Dietmar und Geli Unterwegs
Reisetagebuch unserer Wohnmobil-Reise an den Küsten Spaniens und Portugals

10.-11. Mai 2019 Santiago de Compostela

Der Freitag war anfangs trüb, nebelig und regnerisch. Da sind nur Bettina und Harald in die Stadt gegangen. Wir konnten uns erst am Samstag bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel dazu entschließen.

Mit dem Bus Nr. 4 fuhren wir ins Zentrum von Santiago de Compostela. Es ist mit ca 96.000 Einwohnern die Hauptstadt der nordwestspanischen Region Galicien. Bekannt ist die Stadt vor allem als Endpunkt des Jakobswegs (Camino de Santiago) und als vermeintlicher Begräbnisort des biblischen Apostels Jakobus, dessen sterbliche Überreste in der 1211 eingeweihten Catedral de Santiago de Compostela aufbewahrt sein sollen. Die Kathedrale liegt innerhalb der mittelalterlichen Mauern der Altstadt, ihre mit kunstvollen Schnitzereien verzierten Steinfassaden grenzen an große und kleine Plätze.

Überall sitzen und liegen erschöpfte, aber glückliche Pilger. Endlich haben sie ihr Ziel, die Kathedrale von Santiago de Compostela, erreicht. Sie ist Ziel der verschiedenen Jacobswege. Durch die bischöfliche und päpstliche Anerkennung der aufgefundenen Gebeine als Reliquien des Jakobus gilt die Kathedrale von Santiago als Grabeskirche des Apostels Jakobus. Die Kathedrale ist das imposanteste, größte und bedeutendste Bauwerk der Stadt. Alle Neuankömmlinge streben dahin, auch wir.

Der Kathedralbau begann 1075 über den Resten einer älteren Kirche aus dem 8. Jahrhundert. 1120 wurde sie zum Sitz des ersten Erzbischofs. Heute ist nur noch das romanische Südportal in der ursprünglichen Gestalt erhalten. Die zahlreichen Erweiterungen der Kathedrale führen mit dem barocken Westportal, der klassizistischen Nordfassade und den gotischen Kreuzgängen im Inneren mehrere Baustile zusammen. Die Grundfläche wurde dabei von ehemals 8.200 m² auf 23.000 m² erweitert.

Im Inneren wird zur Zeit sehr viel restauriert, deshalb ist von den bedeutenden Kunstschätze der Kathedrale kaum etwas zu sehen. Durchschreitet man den Eingang, fällt der Blick durch das insgesamt fast 100 m lange, 8,5 m breite und fast 20 m hohe Mittelschiff. An den Seiten der Westfassade erheben sich die etwa 75 m hohen Türme, von denen der südliche nach seiner Funktion Glockenturm und der nördliche „Torre de las Carracas“ genannt wird – nach den Klappern oder Knarren, mit denen in der Karwoche („semana santa“) das Läuten der Glocken ersetzt wird.

Im Mittelgiebel erhebt sich das Standbild des Apostels Jakobus in einer Darstellung als Pilger. Zu seinen Seiten und etwas unterhalb begleiten ihn seine Schüler Atanasius und Theodor.

1985 wurde die Altstadt von Santiago de Compostela – und damit auch die Kathedrale – zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Das Bild der Kathedrale schmückt die kleinen Euro-Cent-Münzen aus Spanien. Unter dem Hochaltar befindet sich die Krypta, mit dem eigentlichen Ziel des Jakobswegs, einem silbernen Schrein, der die Gebeine des Apostels Jakobus beinhalten soll.

Im Pilgermuseum erhielten wir dann viele Informationen und eine Übersicht über die Pilgerwege in Spanien.

Die Pilgerbewegung gibt es in unterschiedlichen Religionen.

Mittags lag die Hauptfront der Kathedrale noch im Schatten, am späten Nachmittag strahlte sie dann im vollen Sonnenlicht, ein grandioser Anblick. Wir konnten uns nur schwer davon lösen. In den engen, verwinkelten Gassen und Gässchen wimmelt es von Menschen verschiedenster Nationen. Auf den Plätzen spielen Straßenmusiker. Unzählige Souvenirlädchen und Restaurants werben um Kunden. Trotz des Gewimmels an Menschen liegt eine heitere, glückliche Stimmung über allen. Ich kann das schwer beschreiben.

Am Abend findet unsere „Pizzaspürnase“ wieder sein Leckerli und der Tag bekommt damit die Note 1.

Morgen geht es weiter nach Norden bis zur Biskaya. Dieses Gebiet ist für schlechtes Wetter, starke Stürme und extremen Seegang berüchtigt. Mal sehn, was uns erwartet.

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