Dietmar und Geli Unterwegs
Reisetagebuch unserer Offroad-Reise mit dem Pickup Truck durch den Westen Russlands bis zum Ural

13. August 2018 Durch die Waldaihöhen

Kein Bär oder Elch hat uns nachts belästigt, auch wenn die Geräusche in der Nacht eigenartig waren. Elchen hier zu begegnen wäre nicht so abwegig, läuft doch einer frei im Sokolnikipark in Moskau rum.

Wir stehen noch eine Weile auf dem Parkplatz in Wolgoverchovje, an der Wolgaquelle, da ich die restlichen Pilze braten will.

Dann fahren wir durch die sanften Waldaihöhen, die nach dem Ort Waldai benannt sind und in der Oblast Nowgorod und Tver in Nordwestrussland liegen. Sie sind ein bis zu 347 m hohes Plateau im europäischen Teil von Russland. Dort liegen sie innerhalb der großen Osteuropäischen Ebene etwa 300 km nordwestlich von Moskau.

Die Waldaihöhen sind die höchste Erhebung im westlichen Russland mit einer Länge von 370 km und einer Breite von 89 km. Sie bestehen aus flachen, meist bewaldeten Hügelreihen. Die mittlere Kammhöhe beträgt 90 Meter.

Auf den Waldaihöhen entspringen neben der Wolga, Dnepr, und Düna.

Einige Kilometer später fahren wir wieder in die Ebene, wo sich zahlreiche Seen befinden.

Die Osteuropäische Ebene umfasst als sehr weit ausgedehnte Großlandschaft, welche die größte einheitlich gegliederte Landschaftsform Europas darstellt, die Gebiete westlich des Urals in Osteuropa.

Sie ist die letzte russischen Großlandschaften, die wir jetzt durchfahren.

Die Niederungen, die von zahlreichen Flüssen durchströmt werden, weisen Höhen zwischen wenigen Metern und etwa 150 m über dem Meeresspiegel auf. An einem der Seen, die hier die Wolga schon bildet, finden wir den Hinweis zu einem Memorial, dem wir folgen und kommen so zu der

Gedenkstätte „Ksty“. Es ist erschüttern zu lesen, was Deutsche hier verbrochen haben. Das Denkmal wurde errichtet für die Bewohner des Dorfes Ksty, die alle erschossen und verbrannt wurden am 9. Januar 1942, 79 Menschen vom zweijährigen Kleinkind bis zum 80jährigen Greis.

Das schlimme ist, das solche Greueltaten damals kein Einzelfall waren. Jeder Meter Boden ist hier getränkt von den ungeheuerlichen Verbrechen dieses Krieges.

Und dann erleben wir erneut wie gefährlich unsere heutige deutsche Außenpolitik ist in ihrem Ansinnen auf einen „harten Russlandkurs“.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat am Sonntag während eines Interviews seiner deutschen Amtskollegin Ursula von der Leyen und deren Forderungen nach einem „harten Russland-Kurs“ mit deutlichen Worten geantwortet.

Von der Leyen hatte im Vofeld des jüngsten NATO-Gipfels bekräftigt, dass man Russland im Dialog aus einer „Position der Stärke“ begegnen müsse. Dies fordert sie seit der Ukraine-Krise. Schon damals war sie für mehr Engagement von Seiten der NATO und die Modernisierung des mächtigen Militärbündnisses eingetreten. „Aus einer Position der Stärke lässt es sich besser mit Moskau sprechen“, sagte sie damals und betonte, dass die „östlichen Partner Schutz vor Russland“ erwarteten.

Schoigu antwortete nun auf die Forderungen der deutschen Verteidigungsministerin: „Nach allem, was Deutschland unserem Land angetan hat, sollten Sie noch 200 Jahre lang nichts zu diesem Thema sagen.“

Anschließend riet er Berlin, „über die Geschichte nachzudenken“ und fügte hinzu: „Fragen Sie Ihre Großväter, was es bedeutet, aus einer Position der Stärke mit Russland zu sprechen. Sie werden es Ihnen wahrscheinlich sagen können.“

Wir, die wir 90 Tage durch dieses riesige Land gefahren sind und nur Positives mit den Menschen erlebten, haben nur eine Hoffnung, dass Deutschland und Russland zueinander finde und gemeinsam für ein starkes Europa sorgen.

Der Himmel begleitet unser Wechselbad der Gefühle mit Regen, Sonne und einem riesigen Regenbogen 🌈 zum Abschied.

3 Kommentare

  1. Hallo, ihr Lieben! Nun geht eure Reise durch Russland zu Ende. Wir wünschen euch für den Rest der Reise gute Fahrt! Ihr habt so viel gesehen, die Leute kennengelernt, und uns viele schöne Geschichten erzählt, das wird uns fehlen!
    So viel in einer Reise zu erleben! – das schaffen nicht viele! Beneidenswert! Lenisa und Günter aus Welzow

    1. Ja, liebe Lenisa, das waren sehr ereignisreiche 90 Tage. Und uns widerfuhr nur Gutes.
      Wenn ihr wollt, sollten wir uns bald einmal treffen.
      Danke für die guten Wünsche für den Rest der Reise.
      Wir sind jetzt auf den letzten 100 km durch Russland. Eine gewaltige Portion Wehmut kommt da bei uns auf.
      Liebe Grüße Angelika und Dietmar

      1. Ja, liebe Lenisa, das waren sehr ereignisreiche 90 Tage. Und uns widerfuhr nur Gutes.
        Wenn ihr wollt, sollten wir uns bald einmal treffen.
        Danke für die guten Wünsche für den Rest der Reise.
        Wir sind jetzt auf den letzten 100 km durch Russland. Eine gewaltige Portion Wehmut kommt da bei uns auf.
        Liebe Grüße Angelika und Dietmar

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