04. Juli 2016 Ruhetag in Osh
Schon früh ist es schwül warm, zum Glück gönnen wir uns einen Ruhetag. Rund um das Hotel herrscht schon wieder ausgelassenes Markttreiben. Die Stände quellen über von frischem Obst, Gemüse, Brot und allem, was die Hausfrau braucht, besonders heute, am Ende des Ramadan.
Jeder von unserer Gruppe geht seinen Vorhaben nach.
Wir suchen einen funktionierenden Geldautomaten, am Montag kein Problem, da sind alle wieder mit Som gefüttert. Im übrigen Land, außer Bischkek werden wir keine mehr finden.
Ich lasse mir von einem hübschen, jungen Friseur einen praktischen Tienschan-Haarschnitt verpassen für umgerechnet 4 €.
In einem Parkrestaurant am Fluss essen wir etwas und überlegen, wie wir den Tag weiter verbringen.
Auf der Suche nach der 3stöckigen Jurte komme ich an der großen Rajon-Bibliothek vorbei, ein imposanter Sowjetbau. Die meisten großen, wichtigen Gebäude der Stadt, wie die Universität, das Unikrankenhaus, das Haus des Glücks (der Heitatstempel) stammen aus dieser Zeit. Hinter der Uni finde ich gesuchte Jurte, ein Blechbau unklarer Funktion.
Hier ist auch der Aufstieg zum Sulajman Too. Leider sind rund um die Stadt dicke, dunkle Wolkenberge. Ein Aufstieg lohnt sich nur ein Stück. Von den wunderbaren Bergen des Tienschans ist nichts zu sehen. Was hatten wir da bisher für Glück mit dem Wetter.
Der Tienschan (Berge, die zum Himmel reichen), das Hauptgebirge Kirgisiens wird wie der Pamir von der Zusammenschiebung der indischen und der eurasischen Platte gefaltet.
Der Tienschan dehnt sich in Ost-West-Richtung bis nach Usbekistan über 2000 km aus und in Nord-Süd-Richtung von der kasachischen Grenze bis nach China zur Taklamakanwüste. Er ist wie der Pamir die Fortsetzung des Himalaja. Seine höchsten Gipfel sind ebenfalls über 7000 m. Wir werden also weiter auf vielen Gebirgspfaden durch das nächste zentralasiatische Land dampfen.

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