Dietmar und Geli Unterwegs
Offroad-Reise mit dem Pickup Truck auf dem Sibirischen Trakt in den Fernen Osten Russlands

15. Juni 2018 Russisch-deutscher Freundschaftsabend

Morgens, wenn wir losfahren, denken wir, heute wird nichts nennenswertes geschehen und dann um Mitternacht glauben wir kaum, was wir alles gesehen haben. Die Taiga hat so viele Facetten, wir sehen nur ein Minimum und das ist schon bezaubernd.

Zuerst begrüßt uns mal wieder der Kuckuck. Dass die im Sommer so weit nördlich leben, hätten wir nicht gedacht und das bei einer Mittagstemperatur von 8 Grad heute. Auf der, ihre Qualität ständig wechselnden Straße, kommen wir immer weiter nach Norden voran. Den Straßenbau und -erhalt zu beobachten, ist sehr interessant. Die Waldflächen links und rechts der Straße werden großflächig abgeholzt und Bäume zum Teil liegen gelassen. Die Planung ist großzügige und es gibt einige sinnvolle Details, die bei uns fehlen. Senken mit kleinen Wasserläufen werden nicht mit Brücken überspannt, sondern es werden riesige Dämme aufgeschüttet und das Wasser unten durch Rohre geleitet.

Über die langfristige Haltbarkeit kann ich nichts sagen, aber alle fertigen Abschnitte sind Wellenschaukeln. Schlaglöcher werden in guter alter Manier in Handarbeit mit Teer und Split geflickt. Die Straßenränder sind alle per Hand sauber gemäht und der Müll wird aufgesammelt und das bei diesen unendlichen Strecken. Für viele Parkplätze scheint das nicht zu gelten und die Waldwege werden von einigen für öffentlichen Müllplätze gehalten.

Wir fahren stundenlang durch unbehelligte Natur, nur die Straße und die Bahnlinie ziehen ihr helles Band durch das Grün des Waldes, an den Straßenrändern aufgelockert durch weiße, gelbe blaue Blümchen, auch Löwenzahn ist dabei. Wir steigen immer höher und fahren dann viele Kilometer in einer Höhe über 1100m, mal auf Berghänge mit Schneeresten, mal auf Sümpfe oder wilde Flussbetten schauend. Als höchsten Punkt erreichen wir heute 1351m. Zwischen den Bäumen sehen wir immer öfter Flechten und Moose statt Unterholz. Viele Bäume sind gekennzeichnet von den erbarmungslosen Wintern.

Über dem höchsten Kamm braut sich ein Sommergewitter zusammen und es hagelt kräftig. Es gibt eine Legende, die besagt, als der liebe Gott seine Reichtümer über die Erde verteilte, sei er von der Schönheit des hohen Nordens so fasziniert gewesen, dass er innehielt und unachtsam große Mengen seiner Schätze hier auf die Erde fallen ließ. Das ärgerte ihn so sehr, dass er beschloss, sie zwar hier zu lassen, aber in ewiges Eis einzufrieren. Hier muss diese Stelle sein 😃, denn als wir die Berghänge gen Norden hinabfahren, sehen wir immer wieder tiefe Narben in die Natur gerissen. Wir wissen nicht, was da konkret abgebaut wird, aber es sollen Diamanten, Gold, Buntmetalle und Kohle sein. Zwischen den 125. und 127. Längen- sowie den 58. und 60. Breitengraden gibt es deutlich mehr Siedlung in der sonst fast menschenleeren Einsamkeit.

In einem Ort steht ein kleines, geländegängiges, russisches Kettenfahrzeug, mit dem die Einheimischen tiefer in die Taiga vordringen als wir Touristen uns das vorstellen können. Am Nachmittag steigt die Temperatur bis auf 19 Grad. Wir fahren in den Abend hinein, es wird ja immer später dunkel, wir sind auf der Höhe von Bergen in Norwegen! Die staubige Piste ist etliche Kilometer mit Wasser besprüht – danke!!!

Dann ein Rastplatz mit Feshfesh-Staub (wie graues Mehl), was soll’s, wir bleiben, die Zeit ist ran zur Nachtruhe und unser Auto und UFO sind schon total verstaubt. In dem kleinen Café ohne Strom, mit einem Aggregat betrieben, ist eine ganze Gruppe Straßenbauer. Sie freuen sich über neue Gäste. Schnell werden wir mit Fragen bombardiert, alle reden durcheinander. Ich verstehe gar nichts. Bitte nicht so schnell und einzeln reden. Sie empfehlen mir etwas typisch einheimisches zum Essen und staunen später, dass es mir schmeckt – ein tellergroßer Teigfladen in der Mitte mit Fleisch gefüllt.

Dann kommt eine Flasche rote Flüssigkeit auf den Tisch. Ich frage: „ Limonade?“ Schallendes Lachen – Hauswodka! Aha!!! Was auch sonst. Schnell ist die erste Flasche gelehrt und Dietmar muß fleißig mittrinken.Wir diskutieren über Autos, die Familie, Politik, das Leben, unsere Reise, ihre Wohnorte, jeder kommt aus einer anderen Gegend Russlands. Telefonnummern werden noch ausgetauscht. Und sie meinen, im Winter sei es viel schöner hier. Brrr🌧.

Zu sehr später Stunde darf Dietmar noch ihren „ Kamaz“ besichtigen. Als wir uns um Mitternacht mit einem kräftigen Hupkonzert verabschieden, ist der Abendhimmel noch hell – wir haben die Zeit der Weissen Nächte. Als das Aggregat abgeschaltet wurde war eine herrliche Stille,nur die Vögel 🦅 zwitscherten noch oder schon wieder. Ab 01.30 Uhr begann im Osten der Morgen aufzuziehen!

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2 Kommentare

  1. Hallo ihr Reiselustigen
    Danke für die interessanten Schilderungen über den Streckenverlauf, die herzlichen Begegnungen mit dem Menschen und die wunderbaren Bilder.
    Wir genießen die tollen Erlebnisse mit Euch und sind zutiefst beeindruckt über die Ausdehnung dieses Landes.
    Wir wünschen euch weiter eine pannenfreie und erlebnisvolle Weiterreise. Bleibt Gesund und Neugierig.
    Beste Grüße aus der Heimat vom Stausee.

    1. Danke , wir sind gerade an der Lena angekommen und setzen mit einer kleinen Fähre ⛴ über!
      Ab morgen haben wir ein schönes Hotel in Jakutsk gebucht!

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