Dietmar und Geli Unterwegs

 9. August 2016 Vom Altaikreis zur Republik Altaj

Das Wetter meint es im Moment nicht sonderlich gut mit uns. Die Wolken hängen über dem Ob und es ist sehr kühl, 16 Grad, so dass selbst von diesem Traumort der Abschied nicht all zu schwer fällt. Wir müssen zurück nach Bijsk, einen anderen Weg gibt es nicht über den Fluss. Die Stadt so regennass wirkt in ihren Industriegebieten noch weniger gewinnend als am Vortag. Aber dann kommt der Hammer, es geht steil zum Fluss hinab, unten ein kleines Häuschen aus dem plötzlich ein Kästchen hervor fährt. Man legt 25 Rubel rein, das Kästchen fährt zurück, die Schranke geht auf und man fährt über eine Pontonbrücke über den Bija. Auf unserer Fahrspur schweisst ein Arbeiter, alles kein Problem. Das war ein Tagesauftakt!

5 km nach Bijsk ein Hinweis auf ein Museumsdorf. Wir halten und besuchen das Dörfchen. Es wird so im Stil eines Öko- oder Kräuterzentrums mit Seminarräumen für Gruppen oder Klassen gebaut alles im Einklagen mit den Mythen der Region und mit Symbolen der Jahreszeiten und der Tiere, die hier leben. Wir werden eingeladen zum Tee trinken und Honig kosten. Dabei bekommen wir ganz viel über den Honig und den Tee erklärt. Die junge Mitarbeiterin erzählt uns sehr viel, sie würde uns am liebsten gar nicht gehen lassen.

Wir erfahren auch, dass die Altaimutter, Umja, die Göttin der Fruchtbarkeit und der Unterwelt im Zentrum der Holzhäuschen dargestellt ist. Unseren ersten Kontakt hatten wir mit ihr schon im Tienschan. Dort trafen wir ihr männliches Gegenstück, den Herrscher des Himmels, Khan Tengri.

Das Belucha-Massiv hier im Altai ist ihre Heimat. Bei ihr entspringt auch die Katun, „die Wirtin“. An ihr fahren wir jetzt entlang und an ihrer Vereinigungsstelle mit dem Beja zum Ob waren wir gestern. Wir tauchen hier in eine sehr spirituelle Gegend ein.

Zunächst werden wir aber vom Regen in Wasser getaucht. Schnell in die Autos und weiter, aber wohin bei diesem Dauernass?

Doch nach Gorno-Altajsk, in die Hauptstadt der Republik Altaj, zum „Roten Hund“, einem Hotel, benannt nach dem Chow-Chow der Besitzer. Wir brauchen unbedingt die amtliche Anmeldung nach fünf Tagen. Amtsangelegenheiten erledigt man am besten bei solchem Wetter.

Das Hotel hält was der Reiseführer verspricht, obwohl die Zufahrtsstraßen eher einem unterspülten Bergwaldweg gleicht und es an der Hauptstraße auch keinen Hinweis zu einem Hotel gibt.

Die Republik Altaj ist also nicht zu verwechseln mit dem Altaikreis, dessen Hauptstadt Barnaul ist. Die Republik Altaj ist ein autonomes Gebiet mit eigener Regierung seit 1993, eigener Sprache und Regionalfernsehprogramm.

Dank Internet und Strom können wir Bilder sichern und neue Informationen sammeln.

So hat auch ein Regentag etwas Gutes und über das russische Fernsehen bekommen wir mit, dass die Olympiade in Rio begonnen hat.

 

Umaj,die Göttin der Fruchtbarkeit und der Unterwelt

2 Kommentare

  1. Hallo Ihr Lieben, ich melde mich heute auch mal wieder und bin rundum froh, Eure wunderschönen Berichte und Bilder zu verschlingen und bei Euch zu sein. Ich entdecke viele Dinge, die ich in Sibirien auch erleben durfte. Diese Erlebnisse vom einfachen Stadtleben, weiße Birkenwälder und breite Flüsse und die hohe Berge und große Pfützen….. Es ist wunderbar bei dieser erstaunliche Technik „Internet“, Euch ganz nah zu sein. Heute ist für uns auch ein schöner Tag, unsere neue Küche wird aufgebaut und dann ist der Umzug beendet und wir kommen an in unserem neuen Leben, kommt uns bloß besuchen, damit wir uns feste Wiedersehen und wir unsere neuen Erlebnisse austauschen können. Bis dahin gute Fahrt und viel Abenteurer pur…. Viele Grüße an alle Eure Berthelmänner

  2. Wir freuen uns das es wieder Bilder gibt,
    ich finde sie sehr schön,und sehr interessant.
    Macht weiter so.Wir wünschen weiterhin viele
    interessante Begegnungen. Bleibt gesund,
    ganz liebe Grüße Günti&Gabi

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