Dietmar und Geli Unterwegs

17. August 2016 Unendliche Mongolei und Kamele beim Kaffee

Wenn wir morgens aus unserem UFO schauen, sehen wir in riesige Weiten. Das wird uns zu Hause fehlen. Die Mongolei ist 4,5 mal so groß wie Deutschland hat aber nur 2,8 Mill. Ew. Davon leben 1,4 Mill. in Ulan Bator. Damit ist die Mongolei das Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte, 1,6 Menschen pro qkm.

Wir fahren den ganzen Tag durch riesige Hochflächen immer zwischen 1500m bis 1800m hoch. Diese Hochflächen bilden Kessel, in denen sich bei Regen Wasser sammelt. Teils werden es Seen, oft nur feuchte Wiesen. Die Pisten führen hindurch in der Breite von Autobahnen und sind durch den häufigen Regen im Sommer und die schweren LKW mit tiefen Furchen durchzogen.

Die Berge, mal näher, mal ferner mit ihren unterschiedlichen Formen und Farben, die Herden und Jurten, alles wirkt so unnatürlich friedlich und ruhig. Nur wir hasten hindurch und verbreitenLärm.

Wenn wir uns entschleunigen und anhalten, können wir die Mäuse flink über die Wiese huschen sehen. Diese Riesenmenge kleiner Nager ist ein Futterparadies für die vielen Greifvögel.

In Numrug, einem Dorf fernab jeder größeren Stadt und nur erreichbar in tagelanger Anfahrt über Pisten, die auch wir jetzt bewältigt haben, suchen wir im Supermarkt Brot und finden deutsche Schokolinsen und Apfelmus und noch viele andere ausländische Produkte. Wir fragen uns natürlich, wie kommen diese Dinge hier her und beobachteten schon, wie im Ort von den riesigen LKW einzelne Kisten abgeladen werden. Wahrscheinlich bestellt der örtliche Händler seine gewünscht Ware und die großen Tracker beliefern dann die Dörfer. Und so kommen Schokolinsen und Apfelmus von Deutschland mit dem letzten Glied der Handelskette bis hier in dieses Dorf.

Rund um das Dorf gibt es viele Jurten und Herden. Dadurch ist die Landschaft hier sehr überweidet. Die Grasnarbe kann sich nicht mehr erholen. Das sahen wir schon in den vergangenen Tagen bei anderen Orten. In entfernteren Gegenden ist noch dichterer Grasbewuchs. Dort hin mit Jurte und Tieren zu ziehen stellt aber für die Nomaden viel größere Belastungen dar.

Für uns geht es weiter bergauf und bergab. Den Telmensee lassen wir rechts liegen, das kühle Wetter lockt uns nicht zum Baden.

Wir trinken lieber bei den Kamelen unseren Kaffee.

Da entdeckt Dietmar fließenden Diesel unter unserem Auto. Es tropft nicht mehr, es rinnt im Strahl. Da ist die Kaffeestimmung dahin, die Kamele trollen sich.

D. schwimmt unter dem Auto im Diesel und versucht mit einer Paste das Leck abzudichten, was ihm auch notdürftig gelingt.

Nach 2 Stunden fahren wir weiter, ohne die in wunderschönes Abendlicht getauchte Natur wirklich genießen zu können. Wir quälen uns bis Tosontsengel und suchen eine Werkstatt. Morgen früh sollen wir kommen. Im Internet fragen wir nach, wie andere ihre Tanks reparieren. Wir sind gespannt, wie man das auf mongolisch macht.

 



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