15. Juli 2018 Sonntag an der Angara
Schon wieder hat die Sonne keine Lust zum Scheinen. Sie bleibt unter der Wolkendecke und faulenzt. Und deshalb kommen auch nur sehr wenige Picknickbesucher. So haben wir das Ufer für uns fast allein und sitzen mitten in einer ungemähten Blumenwiese und fühlen uns sehr heimisch, denn die Vegetation und die Landschaft um uns sind wie zu Hause an einem Stausee in Thüringen. Wir befinden uns ja auch am 51. Breitengrad, der genauso mitten durch Deutschland verläuft. Danach halten wir Putz- und Flickstunde ohne jemand zu stören.
Auf der Angara sind zahlreichen grössere und kleinere Fahrgastschiffe unterwegs und wir wundern uns, dass sie alle sehr weit am linken Ufer fahren. Wir vermuten, dass dort das tiefere ursprüngliche Bett der Angara ist und auf unserer Seite das überschwemmte Land nach dem Staudammbau liegt. Sie ist durchschnittlich 863 m breit und maximal 4 – 6 m tief. Durchschnittlich laufen pro Sekunde 2000 Kubikmeter Wasser ab. Bei stärkstem Frost gefriert das aus den Tiefen des Sees abfließende Wasser erst nach 15 km. Am Nachmittag starten wir die Drohne und entdecken so einiges, was man von unten nicht erkennen kann, auch dass der Fluß auf der rechten Seite viele Sandbänken hat.
Wir erahnen drei Felsen am Beginn des Abflusses der Angara und uns fällt eine Legende ein: „ Während eine Vielzahl von großen und kleinen Gebirgsflüssen in den Baikal münden, (die Zahl schwankt zwischen 336 und 554), die alle seine Söhne sind, hat er nur eine Tochter, die schöne Angara. Väterchen Baikal, der seine Tochter abgöttisch liebt, hat seinen Nachbarn Irkut als Bräutigam für Angara gefunden. Doch ihr gefiel Irkut nicht und sie flüchtete zu dem Recken Jenissei, mit dem sie sich nach 1779 km vereint. Daraufhin befahl Baikal drei Söhnen, die Flüchtige zu finden und heimzubringenden. Sie konnten die Aufgabe des Vaters aber nicht erfüllen. So verwandelte er sie in drei Felsen. Es gibt viele Legenden über Väterchen Baikal und seine ihn verlassende Tochter, alle wunderschön 😊.
Mit diesen Geschichten und dem Fotomaterial sind wir dann bis zum Abend beschäftigt!









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