Dietmar und Geli Unterwegs

13. Mai 2022 Im Umland von Novi Sad

Mit unserem UFO wollen wir heute die Festung Peterwardein erobern. Das ist bisher noch niemand gelungen, also bleiben auch wir gleich in dem unteren Bereichen in den engen Gassen stecken und sind froh, doch noch einen Parkplatz zu finden.

Der Weg durch die Festungswälle und Tore macht deutlich, auf was für einer gigantischen Anlage wir uns befinden. Von der oberen Festung hat man einen schönen Ausblick auf die Donau und Novi Sad. Leider sieht man auch die Reste einer der fünf von der NATO 1999 zerstörten Brücken.

Die obere Festung ist der erste erbaute Teil, begonnen Ende des 17. Jh. Die Oberstadt dominiert ein ganz besonderer Uhrturm. Der große Zeiger zeigt die Stunden an und der kleine die Minuten. Außerdem geht sie im Winter nach und wenn es warm ist vor, deshalb wird sie „die beschwipste Uhr“ genannt.

Es ist 13.50 Uhr der große Zeiger zeigt die Stunden an

Auf dem Gelände der Festung begegnen uns 3 Radfahrer, ein Brite, ein Ire und ein Italiener. Sie wollen nach China. Wir sind begeistert und wünschen ihnen viel Erfolg.

Wieder am Auto, haben wir inzwischen 32 Grad bei strahlendem Sonnenschein.

In Stemski Karlovci, der Löwen

Unser Weg führt uns weiter nach Sremski Karlovci, eine kleine Stadt südlich von Novi Sad. Sie ist geprägt vom Weinanbau. Der Ortskern ist eine barocke, kulturhistorische Baueinheit, die ab Mitte des 18. Jh. entstand. Es gibt einen beeindruckende Patriarchenresidenz und einen schönen Löwenbrunnen, vor dem wir die drei Chinaradfahrer wiedertreffen.

Die Schule
„unsere“ China Radfahrer

Geschichtlich hat die Stadt Bedeutung, weil hier 1699 ein Friedensvertrag zwischen Österreich und der Türkei geschlossen wurde und damit die türkische Herrschaft in dieser Region endete.

Bei der Stadt beginnen die Fruška Gora, eine Bergregion zwischen 200 und 450 m Höhe mit sehr steilen An- und Abstiegen, oft 12%. Nach dem ersten langen Anstieg erblicken wir eine neu restaurierte orthodoxe Kirche und davor zum dritten Male die Chinaradfahrer.

Das dürfte das letzte Mal sein, denn wir wollen jetzt Klöster besuchen und einen Schlafplatz finden und die Radfahrer wollen nun auf direktem Weg nach Belgrad und Freunde treffen .

Die Fruškaberge liegen südlich der Donau und westlich von Novi Sad. In ihnen gibt es noch 16 intakte Klöster. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über die Klöster stammte aus dem Jahr 1455. Sie wurden fast alle als Stiftungen einer serbischen Adelsfamilie begründet. Sie wurden in den folgenden Jahrhunderten mehrfach zerstört, zuerst durch die türkischen Überfälle. Im 18. Jh. begann eine Periode der großen Erneuerung. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Klöster fast alle wieder zerstört.

Heute erstrahlen sie in neuem Glanz oder es wird noch fleißig gebaut.

Zuerst fahren wir zum Kloster Krušedol. Es liegt in einer breiten Senke inmitten von mächtigen, uralten Kastanienbäumen. Leider kommen wir zur Andachtzeit, so dass wir nicht in die Kirche eintreten können.

Also fahren wir tiefer in die Berge. Ein ausgewiesener Campingplatz scheint uns zu gruselig.

Bei einem Ferienlager ist niemand zugegen, obwohl Licht brennt und bei dem Kloster Kuvezdin ist alles Baustelle. Wir fahren also weiter, obwohl es langsam Abend wird. Von den Bergen haben wir einen phantastischen Fernblick in die Ebene Richtung Belgrad.

Wir fahren noch einmal zurück über enge Bergstraßen zum Kloster Divša (Dipša), dass in einer engen Talsenke liegt. Vor dem Klostertor ist ein Platz, der uns als Schlafplatz geeignet erscheint.

Gleich nach unserer Ankunft erscheint ein kleiner Hund 🐕 und sucht unsere Bekanntschaft. Da immer eine Tüte Leckerli im UFO liegt, ist die Freundschaft schnell geknüpft.

Die Nacht bricht herein, um uns ist absolute Stille nur die Grillen zirpen. Dietmar genießt und schläft unter blühenden Kastanien auf einer Bank ein. Welche Idylle. Und dann schreit noch ein Käuzchen.

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