Dietmar und Geli Unterwegs
Reisetagebuch unserer Wohnmobil-Reise an den Küsten Spaniens und Portugals

12.-14. April 2019 Sevilla und die Karwoche – Semana Santa

Wir fahren mit „Uber“ in die Stadt und lassen uns direkt an der Kathedrale absetzen. Hunderte Menschen warten auf Einlass zum Alcazar-Palast und Garten. B&H stellen sich an, wir gehen in die Kathedrale, errichtet von 1434 – 1517 auf den Grundmauern der Hauptmoschee von Seville, die von 1184 – 1198 errichtet wurde. Von der Moschee geblieben ist der Orangenhof und das untere Drittel des Giralda-Turmes.

1987 wurde die Kathedrale zum UNESCO – Weltkulturerbe erklärt. Sie ist 126 m lang, 83 m breit und in der Mitte 37 m hoch. Damit ist sie die größte gotischen Kathedrale der Welt. Wir stehen an der Grabstätte von Christoph Kolumbus der 1506 gestorben ist. Seine Gebeine haben wie er zu Lebzeiten eine lange Reise gemacht, am Ende fanden sie in der Kathedrale von Sevilla ihre würdige Ruhe.

Von der Giralda, dem ehemaligen Minarett der Moschee und heutigem umgebauten Glockenturm der Kathedrale mit 27 Glocken haben wir einen wunderbaren Blick über die Stadt. Die Giralda ist heute das bedeutendste Wahrzeichen der Stadt. Angenehm ist, dass man über 35 Rampen nach oben läuft und keine Treppen steigen muss. Sie wurden angelegt, damit der Sultan mit dem Pferd nach oben reiten konnte.

B&H waren ganz begeistert vom Alcazar, dem mittelalterlichen Königspalast. Die Anlage hat eine lange, bis in die maurische Zeit zurückreichende Baugeschichte und wird bis heute von der spanischen Königsfamilie als Residenz genutzt, wenn sie sich in Sevilla aufhält.

Der Palast ist das am besten erhaltene Beispiel für die Mudéjar-Architektur, das sind unter christlicher Herrschaft entstandene Bauten mit islamischem Einfluss. Die Gärten sind kleingegliedert durch Mauern und Gebäude als Schutz gegen die heißen Winde. Es gibt einen französischen Dokumentarfilm von 2017 „Magische Gärten, Alcazar“.

Durch die vielen engen, verwinkelten Straßen und Gässchen schlendern wir durch die Stadt und genießen das Flair Andalusiens mit den vielen kleinen Bars, Geschäften, Parks und Denkmälern bei sehr angenehmen Temperaturen.

Am Abend suchen wir das neue Wahrzeichen von Sevilla, „Metropol Parasol“, eine gigantische Holzkonstruktion, die in der Abendsonne wunderschön leuchtet und von der wir wieder einen tollen Blick über die Stadt haben. Das riesige Gestell wurde von einem deutschen Architekten entworfen, ist 150 m lang, 70 m breit und 26 m hoch und gilt als die größte Holzkonstruktion der Welt. Es wurde von 2005 bis 2011 errichtet. Es besteht aus 3500 Kubikmetern Furnierschichtholz und 700 Tonnen Stahl und 3400 verschiedenen Bauteilen. Die Konstruktion ergibt sechs sonnenschirmartige, pilzförmige Strukturen mit Säulen.

Zum Bau dieses Phantasieprojektes kam es, weil man nach Abriss der früheren Markthalle und Bauarbeiten für ein geplantes Bürogebäude historische Ruinen entdeckte, die geschützt werden sollten. Deshalb rief die Stadt zu einem internationalen Wettbewerb zur Neugestaltung des Platzes auf.

Am Palmsonntag stürzten wir uns in das Gewimmel der Prozession anlässlich der Karwoche. Gefühlt alle Einwohner Sevillas im Sonntagsstaat plus Touristen waren auf den Beinen, um etwas von der Prozession zu sehen. Stundenlang harrten alle aus, um einen Blick auf die in schwarzen, weißen oder lilafarbenen Bußgewändern gekleideten kleinen und großen Büßer und die prunkvoll gestalteten Tragen mit der Leidensgeschichte Jesús und der Mariafigur zu erhaschen. Ein beeindruckendes Spektakel.

Danach wurde in der ganzen Stadt bei sommerlichen Temperaturen um 26 Grad bis in die Nacht gefeiert. Ganz nebenbei entdeckten wir noch das ehemalige EXPO-Gelände von 1992, das nun, nach zwischenzeitlichem traurigen Verfall eine sinnvolle Verwendung als Freizeitpark gefunden hat. Hier haben wir beim Besuch der „ EXPO 92“ die erste Bekanntschaft mit Sevilla gemacht.

Sevilla hat uns begeistert. Nun heißt es Abschied nehmen. Am Montag den 15.04.2019 geht es weiter nach Portugal an die Algarve.

2 Kommentare

  1. Es sind wunderbare Aufnahmen, und uns kommt es vor, als wären wir dabei. Top, wir wünschen Euch schöne Ostern, ganz liebe Grüße aus der Heimat, der Sommer zieht über Ostern in Mortka ein, es sollen 25 Grad Plus werden.

    1. Super und danke, genießt das schöne Wetter, wir wünschen euch allen ein frohes Osterfest, wir bleiben hier an der Algarve, Bericht folgt
      Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: