Dietmar und Geli Unterwegs

16. September 2016 Heute schien nicht unser Tag zu sein, glaubten wir

Alles ging von früh an verkehrt!!!😠

Da stehen wir mal zeitig auf und wollen früh los, weil wir unbedingt heute über die Weißrussische Grenze wollen, da „leckt“ der Reifen, den wir gestern für 11 Dollar reparieren ließen, das heißt Kompressor raus und aufpumpen.

Die Cafes, in denen wir zu frühstücken gedachten, alle noch geschlossen, das heißt, hungrig losfahren.

Nach 10 km in Elez (Елец) ein endloser Stau wegen Brückenarbeiten. Es dauert geschlagene 1,5 Stunden!!!😆😆😆bis wir endlich über das baufällige Brückenwerk kommen.

In keiner der angefahrenen Tankstellen gibt es heute ein ordentliches Frühstück, nur Kaffee. Und die Luftanlagen zum Reifen nachpumpen haben auch alle ihre Macken.

Zwischendurch immer mal Regenschauer, kalter Wind, 13 Grad.

Endlich in Orel, wieder Stau, der nächste Reifendienst repariert nur Grossreifen.

Hier in Orel schließt sich unser Reisekreis nach 22143 km, 135 Tagen. Wir fahren jetzt die selbe Strecke zurück, die wir bis hierher kamen. Damals waren wir noch jungfräulich ängstlich, jetzt sind wir abgeklärte Russlandhasen. 😜🐰
An der nächsten Tankstelle nur Tiefkühlkost, es schmeckt so „lala“ wie das Wetter, es regnet wieder mal.

Dann greifen wir bei den Reifen zur Selbsthilfe, sprühen Reparaturschaum rein. Die Luftanlagen der Tankstelle funktioniert „nur halbherzig „wieder zum Reifendienst, er muss aufpumpen.

Endlich, ab Bryansk scheint wenigstens die Sonne. Das Stimmungsbarometer hebt sich.

Wir haben die großen Fernverkehrsstrasse verlassen und so führen die Straßen wieder direkt durch die Dörfer. Am Straßenrand steht ein alter Opa mit Kartoffeln, wir wollen schon tagelang welche kaufen und dann zu Hause russische Kartoffeln mit Quark essen, ja das wärs. Wir halten, er will natürlich wissen, woher wir kommen. Wir plaudern und dann kramt er aus seinem Gedächtnis den Text eines deutschen Liedes. Wir freuen uns beide über unsere Begegnung.

Die Dörfer und die alten Menschen sind hier wie aus russischen Märchenfilmen, eine Babuschka mit dickem Kopftuch und Stock führt ihre Gänse an das Wasser, der Hund sitzt neben dem Opa auf der Bank vor dem Haus. Diese Anblicke sind uns inzwischen so vertraut, die oft windschiefen Zäune, die bunt bemalten und geschnitzten Fenstereinfassungen, dazu die herbstgefärbten Vorgärtchen. Alles nicht perfekt gestylt, dafür liebenswert einladend. Und als Kontrast davor die gelben Gasleitungen, die oberirdisch von Haus zu Haus durchs ganze Dorf laufen.

Wir werden das alles vermissen.

Das Auto rollt gut, wir fahren der Abendsonne entgegen.

Als wir nach Klimovo abbiegen steigt der Vollmond nach oben und wickelt sich in ein weiches Wolkenkissen, wie in Kinderbüchern, zum verlieben.

Bis Klimovo ist es dunkel geworden. Hier irgendwo am Waldrand hatten wir unseren 5. Schlafplatz bei der Herreise und haben unsere erste gemeinsame Suppe gekocht. Da würde es gerade Frühling am 2.5. Jetzt wird Herbst 🍁🍁🍁
In einem Supermarkt geben wir unsere allerletzten Rubel aus. Kurz vor der Grenze noch volltanken mit Karte. An der Wand in der Tankstelle stehen Städtenamen mit Entfernungsangaben. Ich lese, Irkutsk 5880 km!!! Ja, von dort kommen wir, erzählte ich. Der Wachmann und die Kassiererin sind begeistert. Und? Wie war es? Wie waren die Menschen? Gab es Banditen, will der Wachmann wissen. Nein, wir haben nur positive Erlebnisse und Eindrücke. Er ist glücklich und strahlt. Ja, wir Russen sind friedfertig. Er wünscht uns eine gute Reise.

Ein freundliches Abschiedsbild.

Wir fahren in die Nacht Richtung Grenze. Die Grenze ist geöffnet. Nach 15 Minuten ist alles erledigt. Die letzt Schranke hebt sich, wir biegen rechts nach Weißrussland ab, links führt die Straße in die Ukraine.

Unser Russlandabenteuer ist zu Ende. In 9 Tagen sind wir die 5888 km von Irkutsk bis hier her gefahren.

In 60 Min. haben wir die Weißrussischen Grenze passiert – geschafft!!!

Es war doch noch ein erfolgreicher Tag.
Jetzt haben wir kein Internet mehr😢

Es geht aber noch weiter, vielleicht nicht so regelmäßig und eine „Zusammenfassung „kommt sicher auch noch !!!!

  1. Hallo! Ich habe Ihren Bericht uber die Reise nach Russland gelesen. Das ist toll!!! Ich bin selbst aus Russland. Kann ich Ihren Bericht in meinem Blog veroffentlichen? Das ist ein Blog fur Selbstreisende. Wir haben mit meinem Mann in diesem Jahr einen Wohnwagen gekauft, und waren schon in Deutschland und Niederlanden. Und im Sommer haben wit mit Zelt nach Spain gereist. Das war auch sehr interressant! Und was hat Ihnen in Russland bessonders gefahlen und was nicht?

    1. Liebe Frau Можайская, (richtig geschrieben?)
      Wir hatten etliche russische Blogleser. Natürlich können Sie unsere Berichte in Ihrem Blog veröffentlichen.
      Die Reise durch Ihr Heimatland war für uns eine überwältigende Erfahrung, die Größe, die Weite, die riesigen Entfernungen, die kulturellen und ethnischen Erfahrungen. Aber am beeindruckendsten waren die vielen Begegnungen mit den überaus freundlichen, aufgeschlossenen, hilfsbereiten Menschen.
      Was hat uns nicht gefallen??? Wir grübeln lange. Wir sind vorurteilsfrei in ihr Land gefahren und ohne Erwartungen und damit gibt es nichts, was uns nicht gefallen hat. Es gibt viele Dinge, die anders sind und für die Menschen sicher im Leben beschwerlich. Wir sind Gäste in Ihrem Land, wir wollten sehen und kennen lernen andere Lebensweisen , Traditionen und Gewohnheiten. Davon haben wir viel gesehen und erlebt und wir glauben, es steht uns nicht zu Dinge, die anders sind, als in Deutschland zu bewerten.
      So denken wir bei allen Reisen.
      Wir waren bestimmt nicht das letzte mal so individuell in Russland, die Lust auf mehr ist sehr groß
      Ihnen wünschen wir weiter angenehme Reisen durch Europa

      1. Es ist sehr angenehm, dass Ihnen hat Russland gefahlen. Ja, ich verschtehe, was mochten Sie sagen) Naturlich, bei uns „gibt es viele Dinge, die anders sind“, aber ich habe bemerkt, dass fast in allen Landern die Menschen freundlich und hilfsbereit sind. Und das ist so gut, so richtig! Vielen Dank fur Ihren Bericht (und sorry fur meine Fehler in Deutsch))

      2. Leider kann ich nicht per e-mail Antworten (man schreibt – Fehler in Adresse() Wir leben in Moskau. Und wann mochten Sie nach Moskau kommen? Auch per Auto?

  2. Hallo Ihr Zwei,
    Eine wünderschöne Reise geht zu Ende.
    PS: schön das Ihr wohlauf wieder in die Heimat zurück kehrt. Leider haben wir dann Abends nicht interessantes mehr zu verfolgen.
    LG Ralf

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