Dietmar und Geli Unterwegs

24.-25. Oktober 2020 unterwegs in der Oberlausitz

Auf den Rotstein bei Löbau in der Oberlausitz wollten wir schon seit langer Zeit. Dort war ich als Kind das letzte Mal.

Der Rotstein ist ein kleines Bergmassiv, das nach seinem höchsten Berg benannt ist.

Der markantester Gipfel des Massivs ist der 455 m hohe Rotstein. Daran schließt sich der 421 m hohe Hengstberg an, der den gesamten mittleren und rechten Teil des Massivs einnimmt. Hinter diesem befindet sich – aus der Luft betrachtet wie ein Hufeisen – der Georgenberg. Auf dessen Gipfel findet man die Reste einer kleinen Kapelle aus dem 11. Jahrhundert.

Ende Oktober 2000 ist ein neuer eiserner Aussichtsturm eingeweiht worden. Der Turm ist 21 m hoch und hat 101 Stufen.

Von hier oben haben wir einen herrlichen Rundblick auf die ganze Region bis hin zum Riesengebirge und nach Schwarze Pumpe.

Blick zum Iser- und Riesengebirge

Blick nach Görlitz zur Landeskrone

Blick zum Löbauer BergBlick zu den Kraftwerken nach Boxberg und Schwarze Pumpe

Die Gaststätte mit Hotel

Der Aufstieg vom Parkplatz beträgt nur 2,5 km, aber der Weg hat es in sich. Selbst mit E-Bike im 1. Gang und Turboantrieb komme ich beim letzten Anstieg an meine Grenzen.

In der Berggaststätte stärken wir uns dann und die die Auswahl viel uns nicht leicht. Es gab eine verführerische Auswahl auf der Speisekarte.

Auf der kurzen, steilen Strecke nach unten mussten wir dann kräftig die Bremsen anziehen.

Auf dem Parkplatz fanden wir ein ruhiges Nachtplätzchen.

Am nächsten Morgen brachen wir auf nach Ostritz.

Stop in Bernstadt

Es liegt im äußeren Osten Sachsens am westlichen Neißeufer, direkt an der Grenze zur polnischen Stadt- und Landgemeinde Bogatynia. Die Hauptsehenswürdigkeit istDas Kloster St. Marienthal, ein Zisterzienserinnenkloster.

Es ist das älteste Frauenkloster des Ordens in Deutschland, das seit seiner Gründung ununterbrochen besteht.

Der klösterlichen Überlieferungstradition folgend wurde das Kloster 1234 in der Nähe eines Handelswegs, der von Prag über Zittau nach Görlitz führte, gegründet.

Durch die neue Grenzziehung nach 1945 verlor die Abtei umfangreichen Besitz in jetzt polnischen Gebieten.

1955 richtete das Kloster das St.-Joseph-Pflegeheim für behinderte Frauen und Mädchen ein, 1979 folgte der Pater-Kolbe-Hof in Schlegel – ein Heim für behinderte Männer.

Zusammen mit 25.000 Menschen feierte der Konvent 1984 sein 750-jähriges Bestehen, 1992 gründete der Konvent das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal, das sich der Versöhnung und Verständigung im Dreiländereck widmet.

Nachdem seit 1989 zahlreiche Mittel und Anstrengungen in die Renovierung des Klosters gesteckt worden waren, richtete das Neiße-Hochwasser im August 2010 verheerende Schäden an, die auf mehrere Millionen Euro geschätzt wurden.

Das Internationale Begegnungszentrum ist heute die Haupteinnahmequelle. Es bietet ein umfangreiches Seminar-Programm und in mehreren Gästehäusern Übernachtungsmöglichkeiten.

Als Frühförderteam haben wir hier 2008 drei Tage Weiterbildung genossen.

2019 wurde ein Fernsehkrimi „Wolfsland – Das heilige Grab“ im Kloster gedreht und am 28. November 2019 in der ARD gesendet.

Der Ort des Glaubens im Neißetal ist auch einer der traditionellen Gastfreundschaft. Besucher und Pilger sind eingeladen, die vielen Seiten des Klosterlebens kennen zu lernen. Im Jahreslauf laden die Zisterzienserinnen zu Stille und Einkehr in der Klosterkirche, zu Führungen, Konzerten, zu „Fastenwochen für Gesunde” und vier Klostermärkten, darunter dem „Kräuterfest”, ein. Das Gästehaus im Kloster und das von den Schwestern gestiftete Internationale Begegnungszentrum in ehemaligen Klostergebäuden lassen zudem die besondere Atmosphäre von St. Marienthal erspüren.

Und für uns Radfahrer auf dem Oder-Neiße-Radweg bietet das Kloster ebenfalls einen willkommenen Stop.

Dann geht es weiter über Hischfelde bis Zittau.

Das Rathaus in Zittau

Das Salzhaus in Zittau

Und hier nutze ich endlich die Zeit, mir das berühmte Fastentuch anzusehen. Ich habe das Glück, eine ausführliche Einzelführung zu bekommen und bin tief beeindruckt von dem, was ich alles erfahre.

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt Zittau gehören zwei in Deutschland einzigartige Fastentücher. Das Große Zittauer Fastentuch von 1472 erzählt in 90 Bildern die Geschichte Gottes mit den Menschen. Das Kleine Zittauer Fastentuch von 1573 zeigt die Kreuzigung Christi, umrahmt von 30 Symbolen seiner Passion.

Die vorösterliche Fastenzeit dauert 40 Tage von Aschermittwoch bis Ostersonnabend. Sie ist für die Christen eine Zeit der Entsagung, Buße und Einstimmung auf das Osterfest (Auferstehung Christi).

Um 1.000 wird erstmals von dem Brauch berichtet, in der Fastenzeit Reliquien und Kreuze zu verhüllen und zwischen Altar und Gemeinde ein Tuch aufzuhängen.

Diese Tücher bezeichnete man als Hungertücher oder auch Schmachtlappen, weil sie den nach der Eucharistie „hungernden“ bzw. „schmachtenden “ Gläubigen den Anblick des Allerheiligsten verwehrten. Das körperliche Fasten wurde durch eine eucharistische Abstinenz, ein Nichtsehen der heiligen Reliquien ergänzt, weshalb man sie auch Fastentücher nannte.

Seit 1999 wird das Große Zittauer Fastentuch im Museum Kirche zum Heiligen Kreuz in der größten Museumsvitrine der Welt (Guinness-Buch der Rekorde) dauerhaft ausgestellt.

Ich habe noch viel, viel mehr erfahren und bin begeistert.

Ich sehe Zittau insgesamt nach dem Besuch des Fastentuchs in einem ganz anderen Licht.

Nach einer Kaffeepause im Café Schwerdtner geht es mit unseren E-Bikes in Windeseile zurück nach Ostritz durch das Neißetal, das hier besonders beeindruckend ist, da sich hier die Neiße vor 100 000 Jahren tief in den hiesigen Granit hinein gegraben hat und damit ein tiefes, enges, bewaldetes Tal entstanden ist. Die Blätter 🍁 fallen wie Goldene Taler in den Fluss.

5 Kommentare

  1. Ich hätte nicht gedacht, dass es in dieser Gegend so schön ist.
    Ich war als Soldat mal in Ostritz und habe mit meinem Kino- Rundfunkwagen bei einer Vier-Mächte-Übung die Tontechnik für die Beobachter bereitgestellt. Da hatte ich für die Gegend kein Auge. Nun, wo wir aus gesundheitlichen Gründen uns auf Camping in Deutschland beschränken wollen werde ich dort hinfahren. Eure Fotos haben Interesse geweckt und da ich in der Lausitz an einem der gefluteten Baggerseen campen will passt das zusammen.

    1. Guten Tag lieber Werner, vielen Dank für deine Information, wir hoffen es geht euch gut!
      Verrückt wie sich doch die Wege , auch räumlich kreuzen. Ja es ist dort in der Oberlausitz sehr schön, das Seenland aber auch das Zittauer Gebirge. Ich hatte an andere Stelle schon mal berichtet das wir von Zittau aus mit der Schmalspurbahn unterwegs waren. Wir denken es ist eine gute Entscheidung diese Gegend zu besuchen!
      Wir wünschen dir und der Familie Gesundheit , kommt gut durch die schwierige Zeit.
      Grüße Dietmar & Geli

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