Dietmar und Geli Unterwegs

27. Juli 2016 Singende Dünen – das wollen wir hören

Die Luft ist schon morgens heiß. Und dann eine unbekannte Strecke von über 350 km. Mit Piste geht es los. Dann in einem Ort Internet suchen, E. muss wissen, ob sein Ersatzteil mit DHL auf Reisen gegangen ist. Alles bestens, es kommt morgen in Almaty an. Die Reise geht weiter über flirrend heiße Straßen, wir haben 39 Grad, durch endloses Steppengebiet, im Rücken die letzte Kette des Tienschan als Grenze zu Kirgisien bis 4900 m hoch. Zwischendurch auf unserer Strecke namenlose 2-3000 Berge, die wir kaum noch beachten.

Dann biegen wir wieder nach Süden ab zum Kapschagaj-Stausee, der den Ile staut. Ile, der Glitzernde oder der Östliche. Er ist der Hauptfluss des Siebenstromlandes. Er entspringt in China und ergießt sich am Ende in den Balchasch-See. Auch die Karawanen der Seidenstraße sind an seinen Ufern entlang gezogen.

Wir nähern uns dem Kapschagaj-Stausee von Norden. Sein Südufer ist 90 km von Almatys Zentrum entfernt und deshalb ein beliebtes Ausflugsziel. Er ist 100 km lang und bis 25 km breit.

Wir nähern uns dem See von Norden her durch den Nationalpark Altym Emel (Goldener Sattel). Hier soll Dzhinghis Khan 1219 mit seinen Truppen vorbei gekommen sein und gesagt haben, er fühle sich wie auf einem goldenen Sattel zwischen den Bergen.

Der Nationalpark wurde 1996 gegründet und die Ein- und Ausfahrt wird streng bewacht. Wir übersehen leider das kleine Hinweisschild zum Büro im Dorf Basschi und sind erstaunt, als wir an einer Schranke nicht weiter dürfen. Wir müssen zurück um Eintrittskarten zu kaufen und einen Guide mitzunehmen.

Nun geht es 41 km durch die Steppe auf Pisten zu den Dünen. Unterwegs kommen wir an riesigen Opfersteinen aus grauen Vorzeiten vorbei. Dann erblicken wir die goldgelben Dünen in der Abendsonne zwischen zwei Bergstöcken. Wirklich, ein goldener Sattel!

Auch wir wollen ihn besteigen und krabbeln die 180 m auf feinstem Sand empor. Zwei Schritte vor, einen zurück. Aber wo singt sie, die Düne? Eine Frau zeigt es mir. Hinsetzen und bergab rutschen. Na, das ist doch was für mich. Der dabei rutschende Sand erzeugt ein tiefes brummendes Dröhnen, wie bei einem Flugzeugstart. Je tiefer ich komme um so lauter wird es. Irre!!!😃 Fast unten, sehe ich vor mir ein eigenartiges Bild im Sand, wie ein „S“. Dann bewegt sich das „S“ ein wenig. Vorsicht! Weg hier! Eine Giftschlange! Der Guide hatte uns gewarnt! Es ist alles gut gegangen, die Schlange hatte mehr Angst als ich.

Am Auto kommen erste Regentropfen , in den Bergen wetterleuchtet es. Nun ab zum Camp. Ein wasserreicher Platz unter uralten Weiden, sehr heiß, sehr windstill und mückenreich – es wird eine anstrengende heiße Nacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.