Dietmar und Geli Unterwegs
Reisetagebuch unserer Offroad-Reise mit dem Pickup Truck durch den Westen Russlands bis zum Ural

03. August 2018 Mit der Seilbahn über die Wolga

Die Wolga-Seilbahn in Nischni Nowgorod haben wir schon von unserem Jachthafenplatz aus gesehen und beschlossen, damit wollen wir fahren. Wir suchen den Einsieg am Steilufer, kaufen eine Fahrkarte und steigen in den POMA-Lift. Er ist eine Luftseilbahn, die Nischni Nowgorod mit dem auf der anderen Seite der Wolga liegenden Vorort Bor verbindet und damit ist es die erste Luftseilbahn Russlands im „Öffentlichen Personennahverkehr“.

Viele Beschäftigte der Industriebetriebe von Bor leben in Nischni Nowgorod. Die Straßen- und Eisenbahnverbindungen zwischen den beiden Städten führen über die zwei einzigen Wolgabrücken rund 7 km weiter flussaufwärts und der Weg ist 24 km lang. Im Berufsverkehr bedeutet dies eine Fahrt von jeweils zwei Stunden durch die langen Staus.

Die Bahn ist nur 3661 m lang und beginnt in Nischni Novgorod in unmittelbarer Nähe einer Busstation.

Sie überquert zunächst den Grebnoy Kanal. Von dort steigt sie über einen Seitenarm der Wolga hinweg zur ersten von zwei 82 m hohen Stützen, die auf vier mächtigen Betonfundamenten auf einer oft überfluteten Insel steht. Von dort schwebt sie in einem 900 m langen Spannfeld über den Hauptstrom der Wolga zu der zweiten hohen Stütze auf dem anderen Ufer. Anschließend überqueren die Gondeln noch die etwa 1,6 km weiten Flussauen bis zu der am Stadtrand liegenden Station Bor.

Die Fahrt mit den acht Personen fassenden Gondeln dauert 12 bis 25 Minuten. Die Gondeln sind mit Beleuchtung und Funkverbindung ausgestattet. Die Betriebszeiten sind wochentags von 6:45 bis 21:00 Uhr (am Freitag und Samstag bis 22 Uhr) und von 9:00 bis 22:00 Uhr an Sonn- und Feiertagen.

Im Winter fährt die Gondelbahn bis zu Temperaturen von minus 30 °C.

Die am 9. Februar 2012 eröffnete Gondelbahn hat 56 Kabinen. Sie hat damit eine Leistungsfähigkeit von 1000 Personen pro Stunde und die Fahrgeschwindigkeit beträgt maximal 10 m/s (36 km/h).

Es ist ein tolles Gefühl so hoch oben über der Wolga zu schweben und den herrlichen Ausblick zu genießen.

Wieder zurück am Auto, machen wir uns auf den Weg zum nächsten Ziel:

Wladimir

Die Stadt liegt rund 190 km östlich von Moskau am Fluss Kljasma und hat 345.000 Einwohner.

Als Hauptstadt des Großfürstentums Wladimir-Susdal spielte die Stadt in der russischen Geschichte eine bedeutende Rolle als ein wichtiges Kultur- und Machtzentrum vor der Mongolischen Invasion sowie als vorübergehender Sitz des Metropoliten der Russische-Orthodoxen Kirche. Die Moskauer Großfürsten und Zaren führten in ihren Titeln noch mehrere Jahrhunderte lang Wladimir vor Moskau.

Der Ort wurde 990 erstmals erwähnt. Als offizielles Gründungsjahr wird 1108 angegeben, als der Ort befestigt wurde.

Je westlicher wir reisen, um so älter werden die Städte und die Bauwerke.

Wir kommen gerade noch rechtzeitig in der Stadt an, um die Kirchen im Abendsonne bewundern zu können.

Für Wladimir sollte man Zeit haben und gut zu Fuß sein. Wir entdecken reizende künstlerische Kleinode. Es gibt zauberhafte Stellen zum Verweilen und nette Cafés und Museen.

Etwa 1160 wurde der Großfürstensitz von Susdal nach Wladimir verlegt.

Während der folgenden Jahre bis zur Eroberung und Verwüstung durch die Tataren am 7. Februar 1238 erlebte die Stadt ihre Glanzzeit.

Dennoch bewahrte sich Wladimir während der Herrschaftszeit von Alexander Newski (1252–1263) seine politische Vormachtstellung unter den Städten der Rus. Die Bedeutung Wladimirs sank endgültig, als 1328 der Wladimirer Großfürst Moskau zur neuen Hauptstadt der Rus und damit des Großfürstentums Wladimir machte. Erst seit dem 18. Jahrhundert erlebte die Stadt wieder einen Aufschwung, nachdem sie 1719 Provinzhauptstadt wurde.

Im Gegensatz zu den meisten anderen westrussischen Großstädten wird Wladimir heute nicht von der Industrie dominiert; wichtigster Wirtschaftszweig ist der Tourismus.

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählen die Mariä-Entschlafens-Kathedrale von 1157 bis 1160, das Goldene Tor, ein altes Stadttor, die Demetrius-Kirche von 1194 bis 1197 als letztes Zeugnis der fürstlichen Residenz.

Vieles wird liebevoll und aufwendiger restauriert, aber es bleibt noch viel zu tun.

Als es schon dunkel wird, machen wir uns auf den Weg ins nur 28 km entfernte Susdal und hier finden wir außerhalb der Stadt einen echten Campingplatz, den ersten in Russland. Die Rezeption ist schon geschlossen, deshalb stelle wir uns einfach auf eine Parkfläche.

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