Dietmar und Geli Unterwegs

02. Juli 2016 Von Tadschikistan nach Kirgisien bis ins Tal des Gülchö

Die letzte Nacht in Tadschikistan war klar und kühl, 4,5 Grad. Hier oben in fast 4000 m Höhe waren wir nachts etwas kurzatmig. Der Rundblick um den See macht uns am Morgen wieder lebendig. Das Rätselraten um den Pik Lenin hat keinen Sinn, da er von Wolken verhangen ist.Der koreanischen Fahrradfahrer ist schon gegen 7 Uhr an uns vorbei gefahren.

Der Aufstieg zum ersten Pass in 4232 m Höhe führt uns weiter durch eine vegetationslose Bergwelt. Von chinesischer Seite grüßen uns ebenfalls viele schneebedeckte Gipfel.

An einer Stelle ist die Straße weggebrochen. Ich filme die Durchfahrt durch den Fluss und merke vor Begeisterung gar nicht, wie eiskalt das Wasser ist.

Ein kurzer Abstieg (wir sind jetzt 10 000 km von zu Hause gefahren) und dann der Anstieg zum Grenzpass in 4336 m Höhe – kalt, windig und wenn es nass wäre, furchtbar schlammig. Eigentlich erschreckende Arbeitsbedingungen in windschiefen Baracken. Die Abfertigung ging zügig mit kleinen Missverständnissen ohne nennenswerte Zollkontrollen, nach 30 Minuten war alles erledigt. Das gabs an noch keiner Grenze so schnell.

Nach 20 Tagen verabschieden wir uns vom kleinste zentralasiatische Land mit seinen liebenswerten, freundlichen Menschen und seinen wechselvollen Gebirgs- und Flusslandschaften. Ein Land, dass uns große Achtung vor seinen Menschen abringt, die tagtäglich unter schwersten Bedingungen ihre Existenz sichern müssen und dabei immer liebenswert und überaus gastfreundlich sind.

Tadschikistan ist unbedingt eine Reise wert zu Fuß, per Fahrrad oder Auto wenn man vorbehaltlos die Menschen und das Land kennen lernen will, keine Stapazen auf den unwegsamen Straßen scheut und keine europäischen Maßstäbe anlegt.

Nun geht es 21 km bergab im scheinbaren Niemandsland über staubige, holprige Pisten mit immer wieder frei werdenden Blicken auf das gigantische, vergletscherte Pik Lenin Massiv.

Eine graubärtige Fahradfahrergruppe kommt uns lächelnd und winkend bergauf entgegen. Wo nehmen diese Menschen ihre Kondition her – Hut ab.

Die Bergwelt wechselte ständig ihre intensiven Farben von grün zu rot oder orange. Selbst das Flusswasser hatte diese intensiven Farben und die Flusssteine waren ein buntes Gemisch aus roten, grünen, grauen Steinen. So kontrastreich habe ich das noch nie gesehen.

Auch 2 argentinische Wanderer werden das so empfunden haben. Der Pamir zieht viele Begeisterte an.

Nach diesem 21 km erreichen wir die kirgisische Grenzstelle. So eine schnelle und kompetente Abfertigung hatten wir bisher noch nicht. Auch diese Erfahrung widerspricht völlig dem Bericht im Reiseführer. Entweder sind wir Sonntagskinder oder bei uns haben immer die freundlichsten Beamten Dienst oder nach deutschem Sprichwort: Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Nach einer Stunde und je 15 Dollar für das Fahrzeug, waren alle 4 abgefertigt – diese Grenzabfertigungsstelle verdient von allen bisher Platz 1

Wir sind in einem neuen Land. Nach 1 km machen wir Geburtstagskaffeepause und wer rollt heran? Unser altbekannter Koreaner. Kerstin läd ihn zum Kaffee ein und er bleibt eine ganze Weile bei uns sitzen. Auch die ersten kirgisischen Hunde schließen unsere Bekanntschaft.

Kirgisien begrüßt uns mit viel sanfteren und grünen Bergen, links und rechts eine Unmenge Herden und die Menschen wohnen bei ihren Tieren,neben Jurten auch zunehmend in Bauwagen. Im Hintergrund begleitet uns immer noch das gletscherbedeckte, gewaltige Massiv des Pamir. Es ist der imposanteste Anblick dieses Gebirges, den wir auf der ganzen Reise hatten. Die Alau-Talsstrasse, die von hier nach Duschanbe führt, soll die schönste in ganz Zentralasien sein. Von hier aus kann ich mir das bei guter Sicht auch vorstellen. Dann steigen wir nach Sany-Tash wieder auf 3615 m hoch durch das Alau-Gebirge und damit endete für uns der faszinierende Blick auf den Pamir und damit das Dach der Welt.

Jetzt wird alles ein bisschen kleiner, aber dafür bunter. Das Farbenspiel der Berge lässt uns die Fotoapparate nicht kalt werden.

An der Straße nach Osh (es ist immer noch der Pamirhighway) aber jetzt in sehr guter Qualität, läuft an vielen Stellen das Quellwasser aus Rohren zum Wasserfassen Wir nutzen die Gelegenheit zum Frischwassertanken, es sind jetzt angenehme 25 Grad in 2178 m Höhe, und für die Kinder im Dorf sind wir eine willkommene Abwechslung.

In dem Dorf Sopu-Korgon wollen wir in den Bergen einen Schlafplatz suchen. Dort hat der Regen am Vortag aber den ganzen Weg verschüttet. So fahren wir zurück und landen auf dem Parkplatz des Krankenhauses.

Die diensthabende Ärztin will uns erst des Platzes verweisen. Als sie Bernd und Kerstin aber zum Geburtstagsabendessen einläd, dürfen wir bleiben. Wir plaudern noch lange gemeinsam.

Frau Dr. Gula organisiert kurzerhand per Handy ein Fischessen samt Autofahrt in ein kleines Restaurant am Rande des Dorfes. Leider verhindert ein Notfall ihr Mitkommen und sie schickt ihre Nachtschwester mit.

Er fängt also auch in Kirgisien spannend an.

Das Geburtstagsfischesses war sehr lecker und wir bedanken uns bei den Gastgebern Kerstin und Bernd sehr.

 

Die Strecke zwischen den Grenzstationen
Grenzanlagen im Vorfeld zur Chinesischen Grenze
„unserer“koreanischer Fahrradfahrer,mehrfach getroffen

Toilette auf dem Pass mit einem Seil gesichert
der re.Berg ist der Pik Lenin,7134 m hoch

Kaffeepause am Strassenrand


Kerstin läd zum Geburtstag ein mit Sekt und zum Fischessen
die Ärztin begrüsst uns persönlich, wir schlafen vor dem Krankenhaus
unsere Köchin vom Fischessen

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