Dietmar und Geli Unterwegs
Reisetagebuch unserer Offroad-Reise mit dem Pickup Truck auf dem Sibirischen Trakt in den Fernen Osten Russlands

26. Juli 2018 Jekaterinburg gibt sich weltoffen

Gerade ist die Fußball-WM vorbei und noch immer erinnern die O-Busse mit ihrer passenden Dekoration daran. Wir gehen erst am späten Nachmittag aus dem Hotel, denn die viertgrösste Stadt Russlands mit 1,46 Millionen Einwohnern ist mittags bei 31 Grad ein Backofen. Unser erstes Ziel ist der Vysotskij Turm, das Businesscenter mit 186 m Höhe und einer Aussichtsplattform in der 52. Etage. Von hier oben hat man einen herrlichen Rundblick über die Stadt, zu unserem Hotel mit unserem Auto, zum Fußballstadion, zum Stadtsee und zu allen anderen zentralen Sehenswürdigkeiten, auch zur „Blutskirche“.

Die Stadt, auch wenn überwiegend aus Neubauten bestehend, kann sich von unten wie oben sehen lassen. Unten in den Straßen wechseln sich reizende Holzhäuser, klassisch russische Steinbauten des 19. Jh. und Neubauten ab. Die Straßen sind breit und überwiegend schnurgerade gebaut. Die kleinen und großen Parks sind liebevoll bepflanzt und gepflegt. Wir fühlen uns wohl hier.

Richtung Norden, auf der K.-Liebknecht-Str. entlang kommen wir zur Kathedrale auf dem Blut: Sie wurde 2003 an der Stelle errichtet, an der im Nachgang der Oktoberrevolution 1918 die ganze Zarenfamilie (Zar Nikolaus II. mit der Zarin, den fünf Kindern und einigen Bediensteten) ermordet wurde. Jetzt zum 100. Jahrestag dieser Bluttat ist die Kirche besonders geschmückt.

So wie man in ganz Russland heute alle wichtigen Personen der Geschichte ehrt, so ist besonders diese Familie Romanov im Gedenken verankert. Im Ergebnis der Ermordung der Zarenfamilie wurde die Stadt 1924 in Swerdlowsk umbenannt. Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir an Schuhgeschäften vorbei und was tut da eine Frau? Natürlich probieren und kaufen.

Als wir dann im Restaurant sitzen, in dem selben wie gestern, beobachten wir die vielen chicen Russinnen, die z. T. noch sehr großen Wert auf auserlesene Garderobe legen und auch am Tage High Heels tragen. Was uns noch auffiel, waren die Porsche und andere teure Autos, keine Einzelstücke. Wenn ich das sogar feststelle, wo doch jedes Auto für mich nur ein Ding mit 4 Rädern und Lenkrad ist.

Noch einmal im Ostural schlafen und morgen wartet Europa auf uns. Dann sind es nur noch rund 4000 km und drei Zeitzonen bis nach Hause. Aber das Programm ist bis dahin voll. Zunächst soll es in Kathis „Trassedorf“ gehen.

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