Dietmar und Geli Unterwegs
Reisetagebuch unserer Wohnmobil-Reise an den Küsten Spaniens und Portugals

28.-29. April 2019 Von Lissabon, über Cabo da Roca nach Sintra in das „Mächenschloss“

Bei herrlichstem Wetter verlassen wir Lissabon über Casscais auf der Autobahn. Dann biegen wir auf die immer enger und kurviger werdende kleine Bergstraßen Richtung Cabo da Roca ab. Ständig kommen uns frühlingsverrückte Motorradfahrer in den Kurven entgegen. Am Cabo trauen wir unseren Augen nicht, wie viele Autos und Menschen sich auf den engen Parkflächen drängeln. Da immer jemand wegfährt, finden nacheinander alle Platz.

Der Leuchtturm und die Umgebung sind in wallenden Nebel getaucht. Nur schemenhaft erhaschen wir ab und an einen Blick auf das bedrohlich unter uns tosende Meer. Wir sind am westlichen Punkt des Europäischen Festlandes. Weiter kommen wir nicht nach Westen, die Koordinaten 09 Grad 30‘. Das Cabo da Roca (Felsenkap) liegt in einer Höhe von 140 Metern über dem Meeresspiegel.

Bis ins späte 14. Jahrhundert glaubte man sogar, dass die vom Wind geformten Klippen des Cabo da Roca das Ende der Welt darstellten. Die eindrucksvolle, karge Landschaft trägt auch heute zu dem besonderen Reiz dieses Ortes bei. Seine ganze Magie entfaltet der Ort zum Sonnenuntergang, wenn die Sonne ganz langsam im Atlantischen Ozean versinkt und der Himmel sein prächtigstes Farbenspiel offenbart.

Mit dem Bau des 22 Meter hohen Leuchtturms am Cabo da Roca wurde im Jahr 1758 begonnen. 1772 ging er dann in Betrieb und ist damit der drittälteste Leuchtturm an der portugiesischen Küste. Er wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals modernisiert. Sein Licht hat eine Reichweite von ca. 48 Kilometern.

Die Hänge des Kaps sind invasionsartig mit der essbaren Mittagsblume (Carpobrotus edulis) bewachsen. In den Felswänden nisten seltene Wander- und Turmfalken. Das Kap ist für die Portugiesen ein magischer Ort. Der portugiesische Nationaldichter de Camões hat den Ort mit folgenden Worten beschrieben: Hier… wo die Erde endet und das Meer beginnt…

Richtung Sintra ist die Straße weiter schmal und kurvig, aber es gibt hier keine Motorradfahrer. Dafür narrt uns das Navi und will uns in unbefahrbare Strässchen schicken. Davon gibt es viele hier. So fahren wir einmal um die Berge von Sintra herum und nehmen neuen Anlauf. Als wir auf das Areal eines Sportplatzes einbiegen, sind wir nicht sicher, ob hier ein Stellplatz ist.

Doch auf einer erhöhten Freifläche bietet sich genug Platz. Da uns der Fußweg zum Schloss ob der vorgerückten Zeit zu lang ist, rufen wir „Uber“ und werden auf engsten Straßen in den „Himmel“ befördert und dabei noch Beobachter von einem Wettrennen verrückter Tuk-Tuk-Fahrer.

Oben angekommen bestaunen wir die Bauphantasie vergangener Herrscher. Der Pena-Palast, der kürzlich zu einem der sieben Sieben Wunder Portugals ernannt wurde, ist 1838 von König Ferdinand II. auf den hohen Ruinen eines alten Klosters erbaut worden. Die prunkvolle, disneyartige Architektur und die hohe Umgebung erinnern an das Schloss Neuschwanstein von Ludwig II. Aber der Pena Palast ist tatsächlich ein paar Jahrzehnte älter.

Wie es damals Mode war, stellte der Palast viele historische Stile von maurisch bis Renaissance zusammen. Er wurde als Sommerresidenz erbaut und verfügt über faszinierende Stuckarbeiten und Gemälde im Innern. Ferdinand II ließ Bäume aus aller Welt pflanzen, wie Mammutbäume, Baumfarne, Ginkgos und Lawson-Zypressen, die erstaunliche Höhen erreichen.

Der Platz des Schlosses ist wunderbar gewählt. Wir blicken auf Lissabon, den Tejo, das Meer und das weite Umland. Der riesige alte, wild wuchernde Park lädt uns ein die Kamelienbäume zu suchen. Wir finden Sie zwischen Mamutbäumen, blühenden Azaleensträuchern und sonstigem Gebäum. Leider sind sie schon am Verblühen.

Nachts haben wir von unserem Stellplatz noch einen wunderbaren Blick auf das strahlende Lissabon, die erleuchtete „Brücke des 25 April“ und die Jesusstatue.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.