    Wir wünschen Euch weiterhin eine tolle Zeit und Eindrücke fürs Leben!
    Mit welcher Agentur habt Ihr das eigentlich gemacht?

    Ganz herzliche Grüße, auch an Eure anderen Mitreisenden!
    Gudrun und Dieter

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