Dietmar und Geli Unterwegs

8. September 2016 Endlich auf Fahrt in Irkutsk

Nebel, Nebel, Nebel!! Herbstanfang mit 8 Grad, huch! Wir wollen um 7 Uhr frühstücken und um 8 Uhr losfahren. Doch wer uns kennt, weiß, das wird nichts. Punkt 9 Uhr kommen wir endlich in Fahrt und starten. Leb wohl Hotel „Irkutsk“, wir haben eine Woche hier verbracht und uns bestens versorgt gefühlt. Das Wetter in der Stadt ist lustig. Gleich hinter dem Hotel auf der östlichen Seite der Angara scheint schon die Sonne. Auf der westlichen Seite begleitet uns der Nebel noch zwei Stunden nach Norden. Wir kommen ein letztes Mal an der Nissanwerkstatt vorbei und hupen zum Dank.

Nach 18 km verlassen wir Irkutsk. 40 km ist die Straße autobahnähnlich vierspurig. Da es über so eine Schnellstraße Fußgängerüberwege gibt, ist vor jedem ein heftiger „Toppes“ zum rechtzeitigen Abbremsen.

Der vierspurige Abschnitt hört auf und die Baustellen beginnen, trotzdem kommen wir gut voran.

Wir müssen tanken, inzwischen ist das mit Karte kein Problem mehr in Sibirien. Das Tankstellennetz ist dicht und fast immer vernetzt.

Ab 11 Uhr hebt sich der Nebel und uns beglückt ein wolkenloser Frühherbsttag mit maximal 23 Grad. Wir haben am Anfang unserer Reise die Birkenknospen aufgehen sehen, jetzt färben sich die Blätter bereits wieder bunt. Wie rasend schnell sind 20 Wochen vergangen.

In Usolye Sibirskoe schlagen wir für das Kaffetrinken bei einem Bäcker kräftig beim Kuchen zu.

Am Lebensmittelmarkt ist auf einer riesigen Werbewand eine Babuschka die Werbeikone. Dazu würde jetzt Karel Gotts „Babitschkalied“ passen.

Weiter geht es nach Norden, Richtung Bratsk.

Nach 400 km um 15 Uhr brauchen wir vor Tulun eine Pause. Jetzt muss der Kuchen dran glauben. Wir biegen abseits von der Straße auf einen Waldweg und meinen, hier ungestört zu stehen, doch es ist ein Weg zu einem Dorf und rege befahren.

Plötzlich hält ein Auto neben uns und hupt. Ich steige aus dem UFO, da kommt ein kräftiger Mann auf mich zu und fragt, wo wir her sind. Als er erfährt, dass wir aus Deutschland kommen, sprudelt es nur so aus ihm heraus: wir Russen, wir einfachen Menschen sind friedlich. Wir sind nicht so wie die Politiker erzählen, die Russen wollen Krieg, das stimme nicht. Er ist für die Berliner – Russische Freundschaft und drückt mich und wiederholt immer wieder, wir sind friedliche Menschen. Ich bestätige ihm das immer wieder und er fährt glücklich davon. Endlich konnte er das Deutschen persönlich erzählen, was ihn sicher jeden Abend vor dem Fernseher bewegt: Wir sind friedliche Menschen, sieht denn das keiner! Doch, wir sehen und erleben es.

Weiter geht die Fahrt. Die Straßen nach Bratsk und nach Westen teilen sich. Unsere Straße nach Krasnojarsk ist in der Karte noch gelb eingezeichnetals untergeordnete Straße, doch inzwischen ist sie gut ausgebaut und ab und an gibt es neu gebaute Motels an der Strecke.

Nach 676 km um 19.30 Uhr fahren wir an ein solches Motel, der Tag geht zur Neige.

Das Motel ist neu und ordentlich,wir essen hier Abendbrot und schlafen davor.
Von den „Standhaften Vier“ lesen wir, dass sie Olchon schon wieder verlassen haben, weil die Saison dort wohl schon zu Ende sei, es keinen Omul mehr gebe und das Wetter zu wechselhaft wäre. Landschaftlich sei die Insel sehr schön und sie haben einen tollen Rundflug gebucht.

Inzwischen sind sie wieder in Irkutsk und bleiben dort bis übermorgen. Dann tritt auch der harte Kern die Heimreise an.

hier erhielt der Navara die neue Kupplung

Novosibirsk 1873 Km


an jedem Haus wird Holz für den Winter gelagert


Ein Kommentar

  1. Nach so vielen Wochen wird es für mich, die stille Leserin, Zeit, euch zu danken. Es ist ein toller Reisebericht geworden, der uns Teil haben lässt, an euren Erlebnissen. Leider habe ich es nicht lückenlos geschafft, auch wir haben ja mal Urlaub… Aber vielleicht gibt es auch mal eine Druckversion?
    Eine rasche Rückreise, die euch noch die eine oder andere und nur positive Überraschung bereitet, wünscht euch von Herzen
    Kati

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