Dietmar und Geli Unterwegs
Reisetagebuch unserer Wohnmobil-Reise an den Küsten Spaniens und Portugals

02. Mai 2019 Wir verlassen Nazaré in Richtung Norden

Wir fahren weiter, was gar nicht so leicht ist. Denn spätestens hier beginnt das Reich der Autoestradas (A), der Itinerários Principais (IP) und der Itinerários Complementares (IC). Die Beschilderung versucht immer die Fahrer zu einem schnellen Abstecher nach Porto zu verführen.

Das Autobahnennetz in Portugal ist in den letzten 30 Jahren sehr gut ausgebaut worden. Für jeden Ausländer aber eine Herausforderung es zu nutzen. Wenn man bei der Nutzung nicht unerlaubt in eine Radarfalle geraten will, sollte sich jeder vorher zu Hause genau informieren, wie man die Maut bezahlen kann. Wir haben das leider nicht getan und suchen nun die alten Nationalstraße um die Mautstrassen zu umfahren.

Die Navis sind damit zum Teil überfordert. Trotzdem finden wir den Weg durch die Berge. Eine schöne Landschaft mit Flusstäler, steilen Weinbergen und weiße Dörfern, aber über viele Kilometer gezeichnet durch verheerenden Waldbrände. Wir fahren durch verbrannten Hügel. Aus dem Boden ragen dünne schwarze Stämme, schwarze Äste liegen herum, und die nächste Generation Eukalyptusbäume hat schon begonnen zu wachsen. Die jungen Pflanzen sind bläulich, was den Eindruck von Apokalypse nur noch verstärkt.

Am Nachmittag landen wir in São Pedro do Sul. Der Ort ist besonders für seine Thermalbäder bekannt. Ausgrabungen belegen die von den Römern hier vor 2000 Jahren angelegten, umfangreichen Einrichtungen der Thermalbäder, nach deren Bezeichnung Balneum der Ort lange hieß. Auch Portugals erster König schätze die Heilkraft der hiesigen Quellen, und verlieh dem Ort 1152 erste Stadtrechte. Infolge der Ausrufung der Portugiesischen Republik 1910 erhielt der Ort seinen heutigen Namen.

1987 wurden neue Thermaleinrichtungen mit modernstem Standard eröffnet. Die Besucherzahlen der Thermalbäder stiegen weiter an, und lagen 2012 bei über 25.000 Gästen im Jahr. Hier können mit dem 67 Grad heißen Mineralwasser verschiedenste Krankheiten behandelt werden. Um die Quelle ist ein reizender Park angelegt. Im Vouga-Flusstal und in den Bergen kann man wunderbar wandern.

Wir kaufen Berghonig und leckere Walnüsse. Eigentlich wollten wir richtig in die Therme eintauchen, aber 27 Grad Außentemperatur und 36 bis 38 Grad Wassertemperatur war uns das alles doch zu heiß. Dann lieber am Fluss sitzen und uns an der üppigen Natur erfreuen.

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