Dietmar und Geli Unterwegs

13. August 2016 In die Heimat von Dshingis Khan

Pünktlich um 9 Uhr beginnt die Grenzbrigade ihren Dienst. Wir stehen zum Glück gleich am Anfang der Schlange, da wir ja vor dem Grenztor geschlafen haben. An jeder Grenze sind die Prozeduren anders, wir nehmen es gelassen. Für die Autos fehlt uns allen die Einreisedeklaration, diese haben wir bei der Einreise nicht erhalten.Die Kollegin drängt anfangs mit Nachdruck auf diese Deklaration,findet dann doch eine Lösung,das wir ohne dieses wichtige Dokument weiter abgefertigt werden!So sind wir nach 1 Stunde alle durch die letzte Schranke und fahren 20 km durch die menschenleere Bergsteppe in über 2500 m Höhe bis wieder eine Schranke kommt, der letzte Posten von Russland in 2471 m Höhe. Vor uns das Schild „Mongolia“, die Heimat Dshingis Khans und unser letztes Reiseland vor dem Baikalsee. 15 600 km sind wir bis hier her gefahren und 15 Wochen sind wir unterwegs. Nach der Schranke ist der Asphalt zu Ende und es geht 5 km bergab auf holpriger Piste bis auf 2350 m. Beide Länder haben wohl sehr sinnvoll entschieden, ihre Grenzstationen in den jeweils letzten Orten ihres Landes zu errichten um den Wartenden und den Bediensteten vor allem im Winter das Los zu erleichtern. So haben auch die Dorfeinwohner Nutzen von der Grenze, die Wartenden sorgen für Umsatz. Wir auch, denn nach 1,5 weiteren Stunden Grenzprozedur, hier sprechen alle Grenzbeamten neben Russisch auch Englisch, haben wir Hunger. In einem Minihostinec, was gleichzeitig Wohn- und Schlafraum der Familie ist, bekommen wir Tee und frisch zubereitete Pelmenis.

Wir schließen eine Versicherung ab, das klappt hier besser als in anderen Ländern, wo wir die Versicherungsstelle umständlich suchen mussten, z. B. Kasachstan und Tadschikistan. Und die Männer haben sich aufs Geldtauschen spezialisiert. So sind wir nach 2 Stunden Mongolei schon mit dem wichtigsten am Wochenende versorgt.

Die Fahrt in neue Weiten kann beginnen. Grashochland, Herden, weißere, flachere Jurten als in Kasachstan und Kirgisien, neugierige Kinder und kleine Mädchen auf Pferden. Wir saugen alle neuen Eindrücke in uns auf.

Vor uns plötzlich ein Wohnmobil aus Frankreich,ein Landrover Defender aus den Niederlanden mit festmontierter Wohnkabine und ein MAN, 7,5 Tonnen, aus Deutschland,eine Fatamorgana? Nein, eine deutsche Familie mit zwei Vorschulkindern, ein niederländisches Paar, eine französische Familie auch mit zwei Vorschulkindern.Die wollen alle einen Monat nach China und dann über lange Wege zurück bis Mitte nächsten Jahres sein.

Also es gibt noch verrücktere als uns. Sie hofften, das wir anhalten und wir hofften, das wir sie dazu bewegen. So weit von der Heimat entfernt werden auch Europäer kommunikativ.

Wir brausten nach dem Austausch vieler Informationen in Windgeschwindigkeit davon und suchten uns in 2600 m Höhe ein Kaffeeplätzen mit Panoramablick auf alle 4000er des Mongolischen Altai.

Ab 2100 m wächst neben dem Hartgras auch erstes Strauchwerk.

Dann liegt Ulgij (Олгий) mit vielen bunten, neuen Dächern vor uns. Die erste mongolische Stadt, in die wir fahren mit 32.000 Ew., die überwiegend kasachischer Nationalität sind.

Wir suchen einen Laden, wo man SIM-Karten kaufen kann. Irgendwie wird ein junger Mann auf uns aufmerksam und er meint, er habe so etwas. Also fahren wir hinter ihm her. Er bemüht sich sehr uns zu helfen. Nach einer Stunde ist es ihm gelungen, eine funktionierende und neu zugeschnittene Karte einzulegen.Es ist seine eigene die er für mich mit 5 GB Datenvolumen aufläd und für 20$ überlässt.

Nun haben wir auch in der Mongolei Kontakt zur Welt und könne aktuell den Blog wir weiteren Informationen versorgen.

Wir fahren gen Osten und haben bald eine Traumgegend – grüne Flussauen, Berge aller Farben und In der Ferne Schneegipfel.

Wir wollen in der Flussaue schlafen, aber das vereiteln die Mücken. Sie stürzen sich in so großer Zahl auf uns, dass wir die Flucht ergreifen. Weiter oben können wir ganz lange die Schneeberge in der Sonne sehen bis von hinten schwarze Wolken sie verdecken.Ein tolles Schauspiel.

Auf der Piste, von der wir abgebogen sind, fahren noch bis in die Nacht hinein schwer beladene LKW mit Anhängern. Was da wohl drauf ist ?

Später Hüllen uns dann die Wolken mit Regen und Gewitter ein. Ich glaube, das Schaltjahr bringt nicht nur in Europa verrücktes Wetter.


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