Dietmar und Geli Unterwegs
Reisetagebuch unserer Wohnmobil-Reise an den Küsten Spaniens und Portugals

09.-11. April 2019 Von Gibraltar über Cádiz nach Sevilla

Das Land ist bergig zwischen Gibraltar und Tarifa aber nicht schroff. Über dieses Gebiet gehen die Hauptvogelzugrouten von Europa nach Westafrika. Wir nähern uns der engsten Stelle der Straße von Gibraltar. Nur 14 km trennen uns von Afrika.

Wir finden einen grandiosen, stürmischen Platz in 340 m über dem Meer zur Beobachtung der Stelle, wo sich die Straße von Gibraltar zum Atlantik öffnet.

Tarifa ist von der Ferne gesehen ein reizendes Städtchen am Beginn des Atlantik. Hier finden wir den vom ADAC angezeigten Stellplatz nicht und ein freier Parkplatz für unsere 2 Wohnmobile am Strand ist auch nicht vorhanden. Also fahren wir weiter Richtung Westen durch einen Naturpark mit dichtem Pinienwald, der einem grünen Riesenschirm gleicht.

Leider ist die Gegend sonst sehr engmaschig mit Windräder bestückt. Ob sich das mit dem Vogelzug vereinbart?

In Venta Pinero, das langsam aus dem Winterschlaf erwacht, an der Costa de la Luz, finden wir einen sehr alternativen Stellplatz, versteckt im Hinterland, der von jungen, ebenfalls sehr unkonventionell aussehenden, Leuten betrieben wird. Er hat WC und warme Dusche, das ist doch schon was.

Abends schlendern wir am Strand entlang bei ziemlich kühler Briese auf der Suche nach Nahrung. Wir werden fündig in einem ansprechendem Fischrestaurant, in dem wir lecker gegrillte Fischlein bekommen. Wir sind rechtzeitig mit dem Essen fertig, um den ersten Sonnenuntergang am Atlantik zu erleben.

Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Cádiz. Das Land ist jetzt flach und sicher landwirtschaftlich ertragreich,denn hier münden zahlreiche Bäche und Flüsse ins Meer. Die Orte hier haben fast alle den Beinamen „de la Frontera „ was „bei der Grenze“ bedeutet, was Bastionen kennzeichnet gegen das ehemalige maurische Reich von Granada.

Die Landzunge von Cádiz ist sicher durch dieses Zusammenspiel von Fluss und Meer entstanden. Ganz am Ende der Landzunge sind Hafen und Altstadt von Cádiz. Hier finden wir einen Stellplatz. Von diesem ist man auf kurzem Weg in der wunderschönen Altstadt.

Cádiz mit 120 000 Einwohnern hat eine beeindruckende Altstadt, die in starkem Kontrast zu den Hochhäusern der modernen Neustadt steht. Das Stadtbild wird durch viele kleine Plätze und Parks geprägt.

Cádiz gehört zu den ältesten Städten Westeuropas. Der Legende nach wurde die Stadt durch Herakles gegründet; darauf beruft sich noch heute das Stadtwappen mit der Inschrift „Hercules Fundator Gadium Dominatorque“ (Herkules, Gründer und Herrscher von Cádiz). Geschichtlich gesehen wurde Cádiz von phönizischen Kauffahrern als Militärstützpunkt und Warenumschlagplatz gegründet. Die phönizischen Kolonisten erkannten die günstige Lage der Insel (erst im 17. Jahrhundert wurde sie zu einer Halbinsel) an der Mündung des Guadalete.

Ein römische Historiker gibt als Zeitpunkt der Grundsteinlegung „80 Jahre nach dem Trojanischen Krieg“ an, also etwa 1100 v. Chr., archäologisch nachgewiesen ist eine Besiedlung des Gebiets jedoch erst ca. 300 Jahre später. Unter den Phöniziern wurde Cádiz zu einem blühenden Handelszentrum.

Mit der Ausbreitung der Herrschaft der Karthager im Westen kam Cádiz zu deren Reich und entwickelte sich seit etwa 500 v. Chr. zum bedeutendsten Handelszentrum des karthagischen Atlantikverkehrs. Nach der Entdeckung Amerikas wurde Cádiz bedeutend und blühend als ein Hauptplatz des Handels Spaniens mit dessen überseeischen Kolonien und als Hafen der spanischen Siberflotte.

Cádiz erlebte in den folgenden Jahrhunderten eine wechselvolle Geschichte, war aber immer ein bedeutender Hafen. Die Altstadt spiegelt diese Geschichte anschaulich wider. Beeindruckend ist die Stadtmauer, aber auch die Parks mit ihren hübschen Bewässerung für die Bäume und Pflanzen, eine Mischung aus Springbrunnen und Bewässerungsgräben. Die phantasievollen Baumschnitte und die riesigen Gummibäume beeindrucken ebenfalls.

Lustig sind die Toilettenhäuschen, deren Bedingung den Mitteleuropäer vor unlösbare Aufgaben stellen kann.

Die Hauseingänge und Innenhöfe mit ihren gusseisernen Toren und Wandkachelungen lassen uns nur staunen und fotografieren. Abends treffen sich vor dem Theater die Musiker für Proben zur Karwochenprozession „Semana Santa“. Die schwermütige, getragene Musik über Stunden verfehlt ihre Wirkung auch nicht auf uns.

Weiter geht es am nächsten Tag Richtung Norden nach Sevilla, die Hauptstadt Andalusiens. Bei den vielen neuen Straßen ist sogar unser Navi mal kurzfristig überfordert, findet dann aber in einem Flusshafen im Stadtteil Gelves einen sehr engen Stellplatz. Mit Geduld und Geschick parken wir ein.

Nach einem längeren Fußmarsch kommen wir zu einer Bushaltestelle und fahren bis ins Stadtzentrum von Sevilla. Unser erster Weg geht zum Plaza de España an einem wunderschönen Park gelegen. Die Anlage ist ein riesiger halbkreisförmiger Gebäudekomplex mit Springbrunnen und Wasserbecken davor. An den Mauern sind sehr beeindruckend alle Regionen Spaniens und deren Hauptstädte mit Kachelmustern dargestellt.

In den schattigen Nischen stellen sich Künstler dar, u. a. Flamencotänzerinnen. Zum Abschluss genießen wir am Flußufer den ersten Abend in Sevilla mit einer Pizza im Freien mit herrlichem Blick auf die Stadt.

Blick auf Afrika

Blick auf Tarifa

Pinienwald

Ankunft in Sevilla,Stellplatz im Hafen

7 Kommentare

  1. Hallo, Ihr Lieben, habe heute wieder alles gelesen, und bin wieder überwältigt von den wunderbaren Aufnahmen und natürlich auch den Erlebnissen. Weiterhin alles Gute für die weiteren schönen Eindrücke. GLG Günti und Gabi

    1. Dankeschön, sind inzwischen in Portugal , an der Algarve angekommen!
      Euch wünschen wir ein frohes Osterfest.
      Grüße G & D

  2. Ja da würden wir uns sehr freuen..auf ein Treffen.
    Und, dass es euch Spaß macht, merkt man in jedem Kommentar.
    Ne super Zeit euch noch
    M.u.J Bu/Pir

  3. Hallöchen ihr Weltenbummler. Es ist wieder der helle Wahnsinn, wenn man eure herrlichen Bilder genießt. Dazu die allumfassend informierenden Berichte. Das ist unglaublich. Euer Tag muss doch 48 Std. haben .
    Wir sind jedenfalls wieder total begeistert von eurem Reiseberichten.
    Habt weiter viel Spaß und bleibt gesund.
    Mit Spannung lesen wir , Jürgen u. Margit Bunzel aus Pirna, weiter.
    Wir trafen uns auf dem Platz im Gaujadelta voriges Jahr

    1. Vielen Dank für die begeisternden Informationen von unsere Reise! Ja es ist sehr schön , im Süden das
      „ Frühlingserwachen“ zu genießen. Obwohl wir mit dem Wohnwagen 1992 zur
      Weltausstellung
      „EXPO 1992“
      schon mal hier in Sevilla waren können wir uns nur noch schwach an diese schöne Stadt erinnern , aber so langsam kommen sie wieder , die Erinnerungen !
      Vor allem haben wir nun Zeit alles „ zu genießen“
      Heute sollte es eigentlich nach Portugal weiter gehen , aber wir sehen schon tagelang die Vorbereitungen für die Veranstaltungen zur Karwoche, heut am Palmsonntag finden viele statt die wir uns noch anschauen wollen, das Wetter stimmt auch.
      Heut sollen es 26 Grad werden .
      Na klar wissen wir noch das wir uns an der Gauja
      nur kurz gesehen haben
      Vielleicht klappt es mal in Pirna auf dem Stellplatz …
      (wenn wir mal zu Hause sind )
      Viele Grüße aus dem Süden
      Geli & Dietmar
      Ja es stimmt, wir müssen
      schon mal die Nacht für die „ Nachbereitung „
      nutzen, es macht uns aber viel Freude !

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