Dietmar und Geli Unterwegs

23. Juli 2016 Abschied vom hohen Tienschan mit Neuschnee

Heute heißt es Abschied nehmen von den ganz hohen Bergen. Noch ein letzter, wehmütiger Rundblick und Abfahrt von der riesigen Weide, auf der wir standen. Wir kommen vorbei an unserer Radwechselstelle und an dem komischen Schiff. Später erfahren wir, die Chinesen haben die beiden Schiffe bis vergangenes Jahr zur Goldwäsche genutzt. Der Ertrag scheint zu gering zu sein, nun schwimmen die Dinger nutzlos im Wasser. Wir grüßen überall die Hirten und die Kinder an den Jurten. Ein Hirte erzählt uns stolz, dass er 700 Tiere sein eigen nennt.

Je höher wir kommen um so kälter wird es. Dann sehen wir, ab 3600 m liegt Neuschnee und es graupelt. Die Temperatur ist auf 5 Grad gesunken. Oben auf dem Chong- Pass in 3822 m Höhe begrüßt uns der Straßenwart und er freut sich, als wir ihm die Fotos mit seiner Frau schenken. Sie ist heute mit dem „Linienbus“ ins Tal gefahren. Hier hofft jeder der von A nach B will, auf einen freien Platz in einem vorbeikommenden Fahrzeug. Manchmal ganze Familien.Ein junger Mann steht bei dem Straßenwart und würde gern mit Bernd mitfahren. Natürlich!

Gleich hinter dem Pass machen wir noch ein paar Neuschneefotos. Da schreie ich auf: „Weg, weg!“ 2 m hinter unserem Auto schießt ein fußballgrosser Steinbrocken den Hang herunter und knallt auf die Straße. Hatten wir ein Glück. Das wäre eine riesige Beule, wenn nicht sogar ein Loch im UFO geworden. Der Tienschangott und seine Engelbrigade haben uns gut beschützt.

Jetzt geht es steil hinab. Ab 3500 m an den Südhängen sind die Berge wieder begrünt und als Weide nutzbar. Heute, am Samstag sind etliche Städter zum Picknick in die Berge gefahren.

80 km und wir verlassen unsere geliebte, holprige A 364, die uns so phantastisch Einblicke in die Welt des Tienschan ermöglicht hat.

Bernd verabschiedet seinen Fahrgast, der auch Straßenwart ist und vom Paß nach Hause wollte.

Unser nächstes Ziel ist die „Vulkanisazia“. Wir lassen die beiden defekten Reifen flicken und in den kaputteren zusätzlich einen Schlauch einziehen. Alles für einen Preis, den glaubt zu Hause keiner. Dafür als Zugabe Besichtigung des Ufos.

Was soll unser nächstes Ziel sein? Wir suchen uns auf der Karte einen Canyon aus, der verspricht, landschaftlich reizvoll zu sein und nicht weit von unserem morgigen Treffpunkt mit dem zweiten Teil der Gruppe liegt.

Die Straße ist wieder sehr „pistig“.Wir fahren durch kleine, recht hübsche Orte, lassen uns von einem Mann erklären wer Toktogul war, so hieß der Ort einmal und lassen uns den weiteren Weg nach Jirgalang erklären. Toktogul ist der Vorname eines berühmten kirgisischen Nomadenmusikers, nachdem auch ein Stausee benannt ist.

Bernd spielt noch ein zweites Mal am heutigen Tag Busfahrer und nimmt wieder einen an einer Haltestelle wartenden Mann mit. Wir fahren in ein Naturschutzgebiet Richtung Jirgalang-Canyon wieder in die Berge Hier ist alles lieblich geschwungen nicht so steinig und schroff. Es gibt Lichte Fichtenwälder. Ganze Hänge sind neu aufgeforstet.

Wir kommen über einen Hügel und Jirgalang liegt vor uns. Doch was für ein Bild zum Erschrecken ähnlich wie Engilchek. Auch hier ein Bergbauort, der dem Verfall preisgegeben ist. Staatlich geförderte Rückbauprogramme kennt hier keiner.

Dieses Bild steht in so krassem Gegensatz zu der lieblichen Landschaft. Wir fahren durch den ganzen Ort um dann Richtung Canyon zu kommen. Der Weg ist bald nicht mehr befahrbar und wir weichend auf eine Wiese aus.

Wir verdrängen den Anblick des Ortes und erfreuen uns an der abendlichen Natur, die hier durch den Bergbau tiefe aber inzwischen verwachsene Narben hat.

Hier in dieser Region treffen die Bergketten nördlich und südlich des Issyk Kuls im Osten wieder zusammen,dadurch gibt es auch hier keine Abflüsse für den See.


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