Dietmar und Geli Unterwegs

9. September 2016 Herbstfärbung in Sibirien

Die Nacht war kalt, nur 4 Grad. Gut, dass ich schon das Schaffell im Bett habe. Im Motel können wir lecker frühstücken Bei wolkenlosem Himmel starten wir in den goldenen Herbstmorgen. Die Laubfärbung wird täglich intensiver. Hier ist die Vegetationzeiten deutlich kürzer als in Mitteleuropa.

Trotz dem traumhaften Sonnenschein (hier ist laut Duden der Dativ korrekt) haben wir bei der Abfahrt nur 7 Grad. Die Luft ist klar und rein, nur über Seen, Mooren und unterhalb der Berge hält sich noch der Morgennebel. Wir sehen von hier, südlich von uns, die letzten nördlichen Ausläufer des Altai. Die vielen kleinen und größeren Bäche und Flüsse, die Straßenbauer hier überbrücken müssen, kommen alle aus dem Altai und münden später in die Angara. Deshalb reicht das Wasser in Bratsk für einen noch viel größeren Stausee als in Irkutsk. Die Straßenarbeiter hier sind harte Kerle. Ihr Schlaflager ist gleich neben der Baustelle. Zwischen den Bäumen ist eine große blaue Folie gespannt, darunter stehen kleine Zelte und an den Bäumen hängen ihre Habseligkeiten. Für diese Arbeiten ist die jährliche Arbeitszeit auch deutlich begrenzter als bei uns.

In den Dörfern wird überall Holz für den Winter gebunkert, Birken und viel Abfallholz aus Sägewerken. Die Häuser, alles kleine Holzbauten mit hübsch geschnitzten Fenstern werden im Winter wohl tief eingeschneit sein. Ich frage mich sowieso häufig, wie mag das Leben hier im Winter ablaufen?

Überall, wo grosse Parkplätze möglich sind, sind Cafes mit Schlafmöglichkeiten und Banjas für die Trackerfahrer entstanden. Auf dieser wichtigen Ost-West-Verbidung nimmt der LKW-Verkehr erheblich zu und es fährt sich gut auf dieser Route, der M 53 = R 255 = „Sibir“. Anfang des 1800 Jh. wurde der „Sibirische Trakt“ gebaut, die damals einzige durchgehende, passierbare Verbindung zwischen Moskau und Sibierien. Damit bekamen auch Orte , wie Kansk, wo wir gerade getankt haben, einen gewaltigen Aufschwung, es förderte den Handel und später die Industrialisierung.

Aber mit dem Pilze suchen wird es wohl nicht mehr viel werden in den sibirischen Wäldern, die Nächte sind schon zu kalt. sogar der Farn ist bereits braun.

Ungefähr 220 km vor Kasnojarsk bekommen wir eine Stunde Zeit geschenkt. Das wird jetzt fast jeden Tag ein zusätzlicher Fahrzeitbonus werden.

Die riesigen ährengelben Felder schreien nach der Ernte, die deutlich später als bei uns ist und die „Erntekapitäne“ sind im Dauereinsatz.

Nach sechs Stunden Fahrzeit umfahren wir großräumig Krasnojarsk. Nördlich von der Stadt queren wir den Jenissej, den 3487 km langen sibirischen Strom, der sich noch 250 km weiter im Norden mit der Angara vereint von wo sie dann gemeinsam ins Nordmeer fliessen. Auch der Jenissej entspringt im mongolischen Altai unweit der Selenga (nach sibirischen Entfernungsvorstellungen)
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/17/Yenisei_hydro_stations_02.png


Jetzt sind wir über alle bedeutenden russischen Flüsse gefahren, außer über die Lena und den Amur. Für mich Geographienarren ganz besonders toll. Alles, was ich aus der Schulzeit von der Landkarte kenne, bereisen wir jetzt.

Weiter geht es nach Westen. Wir haben heute die 20 000 km-Marke geknackt und sind 722 km voran gekommen. Bei normaler Landstraße eine ganz beachtliche Leistung😜😀

unser Übernachtungsplatz

Diesel kostet 34,00 Rubel=0,48 €
die Polizei im Lada Samara

  1. Hallo Geli u. Dietmar,
    wie schön ist es doch zu lesen: Ihr kommt Richtung Heimat auch gut voran. Erst mal alles Gut?!? Wie auch immer, Eure (etwas schnellere Rückfahrt) Berichte ,liebe Angelika, lesen sich prima. ( Die Fotos von Eurer defekten Kupplungscheibe, kann man auch mit viel Fantasie verschieden deuten!?!?) Fahrt Ihr jetzt eine kürzere Strecke oder doch wie geplant (7000)
    vom Baikal gerechnet? Danke auch für Deine aktuelle Kartenübersicht, so habe ich doch noch bessere Vorstellungen von Eurer Reiseroute, (meine russischen Geographiekenntnisse!??? ) Deine Zeitinformation ist prima, so sind die Zeitunterschiede besser einzuordnen.
    Ja, heute ist bei uns auch Sonnabend, ( sonnig, warm, windstill, fast 30 grad, und auch sehr trocken) vor meinen Fenstern spielt sich das Stadtfest ab,_ Auf der einen Seite – sportlich, die Stadtläufe u. auf der anderen Seite Trubel, (mini, mini Las Vegas, mit lauter Musikbeschallung, im großem Riesenrad kann ich fast die Fahrgäste beobachten) .Schade bis zur großen Bühne auf dem Lausitzplatz reichts aber doch nicht, über der Stadt kreist ein Hubschrauber (Stadtrundfluege für 40,00€ ), Für das Feuerwerk am Sonntag haben sich bei mir wieder Balkongäste angesagt.
    (An Eurem Haus hat sich auch nichts verändert, schließlich ich habe ja ne gute Sicht) So, ich werde erst mal ne Fahrradtour zum Scheibe-See machen, denn mein Auto krieg ich noch nicht vom Parkplatz!!! Das war mal ein kleiner Bericht, wies bei uns in der Heimat zugeht!!!!! ist schon komisch, wenn man daran denkt -_ wir haben überall die gleiche Sonne. Euch wünsch ich natürlich eine störungsfreie, holperpistenfreie Weiterfahrt, Freu mich schon weiter auf Deine Berichte, liebe Angelika,
    Also alles Gute und gut Fahrt,
    Eure Ilse

  2. Hallo ihr Zwei
    Mit großer Freude haben wir zur Kenntnis genommen das euer Auto wieder einsatzbereit ist. Wir wünschen euch weiter eine gute und zügige Heimfahrt.
    Wir drücken die Daumen das alles ohne Zwischenfälle verläuft.
    Von unseren schönen Ausflug nach Meißen sind wir zurück. Insgesamt eine entspannte und schöne Tour.
    Weiter eine gute Reise wünschen Sigrid & Jürgen

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